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Motorsport

Formel 1: Monaco ist nicht mehr zeitgemäß und gehört abgeschafft - ein Kommentar

  • Aktualisiert: 27.05.2024
  • 19:38 Uhr
  • Oliver Jensen
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Kaum Überholmanöver, keine Spannung - das Formel-1-Rennen von Monaco hat Fahrer und Zuschauer gleichermaßen gelangweilt. Daher gehört das Rennen in dieser Form abgeschafft, findet unser Autor.

Von Oliver Jensen

Eigentlich hätte man sich das Rennen in Monaco sparen und direkt nach dem Qualifying am Samstag abreisen können. Die Top 10 der Startaufstellung beendeten das Rennen nämlich exakt in der gleichen Reihenfolge. So etwas hatte es noch nie zuvor in der Geschichte der Formel 1 gegeben. 

Das erste richtige Überholmanöver ergab sich in Runde 53, als der auf Position 14 liegende Valtteri Bottas an Logan Sargeant vorbeizog.   

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Sogar die Fahrer waren gelangweilt

Selbst die Fahrer waren von dem Rennen genervt. "Das ist langweilig" sagte Max Verstappen per Boxenfunk. Als ihn später eine Reporterin darauf ansprach, antwortete er mit einer Gegenfrage: "Wie war es denn für Dich?"

Auch Williams-Pilot Alex Albon, der nicht gerade als öffentlicher Nörgler bekannt ist, gab zu: "Es hat nicht sehr viel Spaß gemacht."

McLaren-Pilot Oscar Piastri stellte noch einmal klar: "Es ist einfach unmöglich, hier in den Straßen von Monaco zu überholen." Und für Mercedes-Teamchef Toto Wolff war das langweilige Rennen einfach "typisch Monaco".

Das Wichtigste in Kürze

Selbst die Boxenstopps fielen diesmal durch die Rote Flagge kurz nach dem Start infolge des Unfalls von Sergio Perez und Kevin Magnussen als Spannungsfaktor weg, weil die meisten Teams direkt danach einen langen Stint auf härteren Reifen bevorzugten. 

Die entscheidende Frage lautet: Soll es dieses Rennen wirklich weiterhin geben? Oder gehört es abgeschafft oder zumindest komplett verändert?

Natürlich ist das Stadtrennen von Monaco ein Traditions-Rennen. Seit dem Jahre 1950 gehört es fast durchgängig zum Rennkalender der Formel 1. Und ja: Es sieht noch immer schön aus, wenn die Rennboliden an den Yachten auf dem Wasser vorbeirasen. Doch die Zeiten haben sich geändert. 

Monaco hatte früher ein Alleinstellungsmerkmal, weil dies meist der einzige echte Stadtkurs war. Heute ist das nicht mehr der Fall. Der Rennkalender bietet eine Fülle an Stadtkursen. Und nicht zuletzt das Rennen von Las Vegas im vergangenen Jahr hat gezeigt, wie spektakulär ein Stadtrennen sein kann. 

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Pure Langeweile: Die ersten Zehn der Startaufstellung liefen in unveränderter Reihenfolge ins Ziel ein 
Pure Langeweile: Die ersten Zehn der Startaufstellung liefen in unveränderter Reihenfolge ins Ziel ein © kolbert-press

F1-Boliden sind mit Monaco nicht kompatibel

In Monaco ist das nicht der Fall. Daran wird sich auch künftig nichts ändern. Um es auf einen Satz herunterzubrechen: Die Formel-1-Autos und die Rennstrecke sind einfach nicht kompatibel miteinander.

Vor 20 Jahren waren die F1-Autos etwa 4,5 Meter lang und 1,8 Meter breit. Bereits damals war das Überholen schwierig, aber mit viel Glück und vor allem Mut zumindest noch möglich. Jetzt sind die Fahrzeuge zwei Meter breit und vielfach über 5,5 Meter lang. Es passt einfach nicht. 

Für andere Rennserien kann diese Strecke noch immer spannend sein. Bestes Beispiel: In der Formel E gab es 2023 ganze 116 Überholmanöver auf der gleichen Strecke. Grundsätzlich gilt: Motorsport ist nur spannend, wenn überholt wird. 

Auch das DTM-Rennwochenende am Lausitzring zeigte an diesem Wochenende noch einmal, wie spannend und spektakulär Motorsport sein kann. 

Es ist bereits vertraglich festgelegt, dass auch 2025 in Monaco gefahren wird. Spätestens danach muss die Formel 1 allerdings überlegen, ob dieser Kurs nicht lieber abgeschafft oder zumindest komplett verändert wird, wodurch das Überholen wieder möglich wird.

Gerade die neuen Fans der Formel 1, die durch die reißerische "Netflix"-Doku Interesse an diesem Sport bekamen, dürften dieses Rennen sonst irgendwann boykottieren.

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