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FC Bayern München vs. TSG Hoffenheim - Markus Babbel exklusiv: "Baumann für mich die Nummer eins"

  • Aktualisiert: 07.02.2026
  • 08:38 Uhr
  • Martin Volkmar

Im ran-Interview spricht Markus Babbel über das Spitzenspiel seiner beiden Ex-Vereine, die Unruhe bei der TSG Hoffenheim, die Formdelle des FC Bayern und die Torwartfrage.

Von Martin Volkmar

Markus Babbel kennt beide Klubs bestens, die sich am Sonntag gegenüberstehen (ab 17.:30 Uhr im Liveticker).

Bei Rekordmeister und Tabellenführer FC Bayern München wurde er zum Nationalspieler und gewann mehrere Titel.

Beim Überraschungs-Dritten aus dem Kraichgau arbeitete der ran-Experte 2012 als Trainer und lebt heute noch in der Region.

Im Interview spricht der 53-Jährige über die aktuellen Münchner Probleme, den Hoffenheimer Höhenflug, Dayot Upamecano, Harry Kane und die Meisterschaft.

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Markus Babbel: Hoffenheimer Entwicklung "so nicht vorhersehbar"

ran: Vor 13 Monaten stand die TSG Hoffenheim nach einem 0:5 in München auf dem Relegationsplatz, nun kehren die Kraichgauer als Tabellendritter zum Spitzenspiel zurück. Was ist passiert seitdem?

Markus Babbel: Sie haben eine tolle Entwicklung genommen, die so nicht vorhersehbar war. Durch die ganze Unruhe seit Anfang der Saison habe ich mir gedacht: Sie haben letztes Jahr schon gegen den Abstieg gespielt, wie soll das diesmal besser werden? Von daher ist es schon bemerkenswert, wie sich Trainer und Mannschaft auf das Wesentliche besonnen haben. Offenbar hat man im Team eine Wagenburg-Mentalität angenommen und ignoriert die Dinge, die man ohnehin nicht beeinflussen kann. Und das machen sie hervorragend.

ran: Dabei geht das Chaos in der Führung ja munter weiter: Mittwoch nahm in Tim Jost bereits der dritte Geschäftsführer seinen Hut, angeblich steht nun auch Sportchef Andreas Schicker vor dem Aus

Babbel: Wenn es so ist, wundert mich das sehr, weil sie ja vor wenigen Wochen noch Schicker die Freigabe für Wolfsburg verweigert haben. Das war für mich ein ganz wichtiges Zeichen, weil er sehr gute Arbeit leistet. Von daher bin ich gespannt, ob es wirklich so ausgeht, dass man sich trennt. Dann sähe ich tatsächlich die Gefahr, dass der Verein implodiert. Aber generell läuft Hoffenheim selbst in der Region ein bisschen unter dem Radar, das ist ihr großer Vorteil als Dorfklub. Wenn es so einen anhaltenden Machtkampf bei Eintracht Frankfurt geben würde, dann wäre die Unruhe riesig, auch bei Fans und Medien. Doch bis jetzt hat der sportliche Erfolg der TSG die Querelen etwas übertüncht.

ran: Wie erklären Sie den Aufschwung auf dem Platz?

Babbel: Es war jedem klar, dass sie besser sind als Platz 15 in der letzten Saison. Und man sieht eben, dass es sich auszahlt, wenn man mal ein bisschen Geduld mit dem Trainer hat. Es war ja im Sommer eigentlich überraschend, dass Christian Ilzer bleiben durfte. Aber Schicker wusste: Das ist ein guter Mann, dem müssen wir ein bisschen Zeit geben und die Spieler holen, die er für sein System benötigt. Asllani, Lemperle, Wouter, Avdullah oder Coufal – eigentlich haben alle Neuzugänge eingeschlagen. Und jetzt sind sie halt mittendrin statt nur dabei und werden bis zum Ende oben mitspielen. Mittlerweile ist so eine Mentalität drin, dass sie auch in München was erreichen können.

ran: Welchen Anteil daran hat Kapitän Oliver Baumann?

Babbel: Er ist aus meiner Sicht ein herausragend guter Torwart, auch schon in der letzten Saison. Ich glaube, da wären sie ohne ihn abgestiegen. Die Achse mit ihm, Grischa Prömel und Andrej Kramaric ist sozusagen das Rückgrat der Mannschaft. Und Baumann ist einer der wenigen Gesichter, die Hoffenheim hat, und daher ein totales Aushängeschild des Vereins.

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Markus Babbel: Neuer-Rückkehr ins DFB-Team "totaler Humbug"

ran: Jetzt kommt es am Sonntag zum direkten Duell mit Manuel Neuer, bei dem einige nach Marc-Andre ter Stegens Verletzung auf ein Comeback in der Nationalmannschaft hoffen. Oder sollte Julian Nagelsmann nun endgültig auf Baumann setzen?

