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NBA-Rookie des Monats: Wie Brandon Miller den Hornets wieder etwas Hoffnung schenkt

  • Aktualisiert: 29.02.2024
  • 20:49 Uhr
  • Ole Frerks
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Das Rookie of the Year-Rennen wird von zwei historischen Bigs dominiert, aber auch hinter ihnen findet sich jede Menge Talent. Über die letzten Monate hat sich vor allem Brandon Miller im Schatten von Wemby und Chet prächtig entwickelt. Wie gut kann der Nr.2-Pick werden?

von Ole Frerks

Es waren keine guten Jahre für die Hornets. Und ja, die Geschichte dieser Franchise ist so imposant, dass dieser Satz in fast jedem Jahr ihrer Existenz angebracht gewesen wäre – 2002 gewann Charlotte zuletzt eine Playoff-Serie. In der gesamten Ägide von Michael Jordan als Teambesitzer, die immerhin 13 Jahre andauerte, wurden zweimal die Playoffs erreicht (zuletzt 2016). Es waren WIRKLICH keine guten Jahre für die Hornets.

Auch in dieser Saison, der ersten ohne MJ, wird es wieder nichts mit den Playoffs werden. Seit der Trade Deadline erleben die Hornets zwar ein unverhofftes Revival und haben fünf der letzten sieben Spiele gewonnen, es sind insgesamt trotzdem bloß 15 Siege. Der designierte Franchise Player LaMelo Ball hat aufgrund anhaltender Knöchelprobleme nur 22 Spiele absolviert.

Es läuft wieder suboptimal – und trotzdem gibt es Gründe zur Hoffnung, allen voran einen. Die Entscheidung, an Position 2 Brandon Miller und nicht Scoot Henderson zu draften, ist bisher gut gealtert, auch wenn die Franchise vielerorts dafür kritisiert wurde. Der Swingman findet sich immer besser zurecht und ist der wesentliche Grund dafür, dass wieder ein bisschen Hoffnung aufkeimt.

Seit Monaten steigert Miller seinen Output, der Februar ist nun bisher der klar beste Monat (20,5 PPG, 57 Prozent True Shooting), auch wenn er etwas abgekühlt vom All-Star Break zurückgekehrt ist. Es geht bei Miller jedoch um mehr als die Scoring-Zahlen – er beeinflusst das Spiel in vielerlei Hinsicht, ungewöhnlich positiv für einen so jungen Spieler. Vor allem dieser Fakt macht ihn so interessant.

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Es gibt zehn Spieler, die in dieser Saison wenigstens 600 Possessions für die Hornets absolviert haben (Gordon Hayward, P.J. Washington und Terry Rozier gehörten dazu, sind allerdings nicht mehr da). Nur Hayward hatte unter diesen Spielern bessere On/Off-Splits als Miller (+4,8) – die Hornets sind auch mit ihm auf dem Court nicht gut, aber zweifelsohne besser als ohne ihn.

Das liegt zuallererst daran, dass sein wichtigster Skill in der Offensive einer ist, den jedes Team braucht: Miller ist ein exzellenter Werfer, gerade aus der Bewegung. Seine Bewegung ist unheimlich schnell und präzise, er braucht kaum Platz, um den Wurf loszuwerden.

Er zählt zu den gefährlichsten Shootern bei Handoff-Plays (exzellente 1,18 PPP) und trifft insgesamt 38 Prozent seiner Catch-and-Shoot-Dreier, was nur sieben Spieler ligaweit bei wenigstens fünf Versuchen pro Spiel übertreffen. Dabei sind die Hornets nicht mit guten Passern gesegnet, dieser Wert könnte in einem anderen Kontext folglich sogar noch besser aussehen.

Diese Fähigkeit allein macht Miller zu einem Spieler, der Offensiven durch seine bloße Anwesenheit besser macht – er muss den Ball nicht zwingend berühren, um Einfluss auszuüben. Nicht selten sieht er in einer Ecke zu, während die Action komplett auf der anderen Seite läuft – von ihm kann eben unter keinen Umständen ausgeholfen werden.

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Wie viel Creation ist da?

