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NBA: Die enttäuschenden Ost-Teams und ihre Zukunfts-Aussichten

  • Aktualisiert: 06.04.2024
  • 13:06 Uhr
  • Seb Dumitru
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Während sich zehn Teams in der Eastern Conference noch um Playoff-Platzierung und allerletzte Postseason-Hoffnungen streiten, ist die Saison für fünf Ost-Teams längst gelaufen. Wer kann sich nach einem enttäuschenden Jahr die größten Hoffnungen auf eine bessere Zukunft machen?

Brooklyn Nets (30-47)

Wer oder was will diese Franchise eigentlich sein? Das ist die wichtigste Frage im Barclays Center, das an den meisten Abenden weniger Charme versprüht als eine verlassene Gruft.

Alle Playoff-Hoffnungen verpufften spätestens nach der Trade Deadline, die aus Nets-Sicht deprimierend ruhig verlief. Dennis Schröder war die große Neuakquisition, aber wenn wir ehrlich sind, war das ein lateraler Move – vom enttäuschenden Spencer Dinwiddie zum deutschen Nationalmannschaftskapitän.

Schröder machte seine Sache für Brooklyn solide, erzielte in bisher 26 Partien 14,4 Punkte und 6,1 Assists im Schnitt und traf spektakuläre 44 Prozent seiner 5,1 Dreierversuche pro Abend (2,2 Dreier pro Einsatz wäre neuer Karrierebestwert).

Schröder hat noch für nächste Saison einen Vertrag (13,0 Mio. US-Dollar), gilt aber als exzellenter Trade-Kandidat – je nachdem, welche Richtung dieses Team einschlagen will.

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Das Wichtigste in Kürze

Insgesamt fehlt es hier vor allem an einem veritablen Langzeitplan. Brooklyn findet sich an derselben Weggabelung wieder, an der es vor drei Jahren bereits einmal stand – vor der Verpflichtung von Kevin Durant und Kyrie Irving. Die Entlassung von Jacque Vaughn und Ernennung von Kevin Ollie zum Interimstrainer waren nicht mehr als Platzhalter.

Detroit Pistons at Brooklyn Nets - in der Nacht von Sa. auf So. ab 0:55 Uhr live auf P7 MAXX, im Livestream in der ran-App und auf Joyn!

Es muss auf Franchise-Ebene eine viel deutlichere Langzeit-Strategie etabliert werden, ehe der richtige Head Coach an Bord geholt werden kann. Mike Budenholzer gilt als aussichtsreicher Kandidat.

GM Sean Marks ist mehr und mehr in die Schusslinie geraten – nicht zuletzt nach seiner Weigerung, dem Team im Februar mit einem Trade für Jalen Green plus künftigen Erstrundenpicks (die eigenen aus dem Harden-Trade) eine inspirierendere Richtung zu verpassen.

Mikal Bridges machte in dieser Saison deutlich, dass er als erste Option eines NBA-Teams nicht wirklich taugt. Auch der Rest des Kaders, aus dem am ehesten noch Nic Claxton, Cam Thomas und Cameron Johnson herausragen, gibt wenig Grund zu Optimismus. Und dann ist da noch die leidige Personalakte Ben Simmons, der einmal mehr eine Saison mit einer OP und außer Gefecht, in Straßenkleidung, beenden musste.

Der ehemalige Nummer eins Pick geht ins letzte Jahr seines Fünfjahres-Deals und sollte für Brooklyn absolut keine Rolle mehr spielen, nachdem er es in den letzten drei Saisons auf mickrige 57 Partien insgesamt gebracht hat. Es warten eine Reihe von Entscheidungen im Sommer. Dieses Team braucht ganz dringend eine Rekalibrierung.

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Toronto Raptors (24-53)

Zum ersten Mal in der Masai-Ujiri-Ära, die 2013 in Toronto begann und in einem sensationellen Championship-Run 2019 kulminierte, zählen die Raptors zu den miesesten Teams der Liga. Eine 15-Spiele Pleitenserie (die letzte Nacht endete) sowie das mit Abstand mieseste Net-Rating seit der All-Star Pause vor knapp zwei Monaten machen deutlich, dass die aktuelle Saison in Ontario nicht schnell genug zu Ende sein kann.

Es war ein Jahr des Umbruchs und des endgültigen Schaltens in den Rebuild. Mit Pascal Siakam, OG Anunoby und Dennis Schröder verließen gleich drei Starter das Team von Darko Rajakovic, der insgesamt 30 Spieler coachen und zu einer funktionierenden Einheit formen musste.

