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NBA: Kleber als X-Faktor? So kann Dallas die Clippers-Defense kontern

  • Aktualisiert: 23.04.2024
  • 16:47 Uhr
  • Ole Frerks
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Die Dallas Mavericks gingen als leicht favorisiertes Team in die Serie gegen die L.A. Clippers ohne deren besten Spieler, bekamen in Spiel 1 jedoch prompt eine Abreibung verpasst. Wie drehte L.A. den Mavs den Hahn ab – und wie könnte der Konter aussehen?

Von Ole Frerks

Oft werden Playoff-Spiele durch Nuancen entschieden, einzelne Sequenzen, Shotmaking in individuellen Situationen. Es geht aber auch anders – wie in Spiel 1 zwischen den Clippers und Dallas, einer Partie, deren Endergebnis (109:97) das Geschehen nicht ansatzweise reflektierte (Los Angeles Clippers at Dallas Mavericks (Spiel vier) am 28.04 ab 20:55 Uhr live auf ProSieben MAXX, Joyn, ran.de und in der ran-App). Die Unterschiede waren größer, führten zu bis zu 29 Punkten Unterschied, zu 22:8 im zweiten Viertel. Deutlicher wird es selten – nahezu alles war ein Kontrast.

Die Clippers waren dabei das Team, das ohne seinen besten Spieler Kawhi Leonard antrat, sonst aber gefühlt jeden Vorteil auf seiner Seite hatte. Sie wirkten wacher, physisch präsenter und – vor allem – besser vorbereitet. Sie hatten einen Plan, wie sie die Mavs attackieren und was sie ihnen nehmen wollten. Dallas wirkte zum Teil wie ein Team am Tag nach der Trade Deadline.

Wobei: Das muss präzisiert werden. Dallas‘ Defense war weitestgehend in Ordnung – nicht überragend, aber auch nicht direkt schlecht. Die Clippers trafen nicht einmal die Hälfte ihrer Abschlüsse am Ring, hatten kaum Möglichkeiten in Transition. Sie holten viele Offensiv-Rebounds und trafen die Hälfte ihrer Dreier – das ist schwer zu kontern, für jedes Team.

Der eigene Angriff der Mavs war ein viel größeres Problem, ganz besonders im zweiten Viertel. Über das gesamte Spiel brachte Dallas ein Offensiv-Rating von 87,7 zustande, meilenweit unter dem eigenen Niveau und laut "Cleaning the Glass" die schlechteste Offensiv-Leistung der Saison in einem Spiel, in dem Luka Doncic mitwirkte. Wie konnte das passieren?

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Das Wichtigste in Kürze

L.A. nimmt Dallas die Dynamik

Eigentlich sollte es einem Team mit Doncic und Kyrie Irving nicht erlaubt sein, in einer NBA-Halbzeit nur 30 Punkte zu erzielen. L.A. nahm den Mavs jedoch von Anfang an den Fluss und die Bewegung, indem es konsequent ausnutzte, dass in der Regel drei von fünf Spielern der Mavs "abhängige" Spieler sind, die obendrein nicht verlässlich (oder gar nicht) von draußen werfen.

Die Center-Riege (Dereck Lively II und Daniel Gafford) der Mavs lebt offensiv in erster Linie von den Lob-Anspielen von Kyrie und vor allem Luka – L.A. konterte das oft effektiv, indem der eigene Center (zumeist Ivica Zubac) in einer tiefen Drop Coverage agierte und zumeist nah am Korb postiert wurde.

So wurde den Mavs ein großer Teil ihrer Dynamik und ein Go-to-Play fast komplett genommen – gab es dann doch mal den Lob, wurde das Finish meistens effektiv erschwert. Zumal sich auch die restlichen Verteidiger in Korbnähe zusammenziehen konnten.

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Mavericks: Fokus auf die "Anderen"

Generell wirkte es oft, als würden Doncic und Irving auf einer Insel spielen. Die Clippers mischten ihre Coverages durch – gerade Irving sah viele Double-Teams, beide Stars bekamen jedoch im Lauf des Spiels diverse verschiedene Looks serviert, teilweise wurde selbst Zubac auf Doncic geswitcht, was in der Vergangenheit zu teils desolaten Resultaten geführt hatte.

Dieser ständige Wandel führte einerseits dazu, dass Dallas‘ Offense noch etwas langsamer wurde als sonst. Andererseits richtete er den Fokus auf die "anderen" Mavs – die Clippers-Defense arbeitete aktiv dafür, den Ball in die Hände bestimmter Mavs zu bringen. Derrick Jones Jr. und Dante Exum etwa standen in der Ecke zumeist frei, auch Maxi Kleber wurde, wenn er nicht als Screener Teil der Aktion war, recht oft offen stehen gelassen. Alles mit dem Zweck, den Stars keinen roten Teppich auf dem Weg in die Zone auszurollen.

