Saisonfinale
2. Bundesliga: 1. FC Köln vs. 1. FC Kaiserslautern - das steckt im brisanten Traditionsduell um den Aufstieg
- Aktualisiert: 18.05.2025
- 11:18 Uhr
- Franziska Wendler
In der 2. Bundesliga kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen Köln und Kaiserslautern. Aus mehreren Gründen eine brisante Partie.
Einen Punkt und damit ein Unentschieden braucht der 1. FC Köln noch, um am kommenden Sonntag, dem letzten Spieltag der Zweitligasaison, sicher in die Bundesliga aufzusteigen.
Was zunächst nach einer machbaren Aufgabe klingt, entpuppt sich auf den zweiten Blick allerdings als Spiel voller Brisanz. Und das aus den unterschiedlichsten, teils emotionalen Gründen.
ran zeigt, warum die Partie so besonders wird.
FC gegen FCK: Aufstiegskonstellation
Zu Gast im RheinEnergieSTADION in Köln ist nicht irgendein Team aus dem Mittelfeld, für das es um nichts mehr geht, sondern der 1. FC Kaiserslautern, der sich noch Chancen auf Rang drei und damit die Relegation ausrechnet. Der FCK liegt vor dem letzten Spieltag auf Platz sechs, zwei Punkte hinter dem Drittplatzierten Elversberg.
Um sich – im Falle von Patzern der Konkurrenz – eine Restchance zu bewahren, braucht Lautern also zwangsläufig einen Sieg.
Das Wichtigste in Kürze
Köln wiederum hat alles in der eigenen Hand. Mit drei Punkten Vorsprung auf die Elversberger liegt der FC hinter dem bereits aufgestiegenen HSV auf Rang zwei. Ein Sieg oder Unentschieden würden für den Aufstieg reichen. Verlieren die Kölner allerdings, und gelingt Elversberg und/oder dem Viertplatzierten SC Paderborn gleichzeitig ein Sieg, wird es aufgrund des schlechteren Torverhältnisses wohl nichts mit dem direkten Aufstieg. Sogar das Verpassen der Relegation ist dann möglich.
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FC gegen FCK: Funkel gegen das Team, das er gerettet hat
Noch keine zwei Wochen ist es her, dass Friedhelm Funkel nach der Entlassung von Gerhard Struber zum neuen Köln-Trainer ernannt wurde. Es ist die dritte Amtszeit des 71-Jährigen bei den Geißböcken.
Allerdings hat Funkel auch eine Verbindung zum Gegner. Und das nicht nur, weil er während seiner aktiven Zeit dort spielte. Erst im vergangenen Jahr führte er den FCK als Retter zum Klassenerhalt in der zweiten Liga. Seinerzeit verabschiedete er sich mit Tränen in den Augen von den Fans am Betzenberg.
"Ein geiler Klub mit Höhen und Tiefen, mit Emotionen in beide Richtungen", konstatierte Funkel Ende April und damit nur wenige Tage vor Bekanntwerden seines Engagements in Köln im ran-Interview.
Was der Trainer seinerzeit auch noch sagte: Er ist überzeugt davon, dass Köln (und der HSV) den Aufstieg schaffen. "Der Effzeh gewinnt einfach seine Spiele. Es ist selten spektakulär, aber das ist unter dem Strich nicht so entscheidend."
FC gegen FCK: Ache gegen seinen neuen Klub?
Mit 18 Treffern liegt Ragnar Ache aktuell in der Torjägerliste der zweiten Bundesliga auf dem geteilten zweiten Rang. Der Stürmer ist ein wichtiger Anker im Spiel des FCK – und er wird mit einem Wechsel zum 1. FC Köln in Verbindung gebracht. Verhindert der 26-Jährige mit Toren also den Aufstieg seines möglichen neuen Arbeitgebers?
Möglich! Allerdings ist noch nicht klar, ob er überhaupt spielt. Laut "Bild" musste Ache am Mittwoch das Training vorzeitig abbrechen und mit bandagierter Wade den Platz verlassen. Am Donnerstag war dann von ihm gar nichts zu sehen.
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FC gegen FCK: Lautern-Keeper mit Effzeh-Vergangenheit
Auch auf der Torhüter-Position gibt es eine Verbindung zwischen beiden Klubs. Beim FCK steht mit Julian Krahl ein ehemaliger Köln-Keeper im Kasten. Der 25-Jährige stand von 2019 bis 2021 in Diensten des kommenden Kontrahenten, schaffte es aber seinerzeit nie zu einem Profieinsatz.
Und Krahl ist, genau wie seine Kollegen, heiß auf das Endspiel. "Wir wollen in Köln der Party-Crasher sein und gucken, was wir mitnehmen können. Wenn ein Aufsteiger Meister werden kann, dann können wir auch Dritter werden. Wir haben nichts zu verlieren. Wir sind hinten dran, sind die, die von unten piksen können", sagte er im "Bild"-Interview.
Und weiter: "Von daher, Köln hat Druck, die müssen unbedingt wieder hoch, das erwarten alle. Und wir können das kleine Arschloch sein, das dann zum Nerven kommt."
Übrigens: Ob der Kölner Stürmer Tim Lemperle nur wenige Tage nach seinem Alkohol-Skandal am Sonntag auflaufen wird, ist derweil noch unklar. Zumindest am Geheimtraining nahm der Angreifer teil.
Ein möglicher Einsatz von ihm wäre ein weiteres, brisantes Puzzleteil in einem mit Spannung erwarteten Spiel.