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Handball-EM

Handball-EM: Alfred Gislasons Personal-Entscheidungen werfen Fragen auf - ein Kommentar

  • Aktualisiert: 26.01.2026
  • 23:48 Uhr
  • Max Bruns

Bundestrainer Alfred Gislason sorgt im Hauptrundenspiel gegen Dänemark für überraschende Kader-Entscheidungen. Ein vermeidbares Risiko gegen diesen Gegner. Ein Kommentar.

Von Max Bruns

Schade! Die deutschen Handballer haben ihren ersten Matchball um den Einzug ins EM-Halbfinale gegen Dänemark verspielt. Mit 26:31 unterlag das DHB-Team den Co-Gastgebern. Dabei war zur Pause noch alles offen, ehe die Dänen in Hälfte zwei die Fehler der Deutschen eiskalt ausnutzten.

Dass man gegen die beste Handball-Mannschaft der Welt verlieren kann, steht außer Frage. Aber diese Niederlage lag nicht nur an der dänischen Leistung, sondern auch an den Personal-Entscheidungen von Bundestrainer Alfred Gislason.

Bereits vor der Partie sorgte die Meldung um den Kader für zwei Paukenschläge: Beide gesetzten Außenspieler Lukas Mertens und Lukas Zerbe standen nicht im Kader. Beide sind sicher nicht die spielentscheidenden Akteure in einem Spiel gegen Dänemark, doch die Entscheidung an sich zeigte, dass Gislason eine besondere Idee für das Spiel hatte.

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DHB-Team: Gislason hat zu viel Vertrauen in zweite Reihe

Für die Rechtsaußen-Position bedeutete dies, dass der 23-jährige Mathis Häseler, der im Turnierverlauf bislang kaum zum Zug kam, sechzig Minuten gegen ein absolutes Top-Team spielen musste. Auf der anderen Seite setzte Gislason statt auf den bislang soliden Mertens auf Routinier Rune Dahmke. Dem konnte schlicht und ergreifend angemerkt werden, dass ihm Spielpraxis auf Nationalmannschaftsebene fehlte.

Viel Vertrauen vom Bundestrainer - zu viel!

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Handball-EM: Andreas Wolff zu lange auf der Bank

Denn nicht nur auf den Außen rotierte Gislason. Auch im Tor startete - wohl für alle überraschend - nicht Andreas Wolff. Der Keeper wurde gegen Norwegen noch mit 22 Paraden zum absoluten Matchwinner. Gegen Dänemark musste der Weltklasse-Schlussmann vorerst auf der Bank Platz nehmen.

Völlig unverständlich. Unabhängig davon, dass Wolffs Partner David Späth es sehr gut gemacht- und  in den ersten 30 Minuten  tolle Paraden gezeigt hat.

"David ist aus dem Rückraum eher einer, der besser steht. Andi ist aus der Nahdistanz der Beste, den es gibt. Dass die Dänen sehr viel aus dem Rückraum kommen, das wissen alle Handball-Experten", sagte Gislason nach der Pleite am "ARD"-Mikrofon.

Das stimmt. Nur war es so, dass die Dänen gegen das DHB-Team viel zu Durchbrüchen und damit freien Würfen gekommen sind. Auch ihre Außen haben die Skandinavier regelmäßig freigespielt - in diesen Zonen ist Wolff eine Bank, das sagt der Bundestrainer selbst.

Doch spätestens nach der Pause, als Deutschland sich mit 12:13 noch in Schlagdistanz befand, hätte Gislason einen Torhüter-Wechsel also vollziehen müssen. Zu lange hielt der Coach am jungen Späth fest. Erst als das Spiel schon entschieden war, durfte Wolff ran.

Warum lässt man einen solchen Ausnahme-Keeper, der alleine Spiele entscheiden kann, so lange draußen? Wolff muss gesetzt sein, ganz gleich, was für den starken Späth spricht.

DHB-Team: Setzt Gislason alles auf eine Karte?

Die Entscheidung wirft Fragen auf und lässt vermuten, dass Bundestrainer Gislason die Niederlage gegen Dänemark eingeplant hatte und gegen Frankreich alles auf eine Karte setzen möchte.

In Bezug auf die beiden Außen bestätigte Gislason dies sogar gegenüber der "ARD": "Ich wollte diese beiden Spieler auf Außen frischer haben im nächsten Spiel."

Unnötiges Risiko! Zum einen sind die Franzosen nur unwesentlich schwächer als die Dänen. Zum anderen wäre - so nahmen es auch die Spieler nach der Niederlage wahr - gegen Dänemark viel mehr drin gewesen. Und damit auch der vorzeitige Einzug ins Halbfinale.

Dass der deutsche Angriff keinen Sahne-Tag erwischte, oftmals Alu-Pech hatte und vom dänischen Publikum sechzig Minuten ausgebuht wurde, spielte eine Rolle. Aber auch die Entscheidungen des Bundestrainers.

Gislason machte klar, seinem Kader zu vertrauen. Allerdings werden Fehler auf diesem Niveau bestraft. Gegen Frankreich müssen die Entscheidungen sitzen.

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