Das starke Off-Ball-Spiel ist jedoch nur eine Komponente seines Spiels. Seit Monaten steigen die Spielanteile Millers, sehr regelmäßig sieht man ihn mittlerweile selbst aus dem Dribbling kreieren. Er hat einen effektiven Pullup-Jumper aus der Mitteldistanz, trifft aktuell 47 Prozent seiner langen Zweier.

Länge, Athletik und Ballhandling erlauben es ihm, den Wurf auch gegen vernünftige Contests loszuwerden. Bisweilen verlässt sich Miller noch etwas zu sehr auf diesen Abschluss, aber er spielt nicht mit Tunnelblick und zeigt teilweise durchaus gute Pässe, gerade aus dem Pick’n’Roll auf den abrollenden Big (etwa Nick Richards).

Miller ist kein Spieler, der permanent all seinen Mitspielern leichte Abschlüsse verschafft, aber diese Rolle soll perspektivisch ohnehin wieder Ball einnehmen. Dass der Rookie nicht als Ballstopper auffällt, sondern den Ball durchaus willig weiterbewegt, wird insbesondere dann wertvoll werden, wenn das Team um ihn herum noch etwas besser aussieht.

Die Großbaustelle namens Drive

Was Miller selbst betrifft, gibt es vor allem eine richtig große Baustelle. Sein Driving Game schreckte schon zu College-Zeiten viele Experten ab und ist auch auf dem nächsten Level bis dato ein Problem: Miller ist kontaktscheu, zieht kaum Freiwürfe (2,2 pro Spiel) und ist kein guter Finisher. Er nimmt nur ein Fünftel seiner Abschlüsse am Ring und trifft dort keine 60 Prozent, schwach für einen so guten Athleten. Lediglich 48 Prozent seiner Layup-Versuche landen im Korb.

Es ist relativ leicht zu erkennen, warum das so ist. Miller fühlt sich wohler damit, den Drive frühzeitig abzubrechen und vom Zonenrand aus einen Jumper zu nehmen; wartet ein Ringbeschützer am Korb, verbiegt er regelmäßig seinen Körper, um auszuweichen, statt mit voller Überzeugung "durch" den Verteidiger zu gehen. Es fehlt ihm an Kraft, vielleicht auch an der letzten Explosivität dafür.

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Stand jetzt fehlt ihm auch noch die entsprechende Fußarbeit, beispielsweise ein verlässlicher Eurostep, um diese Defizite regelmäßig zu kompensieren (verlangsamen kann er immerhin schon gut). Die Arbeit in vor allem diesen Bereichen wird letztlich darüber entscheiden, wie gut Miller als Offensivspieler tatsächlich werden kann – ob er eher Komplementärstück oder Fixpunkt sein wird.

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Ein guter Anfang

Die gute Nachricht ist: Jedes Team braucht (auch) gute Komplementärstücke – und ein solches kann Miller definitiv sein. Neben der schon jetzt vielversprechenden Offensive bringt er auch starke defensive Anlagen mit und investiert hinten jede Menge Energie – schon über die gesamte Saison schimpft der jüngste Spieler der Hornets mit seinen Teamkollegen, wenn diese nicht in Transition nach hinten laufen (was oft passiert).Wie eingangs gesagt: Es waren keine guten Jahre für die Hornets. Mit Miller haben sie jedoch einen Spieler gedraftet, der früher oder später hoffentlich etwas daran ändern kann.

Das ist wichtiger, als es sich anhört; Charlotte rangiert seit 18/19 konstant im unteren Saisondrittel, was die Defense angeht. In der laufenden Saison sind nur zwei Teams hinten schlechter. Das wird sich erst ändern, wenn mehr ihrer Spieler wie Miller einen Fokus darauf legen (seit kurzem geht es – auch dank der Neuzugänge wie Grant Williams – ein Stück bergauf).

Wie eingangs gesagt: Es waren keine guten Jahre für die Hornets. Mit Miller haben sie jedoch einen Spieler gedraftet, der früher oder später hoffentlich etwas daran ändern kann.

Rookie-Ranking im Februar:

  • 1. Victor Wembanyama – 20,6 Punkte, 10,2 Rebounds, 3,3 Assists, 3,3 Blocks pro Spiel – 46,6 Prozent aus dem Feld, 31,7 Prozent Dreier (53 Spiele) (zur letzten Kolumne)

Alien, das jeden Tag eine Gefahr für ein 5x5-Spiel darstellt und über die Saison eine Statline auflegt, die seit Shaquille O’Neal in dessen MVP-Saison niemand mehr erreicht hat. Schnurstracks auf dem Weg, der beste Verteidiger der NBA zu werden.

