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Tampa Bay Buccaneers: Deutsches Trainer-Talent Peter Daletzki berichtet vom Camp: "Mit Baker Mayfield beim Frühstück gesessen"  

  • Veröffentlicht: 17.05.2024
  • 14:39 Uhr
  • Oliver Jensen
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Der deutsche Football-Trainer Peter Daletzki von den Düsseldorf Panther durfte NFL-Luft schnuppern und nahm am Minicamp der Tampa Bay Buccaneers teil. Im Interview mit ran berichtet er von seinen Erfahrungen.

Das Interview führte Oliver Jensen

Peter Daletzki, der die U20 der Düsseldorfer Panther trainiert, war einer von 25 Finalisten der Tampa Bay Buccaneers National Coaching Academy. Es gab insgesamt rund 1500 Bewerber. Daletzki war neben einem Dänen und einer Brasilianerin einer von nur drei Nicht-US-Amerikanern unter den Auserwählten. 

Die Trainer-Hoffnungen durften vom 6. bis zum 12. Mai an dem Rookie-Minicamp der Buccaneers teilnehmen. Direkt nach seiner Rückkehr sprach Daletzki mit ran von dem besonderen Erlebnis. 

ran: Herr Daletzki, wie würden Sie die Woche bei den Buccaneers beschreiben?

Peter Daletzki: Wow! Einfach nur wow! Das war extrem augenöffnend, wahnsinnig bereichernd und auch tatsächlich ein Stück weit lebensverändernd. Die Einblicke, die man dort bekommen hat, waren vollumfänglich. Man hat diesen heiligen Gral, also den Schlüssel zur Anlage, gleich am Anfang bekommen. Wir hatten eine Keycard mit einem Bild von uns und konnten damit wirklich jede Tür öffnen.

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Das Wichtigste in Kürze

ran: Können Sie uns einmal erzählen, wie die Woche abgelaufen ist?

Daletzki: Ich bin am Montag angereist, da haben wir uns erst einmal alle kennengelernt. Zur Begrüßung gab es ein Barbecue für uns. Die Inhaber von den Buccaneers waren da, der gesamte Staff, das Front Office - alle. Wir hatten dann unsere Positionstrainer kennengelernt, die für uns zuständig waren. Ich bin für die Offensive Line mit zuständig gewesen.

ran: Wie viele Einblicke konnten Sie dabei gewinnen?

Daletzki: Sehr viele. Ich war bei den Offensive-Line-Coaches im Büro, sie haben uns die Spielsysteme erklärt und uns in das  Offense-Playbook schauen lassen. Das Ziel war, dass wir zum Ende des Camps hin aktiv mitcoachen können. Am Dienstag ging es dann richtig los.

Peter Daletzki im Outfit der Tampa Bay Buccaneers (Credit: Tampa Bay Buccaneers)
Peter Daletzki im Outfit der Tampa Bay Buccaneers (Credit: Tampa Bay Buccaneers)© Tampa Bay Buccaneers

ran: Wie genau?

Daletzki: Es begann morgens um 6 Uhr. Wir wurden immer mit einem Bus vom Hotel zur Anlage gebracht. Dann wurde gemeinsam im Speisesaal gefrühstückt. Das war natürlich mega-geil, weil du dann plötzlich am Tisch mit Baker Mayfield und mit anderen Leuten da sitzen darfst, dich dann auch mit denen unterhältst und die persönlich kennenlernst. Alleine das ist schon verrückt.

ran: Wie wurden Sie als Trainer-Aspirant unterrichtet?

Daletzki: Es gab von Dienstag bis Donnerstag ca. sechs Vorträge pro Tag. Dann saß zum Beispiel auch ein Hall-of-Fame-Coach der Buccaneers wie Tony Dungy oder auch Bruce Arians auf der Bühne und man durfte Fragen stellen. Sie haben aus ihrer Karriere erzählt, ihren Anfängen, die Stolpersteine und all sowas. Dann gab es Gespräche mit den Sportwissenschaftlern. Was tun die, um hinter den Kulissen ihren Spielern eine bessere Performance zu ermöglichen? Es gab auch Vorträge zum Thema Spielplanung. Wie reist man mit so einem Team mit Sack und Pack durch die USA? Wie bereiten die sich auf die Spiele vor? Was machen die Videoanalysten im Detail? Dann wurden die Spielsysteme erklärt. Verschiedene Trainer haben über die Philosophien gesprochen. Es gab wirklich Einblicke von A bis Z, was es braucht, um ein NFL-Coach zu sein. Und ein Media-Training fand auch noch statt.  

ran: Das klingt so, als hätten Sie sehr viel aus der Woche mitgenommen...

Daletzki: Es war einfach der Wahnsinn. Die Menge an Informationen hat einen erschlagen. Ich habe 60 Seiten mit Notizen geschrieben, was ich jetzt erstmal alles in die richtige Form bringen muss, um das dann auch in Deutschland anzuwenden. Es war beeindruckend, wie viel Mühe sich die Buccaneers mit diesem Programm gegeben haben.

