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EM 2024 in Deutschland

EM 2024 – Türkei vor "Heimspiel" in Berlin: "Wir Türken, wir sind überall"

  • Aktualisiert: 06.07.2024
  • 16:52 Uhr
  • Timo Nicklaus
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Die Türkei kann sich beim Erfolgslauf durch die EM auf ihre Fans verlassen. Spieler und Trainer werden nicht müde, sie zu loben - das große Highlight folgt aber erst noch.

Von der EM berichtet Timo Nicklaus

Viel Zeit verlieren die türkischen Fans selten. Kurz nach Abpfiff braucht es meist nur wenige Minuten, bis es losgeht. Rein in die Autos, Fenster runter, Fahnen raus – und Abfahrt.

Der Autokorso nach erfolgreichen Spielen ist ein Markenzeichen der frenetischen Anhänger geworden. Das ist auch bei der laufenden EM in Deutschland zu beobachten, die für viele Türken schon im Vorfeld des Turniers als eine Art "Heim-EM" deklariert wurde.

Vier Spiele und drei Autokorsos später lässt sich dieser Eindruck bestätigen. Etwas überraschend steht das Team von Trainer Vincenzo Montella im Viertelfinale ('Samstag, ab 21 Uhr im Liveticker'). 

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Egal ob zweimal in Dortmund, in Hamburg oder zuletzt in Leipzig – immer waren die Stadien fest in türkischer Hand. "Wir haben sehr viele Fans hier, die Liebe ist unglaublich. Ich freue mich sehr, dass wir den Türken hier in Deutschland und dem türkischen Volk zuhause etwas zurückgeben können. Wir spüren ihre Unterstützung ständig", sagt der italienische Trainer.

Im September 2023 hatte Montella das Team übernommen und schnell verstanden, wie er die individuelle Qualität und den Siegeswillen der Spieler mit der gewaltigen Leidenschaft der Fans erfolgreich vereinen kann.

Arda Güler: Beispiel für das Band zwischen Mannschaft und Fans

Am besten lässt sich das wohl an der Personalie Arda Güler ablesen. Das 19-jährige Supertalent ist spätestens seit seinem Wechsel zu Real Madrid zu einem türkischen Volkshelden aufgestiegen. Auf ihm ruhen die Hoffnungen, auf ihm lastet der Druck. Spielt er mal nicht, so wie beim zweiten Gruppenspiel gegen Portugal (0:3), ist die Kritik groß.

Güler wird gefeiert, geliebt, fast schon verehrt. In manchen Teilen mag das übertrieben sein, es zeigt aber sehr gut, mit welcher Leidenschaft die türkische Anhängerschaft ihre Mannschaft unterstützt. "Unsere Fans sind einfach fantastisch. Wir spüren sie immer. Während des Aufwärmens und während des Spiels", sagt Merih Demiral auf ran-Nachfrage.

Mit seinem Doppelpack gegen Österreich hatte der Innenverteidiger den Weg in die Runde der letzten Acht geebnet, gleichzeitig aber auch mit dem umstrittenen "Wolfsgruß" für eine Welle der Empörung gesorgt. Im Halbfinale gegen die Niederländer fehlt der Innenverteidiger nun gesperrt. 

Als Zeichen der Solidarität hatten türkische Fans angekündigt, bei der Nationalhymne den "Wolfsgruß" zeigen zu wollen. Die Polizei rief zum Verzicht auf.

"Politik hat keinen Platz auf dem Spielfeld. Erst recht nicht, wenn in ihrem Zentrum menschenverachtende Symbolik zum Ausdruck gebracht wird", sagte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke am Samstag in Bremen. Türkische Fußball-Ultras hatten vor der Partie am Samstagabend zum Zeigen der Geste aufgerufen - und bereits Gehör gefunden.

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Kapitän Calhanoglu: "Berlin wird eine Nummer höher"

Im Viertelfinale wartet nun die Niederlande. Nach Dortmund, Hamburg und Leipzig geht es nun nach Berlin. Ausgerechnet Berlin.

Fast drei Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund leben in Deutschland. Mehr als 200.000 davon in der Hauptstadt.

Es ist die Heimat der größten türkischen Community außerhalb der Türkei. Demiral bezeichnete es als eine "großartige Gelegenheit", der zuletzt gesperrte Kapitän und Spielmacher Hakan Calhanoglu ist sich sicher: "Wir Türken, wir sind überall. Aber Berlin wird noch mal eine Nummer höher."

Die Unterstützung wird ihnen gewiss sein. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", stimmten die Fans nach dem Sieg über Österreich an.

Ob damit erst einmal das Viertelfinale gemeint war oder schon der ganz große Finalcoup, wissen sie wahrscheinlich selbst nicht so genau. Zwei Spielen im Olympiastadion wären sie aber sicher nicht abgeneigt.

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