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Kommentar

FC Bayern München: Das Scheitern von Sadio Mane ist eine Niederlage für den Klub

  • Aktualisiert: 02.08.2023
  • 20:37 Uhr
  • Chris Lugert
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Der als Königstransfer angedachte Coup mit Sadio Mane erwies sich beim FC Bayern München als Fehlgriff. Schlimmer noch: Das Scheitern des Show-Transfers ist eine Niederlage für das Selbstverständnis des Vereins. Ein Kommentar.

Von Chris Lugert

Das Aus kündigte sich länger an, doch als es feststand, ließen Sadio Manes letzte Worte aufhorchen.

"Der Abschied vom FC Bayern tut mir weh. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht. Ich wollte es in dieser Saison allen beweisen", sagte Mane, kurz bevor der Wechsel zu Al-Nassr nach Saudi-Arabien fix wurde.

Reflexartig entstand die Frage: Warum hat der Verein ihm diese zweite Chance nicht gegeben? War der Wechsel vielleicht voreilig?

Nein, war er nicht. Das brachte auch Trainer Thomas Tuchel auf den Punkt. "Es war ein trauriger Moment. Es war jetzt aber die beste Lösung, um den Knoten zu lösen", sagte er: "Manchmal ist es so, dass es nicht passt."

Die Gründe dafür sind vielschichtig und nicht allein Mane zuzuschreiben.

Am Ende war es eine Mischung aus schwachen Leistungen, einer gravierenden Fehleinschätzung des damals um seine Vertragsverlängerung kämpfenden Ex-Sportvorstands Hasan Salihamidzic sowie des einen großen Aussetzers, den sich Mane mit der Handgreiflichkeit gegen Leroy Sane geleistet und der ihn intern offenbar endgültig isoliert hatte.

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Dennoch ist das Scheitern des als Weltstar nach München gewechselten Angreifers eine gewaltige Niederlage nicht nur für Sane, sondern vor allem für den Klub.

In einer Liga, der seit Jahren die Topstars davon laufen, waren die Bayern auch im eigenen Selbstverständnis stets eine Insel, auf der die Topspieler nicht nur gerne zu Hause waren, sondern die auch aktiv den Wechsel dorthin suchten.

Mane-Desaster mit schwerwiegenden Folgen?

Der Anspruch des FC Bayern ist auch international der größtmögliche. Der Umgang mit dem Thema Mane jedoch hinterlässt den Eindruck eines Vereins, der mit den ganz großen Namen offenbar doch nicht umgehen kann.

Vielmehr scheint der Transfer rückblickend eine reine Show gewesen zu sein - ohne Plan, wie man Mane überhaupt sportlich einbinden kann und will.

Frei nach dem Motto: erst kaufen, dann darüber nachdenken. Blinder Aktionismus, der nicht nur nicht zum FC Bayern passt, sondern auch die Außendarstellung negativ beeinflusst. Große Stars könnten es sich zukünftig dreimal überlegen, ob sie nach München wechseln.

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Harry Kane als Chance zur Besserung

Immerhin: Harry Kane gehört offenbar nicht dazu, der Stürmer hat sich längst zum FC Bayern bekannt. Sollte der Transfer klappen, bekommen die Bayern ihre zweite Chance binnen eines Jahres, einen gestandenen Starspieler aus der Premier League zu integrieren.

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Die Bayern müssen in diesem Fall aus ihren Fehlern mit Mane lernen. Sportlich dürfte es bei Kane keinerlei Fragezeichen geben, wie er in die Mannschaft passt.

Schließlich erfüllt er als zentraler Stürmer exakt jenes Anforderungsprofil, das die Bayern lange gesucht haben - und im vergangenen Jahr fatalerweise mit Mane besetzt hatten.

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Zumindest finanziell kein Verlust

Zumindest wirtschaftlich hat der Mane-Abgang fast nur positive Effekte für die Bayern. Unterm Strich bekommt der Klub die im vergangenen Jahr an den FC Liverpool gezahlte Ablöse von 32 Millionen Euro fast eins zu eins wieder, zudem verschwindet der nächste Großverdiener aus den Büchern. Das schafft zusätzliche finanzielle Mittel für einen Kane-Transfer.

Allerdings handelt es sich dabei nur um Schadensbegrenzung. Mane war ein teures und zu einem nicht geringen Teil selbstverschuldetes Missverständnis, das Spuren im Klub über diesen Sommer hinaus hinterlassen wird.

Dass dieses einstige Transfermärchen so zu Ende geht, dürfte nicht nur die Bayern-Fans schmerzen.

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