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VfL Wolfsburg: Pierre Littbarski zweifelt am Hecking-Effekt - "Es passt vorne und hinten nicht"

  • Aktualisiert: 09.03.2026
  • 16:22 Uhr
  • Oliver Jensen

Pierre Littbarski war 13 Jahre als Trainer, Scout und Klubrepräsentant beim VfL Wolfsburg tätig. Im Interview mit ran findet er klare Worte zur schwierigen Situation bei den "Wölfen".

Das Interview führte Oliver Jensen

Der VfL Wolfsburg steckt tief in der Krise! Seit acht Spielen sieglos, auf Tabellenplatz 17 abgerutscht - der Abstieg droht. Nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV wurde Trainer Daniel Bauer entlassen. Dieter Hecking übernimmt die Mannschaft - als mittlerweile dritter Cheftrainer der laufenden Saison.

Weltmeister Pierre Littbarski kennt den Klub besonders gut. Der 65-Jährige war zwischen 2010 und 2012 als Co-Trainer und Interimstrainer aktiv, ehe er später als Chefscout (2012 bis 2018) und Klubrepräsentant (2018 bis 2023) für die "Wölfe" tätig war.

Im Interview mit ran spricht Littbarski über die schwierige Situation des VfL.

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Pierre Littbarski kritisiert Wolfsburg-Strategie: "Spieler gekauft ohne jegliches System"

ran: Herr Littbarski, beim VfL Wolfsburg läuft es aktuell nicht gut. Viele hätten mit dieser Entwicklung vor einigen Monaten noch nicht gerechnet. Wie sehen Sie die Situation?

Pierre Littbarski: Ich habe schon vor vier Monaten in meinem Podcast (Littis Einwurf, Anm. d. Red.) gesagt, dass die nichts reißen können. Über zwei Jahre wurde es nicht geschafft, eine Mannschaft aufzubauen. Das stimmt hinten und vorne nicht, Einkäufe stimmen nicht, Positionen sind nicht aufeinander abgestimmt. Da hat man einfach Spieler gekauft ohne jegliches System. Und das musste jetzt der arme Daniel Bauer ausbaden. Und wie es so aussieht, kann das auch zum Abstieg führen.

ran: Sie sind also wenig optimistisch - gerade weil im Abstiegskampf eine geschlossene Mannschaft besonders wichtig wäre?

Littbarski: Ich bin nur Randbeobachter, aber selbst aus den Medien kann man ja ersehen, dass die Spieler sich nicht unbedingt sehr grün sind. Die wollen ja gar nicht miteinander. Das ist das Schlimmste. Dieter Hecking ist ja jetzt auch nicht unbedingt einer, der da jetzt mit dem Dampfhammer durchgeht. Also ich weiß nicht, ob das nochmal gut wird. Da muss er schon ganz schön die Hand auflegen.

ran: Ist Hecking möglicherweise nicht der richtige Trainer für diese Aufgabe?

Littbarski Er ist für mich kein Trainer mit einer harten Hand. Daher ist er wahrscheinlich eher nicht der Richtige.

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ran: Sie haben die Kaderzusammenstellung eben scharf kritisiert. Peter Christiansen, der von Sommer 2024 als Geschäftsführer Sport im Verein tätig war und nun freigestellt wurde, war dafür hauptverantwortlich. Sehen Sie in ihm den Schuldigen an der Wolfsburger-Krise?

Littbarski: Ich möchte mich mal so ausdrücken: Im November wurde ja bereits Sebastian Schindzielorz (Sportdirektor, Anm. d. Red.) freigestellt. Das ging sehr schnell. Aber oft sind das eben nicht die Leute, die dafür verantwortlich sind. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen (grinst).

ran: Gut, dann wäre das geklärt. Sie haben 2011 selbst Abstiegskampf mit Wolfsburg erlebt. Damals kam Felix Magath noch dazu und gemeinsam haben Sie es geschafft, die Situation zu drehen. Was kann ein neuer Trainer in so einer Situation bewirken?

Littbarski: Ich habe das mit Wolfsburg sogar zweimal erlebt. Aus meiner Erfahrung als Trainer kann ich sagen: Du musst dich jetzt für Spieler entscheiden, von denen du überzeugt bist, dass die das Ruder herumreißen können. Du wirst jetzt keine nette Trainingsatmosphäre haben, egal was du machst. Und wahrscheinlich muss man den einen oder anderen Spieler kaltstellen. Wenn du Pech hast, stellst du den falschen kalt, dann geht es nach hinten los. Deshalb sind Leute wie zum Beispiel Friedhelm Funkel, der zuletzt in Köln gute Arbeit geleistet hat, so beliebt - weil die ein Händchen dafür haben.

ran: Die Fans in Wolfsburg waren nach der Niederlage gegen den Hamburger SV extrem aufgebracht. Viele nehmen sie eher als ruhig und besonnen wahr. Hat Sie das überrascht?

Littbarski: Da möchte ich mal eine Sache klarstellen. Ich habe die Fans dort zehn Jahre erlebt. Und die sind absolut mit Herz dabei. Nur weil die als eine kleine Gallier-Stadt geführt werden, die gut finanziert wird, heißt das nicht, dass die kein Herzblut haben. Denen tut das richtig weh. Die reißen sich in dieser Region auch den Arsch auf, weil das auch viel schwieriger ist als in Dortmund oder in München. Denen blutet das Herz, weil der Verein ihr Ein und Alles ist - wie bei anderen Vereinen auch. Und deshalb kann ich die voll verstehen.

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Pierre Littbarski: Gladbach ist unscheinbar, Bremen eine Wundertüte

ran: Wolfsburg müsste neben dem abgeschlagenen 1. FC Heidenheim noch mindestens einen Verein hinter sich lassen, um zumindest die Relegation zu erreichen. Welche Vereine könnten Sie sich vorstellen?

Littbarski: Vielleicht St. Pauli. Ich hätte auch Mainz genannt, wenn die nicht mit Urs Fischer einen Trainer hätten, der sehr viel aus der Mannschaft herausholt. Köln ist auch ein Abstiegskandidat. Die Kölner sind spielerisch immer gut, aber du sagst nach jedem Spiel: gut gespielt, aber die stehen mit leeren Händen da. Mit leeren Händen kannst du keine Klasse halten. Bremen und Gladbach gehören ebenfalls in den Kreis. Gladbach ist so eine unscheinbare Mannschaft – ich kenne keine fünf Spieler von denen. Und Bremen ist eine Wundertüte. Die gewinnen mit 4:1 bei Union und niemand weiß so richtig warum.

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