Die Clippers kalkulierten damit, dass Dallas‘ Supporting Cast sie offensiv nicht oft genug bestrafen würde können – und fuhren gut damit. Es war ein mieses Shooting Spiel für jeden Maverick außer Irving, der im dritten Viertel eskalierte (8/8 – insgesamt 10/18). Dallas hatte als Team nur 14 Assists, der Supporting Cast verzeichnete 33 Punkte bei 10/36 aus dem Feld.

Das ist nicht gut genug, offensichtlich. Doncic, der selbst seit langem nicht mehr so schlecht aussah (und defensiv fast von Beginn an in jede Aktion involviert wurde), ließ sich davon zunehmend frustrieren, gut sichtbar etwa im dritten Viertel, als er sich lautstark über Kleber beschwerte, als dieser einen Pass nicht fangen konnte.

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Wird Maxi Kleber zum X-Faktor?

Der Würzburger hatte dabei eigentlich einen gewissen positiven Einfluss aufs Spiel – und könnte diesen über die Serie auch noch häufiger haben. Aufgrund der Ineffektivität von Gafford und Lively setzte Jason Kidd im Lauf der Partie vermehrt auf Lineups mit Kleber als Fünf, die dadurch zwar an Länge und Kraft verloren, aber einen weiteren Shooter hinzugewannen.

In der Realität ist zwar auch Kleber nur bedingt ein Floor-Spacer – er wirft weder gerne (2,1 zumeist weit offene Dreier pro Spiel) noch sonderlich gut (34,8 %), aber zumindest mehr als die Alternativen. Er bringt bei weitem nicht die Roll-Man-Dynamik von Lively oder Gafford mit, ist dafür als eher Flügel-orientierter "Big" ein untypischeres Matchup für Zubac, der die anderen Großen in Spiel 1 dominierte.

Kleber stellt in der Theorie eine Bedrohung dar, zieht wenigstens etwas Aufmerksamkeit, wenn er am Perimeter einen Block stellt – wobei die Clippers das vermutlich auch überdenken werden, wenn sein Wurf über die Serie weiter nicht fällt (Game 1: 0/3).

Die zweite Hälfte war besser

In der zweiten Hälfte von Game 1 jedoch waren Kleber und die Five-Out-Lineups Faktoren, welche den Stars etwas mehr Platz auf dem Court verschafften (auch Josh Green kehrte dabei in die Rotation zurück). Im dritten und vierten Viertel übertraf Dallas jeweils die 30 Punkte aus der ersten Halbzeit, wenngleich der etwas geringere Druck der Clippers dabei geholfen haben sollte.

Selbst in dieser Phase kam ein Großteil der Mavs-Punkte jedoch durch das besondere Shotmaking der Stars zustande – nur selten durch einfache Pick’n’Rolls oder sauber vorbereitete Dreier. Dallas zeichnet sich normalerweise dadurch aus, beides zu haben: Die über die letzten Monate so erfolgreiche Starting Five war unter anderem deshalb so erfolgreich, weil sie in den gemeinsamen Minuten 78 Prozent ihrer Würfe am Ring versenkten.

Die Clippers wissen, dass sie den Mavs ihre beiden Stars und deren individuelles Scoring nicht nehmen können. Wenn sie es jedoch schaffen, den anderen ihre leichten Abschlüsse zu nehmen, wirkte das ganze Gebilde schon deutlich weniger stabil. Es ist ein Teilerfolg, mindestens.

Mavs: Hoffnungsschimmer sind da

Natürlich gibt es aus Sicht der Mavs auch diverse Hoffnungsschimmer. Game 1 war ein tolles Shooting Game der Clippers und ein mieses von ihnen – das muss nicht so bleiben. Die Energie zum Spielbeginn gibt es in der Form (hoffentlich) nicht wieder zu sehen. Dass James Harden in den Playoffs nicht immer so dominant spielt wie in Game 1, ist hinlänglich bekannt.

Es ist noch nichts verloren und die Serie hat gerade erst angefangen. Dallas hat eine gewisse Tradition damit, langsam in Serien zu starten – auch 2022 wurde beim Run bis in die Conference Finals jedes Game 1 verloren. Doncic ist überragend darin, Defensiven zu entschlüsseln, auch wenn sie kompliziert sind. Er wird nach diesem blutleeren Auftritt Wut im Bauch haben. Vielleicht häufiger in den Post gehen, was in Spiel 1 zu selten passierte.

Der frustrierende Part ist für den Moment eher, dass dieser Fokus nicht von Anfang an da war – gerade gegen diesen Gegner. Das schließt auch Kidd mit ein, der Mitte des zweiten Viertels auf eine Challenge verzichtete, als ihn nahezu das gesamte Team anflehte, ein vermeintliches Foul an Harden noch einmal ansehen zu lassen – stattdessen bekam dieser drei Freiwürfe. Mehr Einfluss KANN man mit einer Challenge gar nicht ausüben.

Die Playoffs haben angefangen. L.A. ist das Team, das auf die Ein-Mann-Kavallerie namens Kawhi Leonard warten kann. Die Mavs haben diesen Luxus nicht – und spätestens jetzt auch keine Zeit mehr zu verschwenden. Mehr als alles andere war Spiel 1 eine verpasste Chance.

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