Babbel: Ich hoffe, dass jetzt auch der Letzte verstanden hat, dass Manuel Neuer nicht mehr zurückkommt, denn er hat aus vollem Bewusstsein die Entscheidung getroffen, seine Karriere in der Nationalelf zu beenden. Das muss man akzeptieren und alles andere wäre für mich auch totaler Humbug. Denn Baumann hat in allen Länderspielen eine Top-Performance gezeigt und war ein absoluter Rückhalt. Als Innenverteidiger hätte ich mir früher gewünscht, so einen Torwart hinten drin zu haben mit dieser Ausstrahlung, Souveränität und Verlässlichkeit. Selbst wenn er am Sonntag einen Fehler machen sollte, was ich nicht glaube, ist Baumann für mich die Nummer eins in Deutschland.

ran: Bei Bayern hat Neuer zuletzt mehr zu tun bekommen, als ihm lieb sein dürfte. Nach der Winterpause ist die Mannschaft noch kein Mal ohne Gegentor geblieben. Wie erklären Sie sich diese defensiven Probleme?

Babbel: Ich sehe das ein Stück weit als Normalität. Denn ich war schon sehr überrascht, dass sie nach der extrem kurzen Pause nach der Klub-WM in der Hinrunde so sensationell abgeliefert haben. Ich hatte schon ab und zu Zweifel, ob das überhaupt noch Menschen sind oder Maschinen. Und dann kommt halt der Klassiker, dass du nicht so schnell wieder hochfahren kannst, wenn du mal ein bisschen zur Ruhe gekommen bist. Zumal die Spielweise von Vincent Kompany brutal anstrengend ist. Da passieren im Moment zu viele Fehler, wobei ich sage: Besser jetzt als dann, wenn es um die ganz großen Entscheidungen geht. Da muss jeder einzelne Spieler auf seinem Peak sein und dann hat Bayern München die Riesenmöglichkeit, Großes zu erreichen.

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Markus Babbel über Upamecano-Poker: "Irgendwann ist mal Feierabend"

ran: Ein wesentlicher Faktor für die Stabilität in der Abwehr in der Hinrunde war Dayot Upamecano, dessen Vertrag nun nach langem Hin und Her und mit einer erheblichen Gehaltssteigerung verlängert werden soll. Trotzdem die richtige Entscheidung?

Babbel: Klares ja. Das ist ein Spieler, den die Bayern kennen und wo sie wissen, der bringt eine extrem hohe Qualität mit. Gerade für das Spiel von Kompany ist er aufgrund seiner Schnelligkeit extrem wichtig, weil er dadurch Fehler nochmal ausbügeln kann. Es hat deshalb Sinn gemacht, geduldig zu sein, aber es war auch richtig, jetzt hart zu bleiben und das sehr gute Angebot nicht mehr nachzubessern. Dass man ganz klar gesagt hat: Irgendwann ist mal Feierabend, take it or leave it. Und damit sind ja höchstwahrscheinlich auch alle zufrieden.

ran: Aktuell haben die Bayern allerdings gegen die Abstiegskandidaten Augsburg und Hamburg nur einen Punkt geholt …

Babbel: Augsburg war sehr gut vorbereitet und Bayern hat auch sehr müde gewirkt. Und der HSV hat super dagegengehalten. Das war mal wieder nach langer, langer Zeit eine Mannschaft, die mutig war und sehr clever agiert hat. Außerdem habe ich es noch nie verstanden, warum bei Kompany Kane als Mittelstürmer noch 20 Meter vor dem eigenen Tor verteidigen muss. Was denken Sie, wenn ich von Jürgen Klinsmann oder Giovane Elber damals verlangt hätte, über den ganzen Platz zu verteidigen? Die hätten gesagt, du kannst mich gernhaben. Und das ist ja auch simple Mathematik, denn der Weg zum gegnerischen Tor ist doch dann viel zu weit.

ran: Der Vorsprung der Münchner auf Borussia Dortmund ist auf sechs Punkte geschmolzen. Wird die Meisterschaft doch nochmal spannend?

Babbel: Matthias Sammer hat gesagt, es liegt allein an den Bayern, und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Wenn sie wieder in die Verfassung der Vorrunde kommen, dann sehe ich keine Chance für niemanden. Zumal ich mir auch nicht vorstellen kann, dass der BVB alle seine Spiele gewinnen wird. Die müssten schon einen brutalen Lauf bekommen, aber die Chancen darauf sehe ich vielleicht bei fünf Prozent.

Auch interessant: FC Bayern: Handgelder erreichen durch Upamecano wohl Mega-Summe

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