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Fehlentscheidungen? Ex-Schiri Gräfe: Die Bayern hatten noch Glück
- Veröffentlicht: 14.03.2026
- 23:24 Uhr
- ran.de
Die Bayern beklagten nach dem 1:1 gegen Bayer Leverkusen eine schwache Schiedsrichter-Leistung zu ihren Ungunsten. Doch der frühere Top-Referee Manuel Gräfe kommt zu einer anderen Einschätzung.
Die hitzige Bundesliga-Partie zwischen dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen sorgt weiter für Diskussionen. Jetzt stellt sich der frühere Top-Schiedsrichter Manuel Gräfe klar hinter den Unparteiischen Christian Dingert.
Im Interview mit der "Bild" bezeichnete Gräfe die Leitung der Partie als "Schwerstarbeit". Insgesamt habe Dingert die meisten strittigen Szenen richtig bewertet.
Den Bayern dürfte das gar nicht schmecken. Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte Dingert noch die schlechteste Leistung in der Bundesliga attestiert, die er je gesehen habe.
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Gräfe hingegen erklärt, die Rote Karte gegen Nicolas Jackson sei "glasklar" gewesen. Auch die beiden aberkannten Bayern-Treffer nach Handspiel - einmal von Jonathan Tah, einmal von Harry Kane - seien korrekt entschieden worden.
Diaz hätte früher vom Platz fliegen müssen
Diskussionswürdig blieb dagegen der Platzverweis für Luis Diaz. Der Offensivspieler der Bayern sah Gelb-Rot wegen einer vermeintlichen Schwalbe nach einem Zweikampf mit Leverkusens Torhüter Janis Blaswich. Dingert selbst räumte später ein, er würde diese Entscheidung so nicht noch einmal treffen.
Gräfe sieht den Fall jedoch differenzierter. Diaz hätte bereits früher vom Platz fliegen müssen, als er Aleix Garcia in der 74. Minute mit einem hohen Bein am Kopf getroffen hatte.
"Wenn man auf zwei Meter Höhe den Ball mit dem Fuß spielen will und dann den Gegner frontal mit den Stollen am Kopf trifft, dann ist das eigentlich eine rote Karte. Viel Glück für Diaz, dass er nicht hier schon runterflog", so Gräfe.
Deshalb sei auch die spätere Gelb-Rote Karte "nachvollziehbar". Gräfe geht zudem davon aus, dass Diaz versucht habe, den Schiedsrichter zu täuschen.
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Leverkusener Tor für Gräfe regulär
Nach Meinung des früheren Fifa-Referees hatten die Bayern am Ende sogar noch Glück. Das in der Nachspielzeit aberkannte 2:1 für Leverkusen durch Jonas Hofmann hätte aus seiner Sicht zählen können. Hofmann habe so hauchdünn im Abseits gestanden, dass dies nicht dem Geist der Regel entspreche.
"Das mag Abseits im technischen Sinne sein, aber dafür wurde die Abseitsregel nicht erfunden. Man soll sich keinen Vorteil verschaffen", sagte Gräfe. "Ist das ein Vorteil, wenn man überhaupt nicht erkennen kann: Ist das die Schulter, ist das der Oberarm?"