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Europameisterschaft in Deutschland

EM 2024: Torwartdebatte um Manuel Neuer - Ex-DFB-Schlussmänner sind sich uneinig

  • Aktualisiert: 13.06.2024
  • 12:48 Uhr
  • Daniel Kugler
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Manuel Neuer oder Marc-Andre ter Stegen? Die Torwartdebatte hält auch wenige Tage vor EM-Start weiter an. Mehrere ehemalige DFB-Schlussmänner haben sich zu dem Reizthema geäußert, sind sich aber uneinig.

von Daniel Kugler

Wenige Tage vor dem Start der EM 2024 ist die Torwartdebatte weiterhin eines der bestimmenden Themen um den DFB.

Obwohl Bundestrainer Julian Nagelsmann sich bereits im März auf Manuel Neuer als Nummer eins festgelegt hatte, nahm die Diskussion zuletzt nach mehreren schwerwiegenden Patzern des Routiniers für den FC Bayern als auch für die Nationalmannschaft an Fahrt auf.

Nagelsmann steht jedoch konsequent zu seiner Entscheidung. "Es ist mir völlig wurscht, was in den Medien diskutiert wird. Das wurde auch schon vorher diskutiert und unzählige Male diskutiert“, sagte der Bundestrainer nach dem 2:1-Testspielsieg gegen Griechenland in Mönchengladbach, bei dem der 38-Jährige sich vor dem 0:1 einen folgenschweren Fehler leistete. "Er hat mein Vertrauen. Er hat drei Weltklasse-Paraden gehabt, die zweifelsfrei nicht jeder hält. Es ist jetzt auch keine Anhäufung von Fehlern."

Auch wenn Neuer weiterhin das Vertrauen genießt, wird bei Fans wie Experten die Forderung nach Marc-Andre ter Stegen als Nummer eins immer lauter. Dabei meldeten sich auch zahlreiche ehemalige DFB-Schlussmänner zu Wort.

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Das Wichtigste in Kürze

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Oliver Kahn zählt Manuel Neuer an

Der langjährige DFB-Schlussmann Oliver Kahn fand deutlich Worte und legte den Finger in die Wunde.

"Für ter Stegen ist die aktuelle Situation natürlich unbefriedigend. Mit 32 läuft ihm langsam die Zeit davon, ein großes Turnier zu spielen", erklärte Kahn gegenüber der "BILD" und fuhr fort: "Seine Ansprüche sind nicht unberechtigt. Er bringt konstante Leistungen, und weder waren die letzten Turniere der Nationalmannschaft erfolgreich, noch wirkt Manuel aktuell stabil."

Dennoch traut der ehemalige Vorstandsvorsitzende des FC Bayern Neuer eine starke EM zu. "Manuel kann mit seiner riesigen Erfahrung und seinem Status ein wichtiger Faktor für die Mannschaft sein", wird Kahn zitiert.

Ex-Weltmeister Sepp Maier sieht ter Stegen hingegen nicht vorne. Für "die Katze von Anzing" komme die Torwart-Diskussion "zur absoluten Unzeit", wie der 80-Jährige dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND) mitteilte.

"Man darf seine Klasse nicht plötzlich infrage stellen. Man kann doch einen Torhüter wie Manuel, der beinahe zwei Jahrzehnte Weltklasse gehalten hat, jetzt nicht verteufeln", stellte sich Maier vor Neuer.

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Uli Stein kritisiert Nagelsmann scharf

Der frühere Nationaltorhüter Uli Stein ging noch einen Schritt weiter und kritisierte den Bundestrainer dafür, dass es überhaupt zu dieser Diskussion kommen musste.

"Nimmst du einen Manuel Neuer mit, musst du ihn auch spielen lassen. Er rechtfertigt es aber sportlich nicht mehr. Man hätte ihn schweren Herzens, jedoch mit Vernunft zu Hause lassen müssen - nach dieser wackeligen Vorbereitung", schrieb Stein im "kicker".

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Die Anhäufung von Neuers Patzern stimme ihn "nachdenklich", er sei "nicht mehr der, der er war". "Bei dieser EM wird es kaum einen gegnerischen Stürmer geben, der Angst hat, alleine aufs deutsche Tor zuzulaufen", so der langjährige HSV-Keeper.

Die Leistungsschwankungen kommen für Stein nicht überraschend: "Ein Torhüter jenseits der 30 braucht eben auch das Glück, von Verletzungen verschont zu bleiben. Dieses Glück hatte Manuel nicht. Der normale Trainings- und Spielrhythmus, der das Vertrauen und die Sicherheit in den eigenen Abläufen im Tor erhält, fehlte ihm lange Zeit. Das sieht man nun an seinem Auftreten."

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Köpke stütz Nagelsmann-Entscheidung für Neuer

Nagelsmann erfährt für seine Haltung jedoch nicht nur Kritik. Andreas Köpke hält die Einschätzung des Bundestrainers für richtig.

"Er hat sich ja dafür entschieden und dann muss man dazu stehen. Ein Torwart braucht trotzdem auch seine Sicherheit", betonte der langjährige Torwarttrainer des DFB bei einem Treffen der Europameister von 1996 im Europa-Park in Rust am Montag gegenüber der "dpa".

Nach Neuers Patzer gegen Griechenland sich zu seinem Schlussmann zu bekennen, wäre unausweichlich gewesen: "Wenn es bei der EM nicht laufen sollte, wird es sowieso weiter Diskussionen geben. Aber ich bin überzeugt, dass Manu das gut einschätzen kann. Auch ihn zu verteidigen und jetzt zu sagen, dass es keine Diskussion gibt, ist der richtige Weg", führte Köpke weiter aus.

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