Der neue Franchise-Anker ist Scottie Barnes, ein bulliger do-it-all Flügelspieler mit gigantischer 2,20 Meter Spannweite. Auch seine Jugend und Unerfahrenheit konnten einer All-Star Nominierung nicht im Weg stehen.

Der 22-jährige Barnes wird nicht lange brauchen, um zu reifen – vor allem mental und als Leader, dessen Emotionen ihm und seiner Mannschaft nicht im Weg stehen. Neben Barnes sind die Neuzugänge RJ Barrett und Immanuel Quickley die Schlüsselspieler für eine erfolgreichere Zukunft.

Barretts Statistiken in Toronto (21,1 Punkte, 6,2 Rebounds, 4,1 Assists, 55,5 Prozent aus dem Feld und 42,5 Prozent von der Dreierlinie) wären neue Karrierebestwerte über eine volle Saison. Der Lokalheld ist erst 23 Jahre alt. Quickley, der nach seiner Ankunft aus New York 17,7 Punkte und 6,5 Assists im Schnitt produziert, dürfte in der Free Agency mindestens 20-25 Millionen US-Dollar pro Jahr einsacken – die er Toronto mit Sicherheit wert sein wird, wenngleich er sich an die extra Anforderungen und defensive Aufmerksamkeit als Vollzeit-Starter erst noch gewöhnen muss.

Ujiri hat viel Arbeit vor sich. Die Ersatzgarnitur ist katastrophal, mangelnde Ballsicherheit und fehlende Crunchtime-Qualitäten deuten auf Kader-Defizite hin, die erst mit der Zeit behoben werden können.

Ob die Raptors ihren eigenen, Top-6 geschützten First Rounder in diesem einschläfernden Jahrgang behalten können oder an San Antonio abtreten müssen, wird keinen allzu großen Einfluss auf die langfristigen Aussichten haben.

Hier muss ganz dringend mehr Top-Talent angesammelt werden, das vermutlich frühestens 2025 gezogen werden kann. Dann sollten die Kanadier nach wie vor zu den schlechtesten Teams der Liga zählen, aber eine bessere Idee davon haben, ob und wie das projizierte Top-Trio Barnes-Quickley-Barrett als Basis eines künftigen Contenders funktioniert.

Charlotte Hornets (19-58)

Eine weitere verlorene Saison für Charlotte endete in der achten in Folge ohne Playoff-Teilnahme – die längste aktive Dürrephase in der NBA. Der Verkauf des Klubs durch Michael Jordan, sowie der Rücktritt von Präsident Mitch Kupchak und Head Coach Steve Clifford (nach der Saison), signalisieren eine völlige Neuausrichtung unter den neuen Besitzern Rick Schnall und Gabe Plotkin, sowie Manager Jeff Peterson.

Terry Rozier, P.J. Washington und Gordon Hayward wurden getradet, im Tausch für Grant Williams, Vasilije Micic, Seth Curry, Davis Bertans und Tre Mann (der mit 11,4 Punkten und 4,9 Assists im Schnitt seine NBA-Tauglichkeit demonstrierte). Frischling Brandon Miller zeigte mit 17,1 Punkten pro Partie, dass er sowohl am als auch abseits vom Ball funktioniert, und er als künftiger two-way Wing an der Seite von LaMelo Ball übernehmen kann.

Der ehemalige All-Star und Rookie of the Year Ball ist ein junger, legitimer Franchise Player, wie ihn sonst nur die Raptors auf dieser Liste vorweisen können – ein pass-first Spielmacher, der alle Einzelteile des Teams konsolidieren kann.

Allerdings hat Ball in den vergangen zwei Saisons 106 von 164 möglichen Partien verpasst. Seine Gesundheit ist Top-Priorität Nummer eins. Dass Miles Bridges im Februar nicht getradet wurde, war ein klarer Fingerzeig in Richtung Vertragsverlängerung im Sommmer. Der umstrittene Forward meldete sich nach seiner Sperre mit 21,4 Punkten und 7,5 Rebounds pro Spiel stark zurück und bildet mit Ball und Miller ein solides Trio für die Zukunft.

Ein weiterer hoher Pick wird in diesem schwachen Draft-Jahrgang einen weiteren Rollenspieler ins Team der Hornets spülen, die dank Balls Rückkehr recht schnell wieder in die Spur finden könnten – im best case bereits 2024-25.