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Peter Daletzki mit dem deutschen Profi Lorenz Metz (Nr. 71) (Credit: Tampa Bay Buccaneers)
Peter Daletzki mit dem deutschen Profi Lorenz Metz (Nr. 71) (Credit: Tampa Bay Buccaneers)© Tampa Bay Buccaneers

ran: Wie sehr waren Sie in das Training der Offensive Line dann wirklich eingebunden?

Daletzki: Wir mussten die Spielzüge, die für dieses Wochenende gespielt worden sind, genauso voll erlernen wie auch die neuen Spieler. Es war unsere Aufgabe, denen das genauso beibringen zu können wie deren Trainer. Wenn wir einen Punkt hatten, wo wir uns einbringen konnten, zum Beispiel bei technischen Aspekten, sollten wir das machen. Und das habe ich auch getan.

ran: Hatten Sie das Gefühl, dass das von den Spielern angenommen wurde, was Sie ihnen mitgegeben haben?

Daletzki: Auf jeden Fall. Ein wahnsinniger Unterschied dort war, wie fokussiert und wie diszipliniert einfach alle sind. Die Spieler wissen, dass 100 Augen auf sie gerichtet sind. Und die sind für jeden Tipp dankbar. Da spielt es keine Rolle, wer du bist oder woher du kommst, sondern dass du dem Spieler in dem Moment helfen kannst, besser zu werden. 

ran: Wer von den O-Line-Spielern hat Sie besonders beeindruckt?

Daletzki: Mich hat als Draft-Pick der Elijah Klein (Sechstrunden-Pick des NFL Draft 2024, Anm.d.Red.) echt beeindruckt. Der sah echt richtig solide aus, hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Und natürlich auch der neue Center Graham Barton...

Peter Daletzki gewann in Tampa Bay viele Einblicke (Credit: Tampa Bay Buccaneers)
Peter Daletzki gewann in Tampa Bay viele Einblicke (Credit: Tampa Bay Buccaneers)© Tampa Bay Buccaneers

ran: Der von Tampa Bay beim Draft 2024 in der 1. Runde an Position 24 gepickt wurde...

Daletzki: Genau. Der wird richtig gute Chancen haben, direkt im ersten Jahr eine gute Rolle zu spielen. Das ist ein unwahrscheinlich disziplinierter, wahnsinnig versierter Spieler, der ein Mega-Spielverständnis hat. Er ist auch sofort dazu in der Lage gewesen, im Training die gegnerische Defense zu analysieren und Führung in der O-Line zu übernehmen. Das hat mir gut gefallen.

ran: Sie haben bereits erzählt, dass Sie mit Mayfield am Frühstückstisch saßen. Was für einen Eindruck hatten Sie von ihm?

Daletzki: Man ist natürlich total beeindruckt, wenn man mit solchen Stars am Tisch sitzt. Aber das waren die lockersten Tischgespräche überhaupt. Man merkt den Jungs generell nicht an, dass das irgendwie die großen Stars sind. Das ist dort halt auch ein geschlossenes Umfeld. Dementsprechend ist das Vertrauenslevel einfach hoch und es entstehen tolle Gespräche. 

ran: Mit dem Offensive Guard Lorenz Metz befindet sich ja auch ein Deutscher bei den Buccaneers...

Daletzki: Ja, das war sehr nett. Wir waren am letzten Tag auch noch einmal zusammen am Strand.

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Es gab viele Podiumsgespräche, bei denen die Trainer-Aspiranten unterrichtet wurden (Credit: Tampa Bay Buccaneers)
Es gab viele Podiumsgespräche, bei denen die Trainer-Aspiranten unterrichtet wurden (Credit: Tampa Bay Buccaneers)© Tampa Bay Buccaneers

ran: Und wie ist Ihr Eindruck von Head Coach Todd Bowles?

Daletzki: Ich fand ihn wahnsinnig abgeklärt. Er ist ein sehr ruhig auftretender Typ, aber wenn er seinen Ton erhebt, dann sind alle mucksmäuschenstill. Ich hab ihn als wahnsinnig persönlichen Typen empfunden, der eine super Bindung zu seinem Staff aufbaut. Insgesamt hat er den Staff sehr gut im Griff. Das Miteinander bei den Buccaneers ist sehr, sehr gut. Ich habe gehört, dass das nicht unbedingt bei allen NFL-Teams der Fall ist. Das war ein sehr gutes Miteinander auf Augenhöhe. Alle arbeiten gemeinsam an einem Ziel, was ja auch dadurch untermauert wird, dass es in Tampa Bay sehr viele junge neue Spieler gibt. Alle arbeiten daran, besser zu werden.

ran: Nun ist das Camp beendet. Fünf Trainer werden noch ausgewählt, die für das Trainingslager und die Preseason in das Bill Walsh Diversity Coaching Fellowship übergehen. Dieses besteht bereits seit über 30 Jahren und hat vielen Trainern den Einstieg in die NFL ermöglicht. Wann erfahren Sie, wer die fünf Auserwählten sind?

Daletzki: Das wird jetzt in den nächsten zwei bis drei Wochen bekanntgegeben. Ich bin gespannt, ob ich dann am Ende einer derjenigen bin oder nicht.

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