  • 2. Chet Holmgren – 17,1 Punkte, 7,8 Rebounds, 2,7 Assists, 2,7 Blocks pro Spiel – 54,2 Prozent aus dem Feld, 40,1 Prozent Dreier (58 Spiele)

Defensiv-Anker einer Top-5-Defense, der seinen Mini-Slump offensiv hinter sich gelassen hat und im Februar fast 72 Prozent True Shooting erreicht. In jedem der letzten Jahre vermutlich der klare Rookie of the Year.

  • 3. Brandon Miller – 16,5 Punkte, 4 Rebounds, 2,4 Assists – 43,9 Prozent aus dem Feld, 37,6 Prozent Dreier (52 Spiele)
  • 4. Brandin Podziemski – 9,8 Punkte, 5,8 Rebounds, 3,9 Assists pro Spiel – 45,5 Prozent aus dem Feld, 37,4 Prozent Dreier (51 Spiele) (zur Analyse)

Unheimlich smarter Allrounder (und starker Rebounder), der in Golden State zwei Hall-of-Famer (Chris Paul und Klay Thompson) aus der Starting Five verdrängt hat.

  • 5. Jaime Jaquez Jr. – 12,9 Punkte, 3,9 Rebounds, 2,6 Assists – 49,4 Prozent aus dem Feld, 32 Prozent Dreier (52 Spiele)

Starker Allrounder, der schon jetzt fast unverzichtbar für die Heat wirkt. Hatte zuletzt mit Verletzungen zu kämpfen, was seine Produktion etwas gedrückt hat.

  • 6. Dereck Lively II – 8,9 Punkte, 7,5 Rebounds, 1,2 Assists, 1,5 Blocks pro Spiel – 74,3 Prozent aus dem Feld (41 Spiele)

Starker Rim-Runner, der seine (recht simple) Offensiv-Rolle stark ausfüllt und hinten versucht, den Laden dichtzuhalten. Fällt leider etwas zu regelmäßig aus.

  • 7. Cason Wallace – 6,8 Punkte, 2,2 Rebounds, 1,3 Assists – 50,7 Prozent aus dem Feld, 41,6 Prozent Dreier (58 Spiele)

Seine offensive Rolle ist klein, die Spielanteile könnten in den Playoffs aber größer werden – denn: Wallace begeht quasi keine Fehler, ist ein starker Verteidiger, trifft unheimlich sicher von draußen. In anderen Teams würde man schon jetzt viel mehr von ihm sehen.

  • 8. Keyonte George – 11,7 Punkte, 4,4 Assists, 2,8 Rebounds pro Spiel – 38,9 Prozent aus dem Feld, 34,9 Prozent Dreier (53 Spiele)

Es bleibt weiter ein Auf und Ab mit George (ein Stück vergleichbar mit Scoot Henderson). Wird von den Jazz ins kalte Wasser geworfen und kann das mal mit 33 Punkten wie gegen Golden State bestätigen. Talentierter Scorer und Playmaker.

  • 9. Cam Whitmore – 12 Punkte, 3,5 Rebounds pro Spiel – 47,5 Prozent aus dem Feld, 38,3 Prozent Dreier (32 Spiele)

Absolute Scoring-Maschine (über seine letzten 10 Spiele: 15 PPG in 19,5 MPG!), der bisher nicht an vielem anderen interessiert ist (0,5 Assists), aber zumindest die Anlagen mitbringt, um auch ein starker Verteidiger zu werden. Und eben eine Scoring-Maschine!

  • 10. Ausar Thompson – 8,7 Punkte, 6,4 Rebounds, 1,9 Assists, 1 Steal pro Spiel – 49,4 Prozent aus dem Feld, 17,2 Prozent Dreier (58 Spiele)

Toller Verteidiger, der einen wenigstens akzeptablen Wurf davon entfernt ist, ein richtig guter Spieler zu sein. Hat sich bei den zuletzt deutlich verbesserten Pistons wieder mehr in den Fokus gespielt (10,9 PPG im Februar).

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