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NFL - Denver Broncos vs. New England Patriots im Schnee-Chaos: Wir wollen keine geschlossenen Stadien!
- Veröffentlicht: 28.01.2026
- 10:13 Uhr
- Mattis Oberbach/ran.de
Nach dem Schnee-Chaos im AFC Championship Game der NFL gab es viele Diskussionen, auch um geschlossene Arenen. Doch das ist genau der falsche Weg, meint ran-Autor Mattis Oberbach.
Von Mattis Oberbach
Fünf Minuten vor Ende des dritten Viertels im AFC Championship Game der NFL zwischen den Denver Broncos und New England Patriots stand es 7:10 aus Sicht der Gastgeber.
Etwa 20 Spielminuten und 20 Millionen Schneeflocken später stand es immer noch 7:10 - Denver fährt in den Urlaub, die Patriots stehen im Super Bowl.
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Obwohl beide Teams auf Offensive weitestgehend verzichteten - und hinten raus verzichten mussten -, wird uns dieses Spiel in Erinnerung bleiben. Dafür haben die arktischen Bedingungen gesorgt.
Und das ist gut so!
NFL: Wir brauchen Abwechslung!
Ein kurzer Ausflug in die Gesellschafts- und Corporate-Kritik.
Ob Apple oder Android, jedes Handy macht heute die exakt gleichen Sachen. Jedes Auto hat die exakt gleichen Funktionen. Wer die erste Hälfte eines Hollywood-Films schaut und die zweite Hälfte eines anderen, würde die Handlung trotzdem einigermaßen verstehen.
Weil heutzutage all unsere Erlebnisse aneinander angeglichen werden - was funktioniert, wird in Grund und Boden produziert. Bis alles eine graue Matschepampe ist, die niemanden wirklich begeistert, aber eben auch niemandem sauer aufstößt.
Wieso geben wir uns mit sowas etwas zufrieden? Wieso begrüßen wir nicht Kunst und Unterhaltung, die uns mit ihren Alleinstellungsmerkmalen aus dem Trott des weichgespülten Alltags reißt und begeistert?
Sorry, zurück zum Football und zum eigentlichen Punkt: Wenn jedes Stadion vollständig überdacht wird, sieht jedes Spiel gleich aus. Denn künstliche Beleuchtung und der immer gleiche Kunstrasen, der halt ohne Sonnenlicht überleben muss, nehmen jede Möglichkeit für Individualität.
Spiele zwischen den Atlanta Falcons und New Orleans Saints mögen hin und wieder (und vor langer Zeit) mal interessant (gewesen) sein. Aber man möchte beinahe sein Geld zurückverlangen, wenn man diesem Anblick dreieinhalb wertvolle Stunden seines Lebens geschenkt hat.
Individualität ist Kern der menschlichen Existenz!
Wieso wollen die reichen Sesselpupser in NFL-Chefetagen jegliche stilistische Differenz hinter ach-so-tollen riesigen Videoleinwänden verstecken, wenn es authentisches Charisma und klimatisches Chaos sind, die nach dem Spiel für Gesprächsstoff beim Publikum sorgen?
In ätzenden Raumtemperatur-Domes ohne Wetter gibt es keine: Oben-ohne-Jason-Kelces, auf die Schiris geworfene Schneebälle, Kicks, die vom Wind in die nächste Postleitzahl gepustet werden.
All diese und unendlich mehr Dinge werden jedoch von allen gefeiert, wenn der Algorithmus so gnädig ist und Videos davon in den Feed spült. Wollen wir darauf wirklich verzichten?
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Denver und New England hätten - mit einem Backup und einer plötzlich unfähigen Offensive - auch ohne Wetter keine Punkte mehr gemacht.
Aber ein 7:10 haut fast niemanden vom Hocker. So jedoch, mit Schnee und Wind und Kälte im Stadion auf der einen Seite und der großen Freude über die Heizung im eigenen Wohnzimmer auf der anderen, wurde diese teils dröge Veranstaltung etwas Denkwürdiges.
Mehr davon, bitte!