American Football
NFL Combine 2026: Talent blamiert sich mit Ansage - Gewinner und Verlierer der Leistungstests vor dem Draft
- Aktualisiert: 02.03.2026
- 22:56 Uhr
- Oliver Jensen
Einige Talente haben den NFL Combine genutzt, um das Interesse der NFL-Teams auf sich zu lenken. Für andere gingen die Leistungstest voll nach hinten los.
von Oliver Jensen
Der Wert des NFL Combine ist strittig.
Manche halten die Leistungstests für sehr wichtig, andere für völlig überbewertet. Und doch ist Jahr für Jahr beim NFL Draft festzustellen, dass sich einige Entscheidungsträger von den Leistungen bei der Combine beeinflussen lassen.
Von Donnerstag bis Sonntag fand der diesjährige Combine im Lucas Oil Stadium von Indianapolis statt. Einige Talente haben sich für einen frühen Pick empfohlen, andere legten eine enttäuschende Performance hin.
Gewinner: Sonny Styles
Sonny Styles hat sich als Top-10-Pick empfohlen. Der Ohio-State-Linebacker lief den 40-Yard-Dash in 4,46 Sekunden - kein Linebacker war in diesem Jahr schneller.
Noch beeindruckender waren die Sprungwerte: 43,5 Inches (110,5 cm) im Vertical Jump und 11 Fuß 2 Inches (3,40 m) im Broad Jump. Beim Sohn von Super-Bowl-Gewinner Lorenzo Styles Sr. werden gern Parallelen zu Fred Warner gezogen - es gibt schlechtere Vergleiche.
Gewinner: Taylen Green
Taylen Green wurde eigentlich als später Pick betrachtet. Doch seine Leistungen beim Combine waren historisch. Beim Vertical Jump erreichte der Quarterback von den Arkansas Razorbacks 43,5 Inches (rund 1,10 Meter), beim Weitsprung aus dem Stand landete er nach elf Fuß und zwei Inches (etwa 3,40 Meter). Bislang hielt Anthony Richardson die jeweiligen Bestwerte unter Quarterbacks.
Auch Greens Schnelligkeit war beeindruckend. Die 40 Yards lief er in 4,36 Sekunden. Er war nur 0,03 Sekunden langsamer als Michael Vick, der 2001 die Bestzeit für Quarterbacks aufstellte. Green dürfte interessant für alle Teams sein, die einen jungen und athletischen Quarterback suchen.
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Gewinner: Brenen Thompson
Brenen Thompson stellte mit 1.054 Yards in Mississippi einen Schulrekord auf. Und doch gab es Zweifel an seiner NFL-Tauglichkeit, da der Receiver mit einer Größe von 1,75 Metern und einem Gewicht von 74 Kilogramm eher ein Leichtgewicht ist. Umso wichtiger ist es, zumindest schnell zu sein.
Und das ist Thompson: Beim 40-Yard-Sprint legte er mit 4,26 Sekunden die schnellste Zeit des Combine hin. Damit wurde der Allzeit-Rekord nur knapp verpasst: 2024 absolvierte Wide Receiver Xavier Worthy, der daraufhin von den Kansas City Chiefs gepickt wurde, den Sprint in 4,21 Sekunden.
Gewinner: Kenyon Sadiq
Kenyon Sadiq galt ohnehin als der beste Tight End für den NFL Draft. Der 20-Jährige von Oregon hatte 2025 seine beste Saison am College, verbuchte 51 Catches für 560 Yards und acht Touchdowns.
Bem Combine spielte er sich noch mehr in den Vordergrund. Er lief mit 4,39 Sekunden die schnellsten 40 Yards aller Tight Ends seit mindestens 2003 - eine beeindruckende Leistung für jemanden mit Sadiqs Statur (1,91 Meter, 100 Koilogramm). Auch in den sonstigen Leistungstests lieferte er ab. Er gilt nun als wahrscheinlicher Top-10-Pick.
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Verlierer: Malachi Fields
Malachi Fields verbrachte die vergangene Saison bei Notre Dame, fing Pässe für 630 Yards und fünf Touchdowns.
Der Combine ließ allerdings befürchten, dass ihm die Schnelligkeit für die NFL fehlt. Der Wide Receiver lief die 40 Yards in 4,61 Sekunden. Dies ist kein guter Wert für einen Passempfänger, der vor allem tiefe Routen läuft. Zudem ließ er bei den Routen einige Bälle fallen.
Verlierer: LT Overton
Vor einigen Jahren wurde noch angenommen, LT Overton würde als Superstar die College-Zeit durchlaufen und danach von den NFL-Teams heiß umworben werden. Er wurde einst als Fünf-Sterne-Rekrut eingestuft. Tatsächlich aber bekam der Defensive End bei Texas A&M und Alabama nur sieben Sacks in vier Jahren zustande.
Seine Leistungen beim Combine haben die Zweifel vergrößert. Die 40 Yards legte er in langsamen 4,87 Sekunden zurück. Auch bei den sonstigen Tests gab es wenig Positives zu vermelden.
Verlierer: Diego Pavia
Diego Pavia stellte gleich beim Interview mit "ESPN" klar: "Mir ist egal, was andere von mir denken." Möglicherweise erklärte das seine merkwürdige Taktik beim Combine. Obwohl der Quarterback der Vanderbilt Commodores als laufstark gilt (862 Rushing Yards und zehn erlaufene Touchdowns 2025) ließ er den 40 Yard Dash aus. Mit 1,78 Meter und 93 Kilogramm ist er ohnehin nicht der Prototyp eines Spielmachers.
Dass sich Pavia gerne Ratschläge des früheren Draft-Flops Johnny Manziel einholt, dürfte bei vielen NFL-Teams ebenfalls für Stirnrunzeln sorgen.
Verlierer: R Mason Thomas
Das ging gewaltig nach hinten los. Defensive End R Mason Thomas wurde beim Combine danach gefragt, wie er die fehlende Masse - 1,88 Meter und 109 Kilogramm - auf seiner Position kompensieren könne. Seine Antwort: "Masse mal Beschleunigung ergibt Kraft." Soll bedeuten: Er würde die fehlende Power mit Schnelligkeit kompensieren.
Problem nur: Er war überhaupt nicht schnell. Seine 4,67 Sekunden über 40 Yards und der 10-Yard-Split von 1,63 Sekunden dürften die Zweifel an seiner Person eher noch befeuert haben.