Fußball
Borussia Dortmund: Hätte Nico Schlotterbeck im "Klassiker" vom Platz fliegen müssen?
- Veröffentlicht: 28.02.2026
- 23:06 Uhr
- Chris Lugert
Nico Schlotterbeck war eine prägende Figur im Bundesliga-"Klassiker" zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern. Doch hätte der Abwehrspieler überhaupt das Ende des Spiels auf dem Platz erleben dürfen?
Das ewige Duell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern am Samstagabend hielt, was es versprach. Beide Teams lieferten sich ein Spiel auf Augenhöhe, mit dem besseren Ende für die Münchner. Dabei war der BVB dank eines Kopfballtreffers von Nico Schlotterbeck sogar in Führung gegangen.
Doch dass der Abwehrspieler zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch auf dem Feld stand, hatte er durchaus auch Schiedsrichter Sven Jablonski zu verdanken. Denn wenige Minuten zuvor hatte Schlotterbeck Bayern-Profi Josip Stanisic im Zweikampf unglücklich, aber unschön mit offener Sohle am Schienbein getroffen.
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Das Trefferbild selbst hätte eine Rote Karte definitiv ermöglicht, Jablonski beließ es bei Gelb. Schlotterbeck selbst gab zu, dass ein Platzverweis wohl kein Fehler gewesen wäre.
"Ich habe schon das Gefühl, dass ich zuerst am Ball war, ihn aber auch ordentlich treffe. Es sieht sauunglücklich aus. Die Intensität war für mich nicht so hoch. Ich habe schon gefühlt, dass ich ihn hart treffe und glaube schon, dass man da auch Rot geben kann", sagte er bei "Sky".
Doch von Gnaden des Referees blieb er auf dem Feld - und traf kurze Zeit später zur Führung. Beim Torjubel jedoch spielte der nun vorbelastete Innenverteidiger wieder mit dem Feuer. Denn Schlotterbeck übersprang eine Bande und war plötzlich inmitten der Fans, klatschte sogar mit ihnen ab. Hätte es dafür nicht eine zweite Gelbe Karte geben müssen?
Gelb für Schlotterbecks Torjubel? Das sagen die Regeln
"Wenn ich dafür Gelb sehe, dann höre ich irgendwann auf und spiele lieber Schach", stellte Schlotterbeck selbst klar. Und die Regeln geben ihm recht. In Regel 12 unter dem Abschnitt "Torjubel" heißt es: "Spieler dürfen nach einem Tor jubeln, solange sie es nicht übertreiben (...). Das Verlassen des Spielfelds beim Torjubel ist noch kein verwarnungswürdiges Vergehen. Die Spieler sind aber gehalten, so rasch wie möglich zurückzukehren."
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Eine Verwarnung gäbe es für einen Spieler beispielsweise, "wenn er an einem Zaun hochklettert und/oder sich den Zuschauern auf eine Weise nähert, die zu einem Sicherheitsproblem führt", heißt es weiter. Ebenso wenig jubelte er "auf provozierende, höhnische oder aufhetzende Weise", sein Trikot zog er ebenfalls nicht aus. Jablonski ließ die Karte also zu Recht stecken.
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Allerdings gab es noch eine dritte Situation, bei der Schlotterbeck auffällig war. Denn der Nationalspieler war es, der den Elfmeter zum 1:2 aus Dortmunder Sicht verschuldete. Dabei kam er erneut im Zweikampf mit Stanisic zu spät und traf ihn zwar nur leicht, aber klar erkennbar. Der Kroate befand sich dabei zudem bereits in einer aussichtsreichen Abschlusssituation.
Doch wieder kam Schlotterbeck ohne weitere Gelbe Karte davon. Dass er den Schlusspfiff tatsächlich auf dem Platz erleben durfte, war für ihn letztlich auch mit ein bisschen Dusel verbunden.