DFB-Pokal
FC Bayern vs. RB Leipzig - Josip Stanisic: Vom FCB-Mitläufer zum Man of the Match
- Veröffentlicht: 12.02.2026
- 17:12 Uhr
- Martin Volkmar
Josip Stanisic steht beim Erfolg des FC Bayern im DFB-Pokal über RB Leipzig bei den zwei entscheidenden Szenen im Blickpunkt. Nach der Partie äußert sich der letzte Münchner Pokalsieger.
Vom FC Bayern berichtet Martin Volkmar
Gerade mal fünf Profis aus dem erfolgsverwöhnten Kader des FC Bayern waren beim letzten DFB-Pokalsieg vor sechs Jahren dabei:
Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry standen beim 4:2 über Bayer Leverkusen in der Startelf, Sven Ulreich saß auf der Bank.
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Josip Stanisic spielte in der damaligen Corona-Saison erstmals im Seniorenbereich bei den Bayern-Amateuren, mit denen der 20-Jährige am Ende Drittliga-Meister wurde.
Seitdem ist der gebürtige Münchner, der in der Spielzeit darauf unter Hansi Flick sein Bundesliga-Debüt beim FCB feierte, im Gegensatz zu seinen Teamkollegen fünf Mal hintereinander Deutscher Meister geworden.
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FC Bayern: Stanisic und Tah letzte DFB-Pokalsieger im Kader
Weil der Rechtsverteidiger vor der Saison 23/24 von Thomas Tuchel aussortiert wurde und sich nach Leverkusen ausleihen ließ, wo er gleich das Double gewann.
Stanisic ist also neben dem ehemaligen Bayer-Kapitän Jonathan Tah der letzte Bayern-Profi, der das Pokalfinale gewonnen hat.
Und nachdem er vor seinem Gastspiel im Rheinland eher Mitläufer beim FCB war und nach seiner Rückkehr wegen eines Außenbandrisses im Knie erstmal ein halbes Jahr ausfiel, hat er sich mittlerweile im Starensemble etabliert.
Ohne ihn hätte der Rekord-Pokalsieger möglicherweise am Mittwochabend zum fünften Mal in Serie nicht das Halbfinale erreicht.
Denn der kroatische Nationalspieler spielte beim hart erkämpften 2:0 (0:0) über RB Leipzig eine Hauptrolle und wurde hinterher als "Man of the Match" ausgezeichnet (ran-Note 2).
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Leipzig-Coach Werner über Stanisic-Foul: "Klarer Elfmeter"
Stanisic zeigte eine überzeugende Vorstellung auf der rechten Seite, vor allem aber stand er bei den beiden spielentscheidenden Szenen im Blickpunkt.
Zunächst nach 27 Minuten, als er den sonst weitgehend von ihm abgemeldeten Antonio Nusa an der Strafraumgrenze foulte, Schiedsrichter Siebert aber zum großen Ärger der Gäste weiterspielen ließ.
"Es ist ein absoluter Wahnsinn, dass man da nicht mal ein Foul erkennt", machte RB-Coach Ole Werner seinem Ärger hinterher deutlich Luft:
"Für mich ist es dann auch so, dass es ein Elfmeter ist. Der Kontakt war auf der Linie des Strafraums. Dafür braucht man keinen VAR – das Foul hat jeder im Stadion gesehen. Wenn man das Foul zu viert auf diesem Niveau nicht sieht, ist das einfach schlecht."
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Stanisic gibt zu: "Wenn er Elfer gibt, kann ich mich nicht beschweren"
Der "Übeltäter" wollte da gar nicht widersprechen. "Klar, ich hebe mein Bein. Aber ich kicke ihn jetzt auch nicht wirklich brutal hart. Er fällt dann natürlich, weil er clever ist. Aber ich glaube, wenn er den Elfer gibt, kann ich mich auch nicht beschweren", gab Stanisic.
"Ob es eine glasklare Fehlentscheidung ist, weiß ich nicht. Und ich finde, es ist auch immer entscheidend, wie hart man jemanden trifft. Da einen Elfmeter zu geben, ist dann schon manchmal sehr hart. Am Ende des Tages kann man es auch sagen, dass es ein bisschen glücklich ist, dass da kein Elfmeter gegeben wurde."
Nach Werners Theorie hätte man dem Bayern-Profi bei einem Elfmeterpfiff sogar Rot wegen Notbremse geben können, stattdessen kam er ungestraft davon und war daher nach der Pause maßgeblich an der Führung beteiligt.
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Kanes Elfmeter bringt Bayern auf die Siegesstraße
Unmittelbar nachdem Romulo, allerdings wohl im Abseits stehend, nur an die Latte geköpft hatte, schaltete Stanisic gedankenschnell um, erlief einen traumhaften Steilpass von Dayot Upamecano und konnte von RB-Keeper Maarten Vandevoordt nur noch mit einem Foul im Strafraum gestoppt werden (62.).
"Ich glaube, der Ball war perfekt. Ich habe ihn ein bisschen unterschätzt und dachte, er wird ein bisschen langsamer", berichtete der Außenverteidiger.
"Dann ist er irgendwie aufgetitscht und ich kam zum Glück noch ran und habe den Ball auch noch ein bisschen vorbeigespitzelt am Torhüter, sodass es halt ein klarer Elfmeter war."
Nach dem Pfiff des Unparteiischen jubelte der am Boden sitzende Stanisic, als habe er ein Tor erzielt – weil er wusste, dass sich Harry Kane die Chance vom Punkt nicht entgehen lassen würde. Wenig später traf Luis Diaz dann zum Endstand (67.).
Stanisic: "Erleichterung ist riesig"
"Die Führung war natürlich auch gut für uns als Dosenöffner, weil bis dahin das Spiel ja schon auch in beide Richtungen hätte kippen können", freute sich Stanisic, dass ein erneutes frühzeitiges Pokal-Aus mit entsprechender Unruhe im Verein vermieden wurde.
"Die Erleichterung ist riesig", gab er zu: "Ich glaube, der ganze Verein will jetzt endlich wieder in den Pokal holen. Jeder ist sich schon bewusst, dass das lange nicht der Fall war und dass wir jetzt endlich mal eine gute Ausgangslage haben für den Rest der Saison."