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Bundesliga

Borussia Dortmund: BVB-Trennung kann für Julian Brandt befreiend sein - ein Kommentar

  • Veröffentlicht: 08.03.2026
  • 00:00 Uhr
  • Andreas Reiners

Julian Brandt und der BVB gehen getrennte Wege. Für den Mittelfeldmann kann das eine große Chance sein. Ein Kommentar.

Von Andreas Reiners

Lothar Matthäus brachte es auf den Punkt.

"Ein Spieler, der mit seinen Möglichkeiten vielleicht nicht alles herausgeholt hat, aber trotzdem häufig den Unterschied gemacht hat", sagte der Rekord-Nationalspieler nach dem 2:1 des BVB beim 1. FC Köln.

Und meinte damit Julian Brandt.

Der Offensivspieler und Borussia Dortmund werden sich am Saisonende trennen, wie Sportvorstand Lars Ricken erklärte. "Er hat sieben Jahre bei uns gespielt, wurde auch immer mal kritisch gesehen. Heute hat er auch wieder eine Torvorlage gemacht", sagte Ricken. Licht und Schatten lagen bei Brandt stets eng beieinander, das Köln-Spiel war eine Art Spiegelbild: Brandt (ran-Note: 3) war lange nicht zu sehen, bereitetete dann aber das 2:0 vor.

Komplett überraschend ist die Entscheidung daher nicht, es ist aber vielmehr ein richtiger und wichtiger Schritt für Brandt, der im Mai 30 Jahre alt wird.

Dann hat er sieben Jahre Dortmund hinter sich gebracht. Eine Zeit, in der man Spuren hinterlassen, zu einer Vereins-Legende werden kann.

Der Nationalspieler wird in der Retrospektive wahrscheinlich als schlampiges Genie durchgehen. Als einer, dem bei allem Talent dann doch das gewisse Etwas fehlte, um eine Mannschaft und einen Verein nachhaltig zu prägen. Ein sehr guter Bundesliga-Spieler.

Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

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Julian Brandt: An der Schwelle zum Unterschiedsspieler

Denn Brandt stand immer an der Schwelle zu einem echten Unterschiedsspieler, hat aber zu viele Schwankungen und Launen in seinem Spiel gehabt, um einer zu werden. Konstant war seine Inkonstanz, auch als Führungsspieler.

Gerne wurde er als Gesicht einer BVB-Krise genutzt, als Sündenbock oder Buhmann, wenn es nicht lief. Als derjenige, der stellvertretend für die jahrelang durchgekaute Mentalitätsdebatte beim BVB stand. So manches mag überzogen gewesen sein, einiges war aber eben auch berechtigt.

Denn zu oft tauchte er ab, wenn es darauf ankam, wenn es Spieler brauchte, die vorangehen und eine Mannschaft an die Hand nehmen.

Dann war er Mitläufer statt Macher.

Oft wirkte es in der Crunch Time, als brauche Brandt selbst jemanden, der ihn aus einer unerklärlichen und belastenden Lethargie holt und ihm dabei hilft, das zweifellos riesige Potenzial abzurufen. Und das konstant.

Doch vielleicht passiert genau das durch einen Wechsel.

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Julian Brandt: Neue Möglichkeiten, neue Chancen

Ein neuer Verein, eine neue Liga womöglich, ein anderes Land, andere Menschen, Teamkollegen, Trainer und eine neue Kultur – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Vor allem sind diese Möglichkeiten eine Chance, noch einmal einen Schritt zu machen. Raus aus der Komfortzone, in der es sich gut anfühlt, manchmal zu gut, um sich noch einmal weiterzuentwickeln, zu wachsen, sich bis ins letzte Detail zu quälen. Das geht dann ziemlich gut, wenn man die Vergangenheit reflektiert, aus Fehlern lernt und

Dass angeblich Aston Villa Interesse haben soll, würde passen. Die Premier League kann die Art Herausforderung sein, die ein Spieler wie Brandt benötigt. Durch neue Impulse, eine neue Philosophie, eine durchaus robuste Gangart.

Um am Ende doch noch der Unterschiedsspieler zu werden, der er theoretisch sein kann.

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