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Detroit Pistons (13-64)

Die Pistons stellten einen neuen ewigen Negativ-Rekord auf: 28 Niederlagen in Folge. Kein Klub war jemals schlechter. Das ist eigentlich schon alles, was man über dieses Team und die Qualität dieser Franchise wissen muss.

Dabei ist hier mitnichten ein Expansions-Team am Werk, oder eines, das seit Jahren keinen Lotterie-Pick mehr halten durfte. Vier Top-Sieben Picks seit 2020 hätten eigentlich längst Dividenden abwerfen müssen.

Detroit Pistons at Brooklyn Nets - in der Nacht von Sa. auf So. ab 0:55 Uhr live auf P7 MAXX, im Livestream in der ran-App und auf Joyn!

Stattdessen wird das Team aus Michigan zum vierten Mal in Folge eine der zwei miesesten Bilanzen in der Conference aufweisen. Seit 2007-08 warten die Pistons bereits auf mehr Siege als Niederlagen. Seit mehr als 15 Jahren wird hier ein Rebuild angestrebt, der kleben bleibt und so etwas wie eine neue Franchise-Kultur etabliert.

Die Arbeit von GM Troy Weaver ist umstritten. Die Erwartungen in diesem Jahr waren so viel höher als das Erreichte. Monty Williams erhielt einen historischen 78,5 Millionen Dollar Vertrag über sechs Jahre – der höchste jemals abgeschlossene für einen Head Coach.

Sein Job: die Entwicklung der jungen Talente in Detroit voranzutreiben und eine Identität zu etablieren. Anstatt aber Lotterie-Picks wie Jaden Ivey und Ausar Thompson von Tag eins ins Getümmel zu werfen, wurden Kilian Hayes, Bojan Bogdanovic und Alec Burks gefeatured.

Keiner der drei ist heute noch in Detroit. Unfassbare 30 Spieler sahen Einsatzminuten. Die Lösung wäre eigentlich einfach: so viel Spielzeit wie möglich für das junge Quartett Ivey, Thompson, Jalen Duren und Cade Cunningham.

Obwohl keiner von ihnen älter als 22 Jahre ist, hängt an ihnen die gesamte Hoffnung dieser Franchise, schon nächstes Jahr aus dem Keller zu klettern. Alles andere ist kurzsichtige Verschwendung von Zeit und Ressourcen.

Washington Wizards (15-63)

Nach Jahren des Herumtollens im unteren Mittelfeld, aka. dem gehassten NBA-Niemandsland, gab der umstrittene Teambesitzer Ted Leonsis im vergangenen Sommer endlich grünes Licht für den dringend benötigten Rebuild.

Michael Winger und Will Dawkins übernahmen im Management, Stars wie Bradley Beal und Kristaps Porzingis wurden getradet. Der Neuaufbau kam Jahre zu spät, aber er kam – immerhin. Im Detail liegt bekanntlich der Teufel versteckt, und da sieht es höllisch aus in D.C., wo es fast an allem mangelt.

Allen voran an echten NBA-Spielern. Kyle Kuzma und Jordan Poole sind die bekanntesten Namen, würden für einen Großteil aller Playoff-Teams aber vemutlich nicht starten. Kuzma will langfristig in Washington bleiben, das neue Wizards- Management kam seinem Wunsch (und dem seiner einflussreichen Spieleragentur CAA) nach, um sich Marktkapital bei künftigen Free Agents aufzubauen.

Allein, Kuzma wäre als Trade-Chip weitaus wertvoller als für seine mittelmäßigen Leistungen auf dem Parkett. Washington verpasste die Chance, "Kuz" nach Dallas zu traden und sich für die Zukunft besser zu positionieren. Poole ist die Enttäuschung der Saison – eine katastrophale Fehlinvestition, die zu viele Frage aufgeworfen hat, um ihnen hier auf den Grund zu gehen.

Dass sich die Wizards bis 2027 an ihn gebunden haben, ist der wohl größte Vertrags-Patzer der Dekade. Wenigstens Bilal Coulibaly, der eine gute Rookie-Saison spielte und starke Two-Way Ansätze zeigte, sowie der stark verbesserte Deni Avdija, machen ein wenig Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Der Rest des Kaders gibt wenig bis gar nichts her.

Washington ist Jahre davon entfernt, wieder respektablen Basketball und sich selbst nicht als allabendliche Lachnummer zu zeigen.

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