op droht
NFL - Joe Burrow fällt Monate aus: Die Cincinnati Bengals haben sich komplett verzockt - Kommentar
- Aktualisiert: 24.09.2025
- 10:08 Uhr
- Raman Rooprail
Die Cincinnati Bengals müssen in den kommenden drei Monaten aller Voraussicht nach auf ihren Superstar-Quarterback Joe Burrow verzichten. Doch soweit hätte es nicht kommen müssen, wenn die Bengals aus ihren Fehlern in der Vergangenheit gelernt hätten - ein Kommentar.
Von Raman Rooprail
"With the fifth Pick in the 2021 NFL Draft the Cincinnati Bengals select ... Ja'Marr Chase, Wide Receiver, LSU."
Ein großes Raunen ging durch das FirstEnergy Stadium in Cleveland, als die Cincinnati Bengals mit dem fünften Pick 2021 Ja'Marr Chase nach Cincy holten.
Auf den ersten Blick kein verwunderlicher Pick: Chase spielte im College mit Joe Burrow zusammen, die zwei gewannen mit LSU die National Championship und bildeten ein kongeniales Duo. Der Receiver kam 2019 auf 1.780 Yards und 20 Touchdowns in 14 Spielen, ehe er die folgende Saison, in der Burrow als Nummer-1-Pick in der NFL spielte, wegen der Corona-Pandemie aussetzte.
So weit, so offensichtlich die Entscheidung der Bengals. Doch das ist natürlich nicht die gesamte Geschichte. Zur Wahrheit gehört nämlich auch, dass Burrow sich in seiner Rookie-Saison nach zehn Spielen eine katastrophale Knieverletzung zuzog und so den Rest der Saison verpasste.
Joe Burrow und die Cincinnati Bengals: Ein Meme spricht Bände
Bereits damals hatten die Bengals eine schwache Offensive Line, Burrow war ständig unter Beschuss und wurde in zehn Spielen ganze 32 Mal gesackt. Auch bei seiner Verletzung konnte ihn seine O-Line nicht beschützen.
Die Reaktion bei Experten und Fans war daraufhin eindeutig: Im Draft muss mit dem fünften Pick ein Offensive Tackle her, um Burrow gerade auf der Blind Side ordentlich zu schützen - und rund ein halbes Jahr später wäre an Position fünf mit Penei Sewell der beste Tackle noch zu haben gewesen. Die Bengals gingen bekanntlich einen anderen Weg - und erfanden ein Meme, das natürlich etwas überspitzt ist, aber eben einen Nerv trifft.
Externer Inhalt
Externer Inhalt
NFL: Burrow bei den Bengals ständig unter Beschuss
Auch wenn Chase sich als einer der absoluten Top-Receiver als super Pick entpuppt hat und die Bengals 2022 sogar kurz vor dem Gewinn des Super Bowls standen, blieben die Probleme in der Offensive Line. Seit seinem Draft 2020 steckte Joe Burrow 201 Sacks ein, nur Russell Wilson (218) wurde häufiger von seiner O-Line im Stich gelassen.
Seitdem hatte er in allen Saisons mit Verletzungen zu kämpfen, 2023 war wie in seiner Rookie-Saison nach zehn Spielen vorzeitig Schluss - und das könnte dieses Jahr bereits nach nur eineinhalb Spielen wieder der Fall sein.
Aktuell steht nun eine Ausfallzeit von drei Monaten im Raum. Am Montag bestätigte Bengals-Head-Coach Zac Taylor, dass Burrow operiert werden muss.
Sollte Cincinnati in Woche 14, also nach den prognostizierten drei Monaten, aus dem Playoff-Rennen eliminiert sein, dürfte Burrow wohl auf den Abschluss der Regular Season verzichten.
In einem nicht unrealistischen Fall ist die Saison in der starken AFC für die Bengals trotz perfekter Bilanz gelaufen.
NFL: Ja'Marr Chase stichelt gegen Joe Burrow wegen Madden 26
Bengals: Teure Wide-Receiver-Verträge statt Burrow-Beschützer
Es ist unmöglich zu erklären, dass eine Verletzung hätte verhindert werden können. Selbstverständlich spielt dabei Pech und der Zufall eine große Rolle. Burrow gilt eben auch als verletzungsanfällig. Aber gerade deswegen hätten die Bengals ihre Ressourcen besser einsetzen müssen.
Jahr für Jahr steckt Burrow reihenweise Hits ein und liefert trotzdem konstant auf Top-Niveau ab. Der Star-Quarterback ist viel zu wertvoll, um ihm den besten Pass Rushern der Welt zum Fraß vorzuwerfen. Nichtsdestotrotz haben die Bengals auch in dieser Offseason lieber die Verträge von Ja'Marr Chase und Tee Higgins verlängert und in den frühen Runden des Drafts die Defense verstärkt.
Diese Entscheidungen sind vielleicht nachvollziehbar und im Vakuum sicher auch nicht falsch, doch zeigt die Ignoranz des Teams eben auch, dass eine Verletzung des Star-Quarterbacks billigend in Kauf genommen wurde - und das, nachdem Burrow 2024 mit 48 Sacks auf Platz fünf im Ligavergleich lag, wenn es um kassierte Sacks geht.
Was bleibt, ist das berühmte 'was wäre wenn?'
NFL Playoffs 2026 - Quarterback Ranking vor den Championship Games: MVP-Kampf an der Spitze
NFL: Bengals' gefährliches Spiel mit dem Feuer
Wie wäre Burrows Karriere gelaufen, hätte man ihm zumindest nach Chase' Verpflichtung eine adäquate O-Line zusammengestellt? Wäre man beim Salary Cap etwas kreativer gewesen und hätte in der Free Agency oder via Trade versucht, nachzulegen, um das Titelfenster bestmöglich zu nutzen?
Cincinnati hat dieses offensichtliche Problem über Jahre ignoriert und trotz dutzender Warnschüsse nichts daran gesetzt, die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung ihres wichtigsten Spielers zumindest zu minimieren.
Das war nicht zum ersten Mal ein Spiel mit dem Feuer - und die Bengals haben sich daran mal wieder verbrannt.