Falscher Ehrgeiz beim Trainer
Bundesliga: Der VfL Wolfsburg ist auf dem besten Weg in die 2. Liga - ein Kommentar
- Veröffentlicht: 03.03.2026
- 13:53 Uhr
- Kai Esser
Der VfL Wolfsburg hält an seinem Trainer Daniel Bauer fest. Dabei verzögern die Entscheider der Wölfe jedoch nur das so gut wie Unausweichliche. Denn dass es mit Bauer in Richtung 2. Liga geht, ist mittlerweile offenkundig.
Von Kai Esser
Wenn man sich ein Spiel vorstellen müsste, nach dem ein Trainer seine Sachen packen muss - es wäre das 0:4 des VfL Wolfsburg beim VfB Stuttgart gewesen.
Saftlos, kraftlos, mutlos – eigentlich alles-los waren die Wölfe beim VfB. Freilich, bei einem Europa-League-Achtelfinalisten und Top-Team dieser Liga kann man auswärts verlieren.
Wie immer kommt es jedoch auf die Art und Weise an, in der sich die unterlegene Mannschaft dabei präsentierte. Das Spiel war beim Halbzeitpfiff, als es bereits 0:3 aus VfL-Sicht stand, entschieden.
Und, so sollte man meinen, auch das Schicksal von Trainer Daniel Bauer. Warum sich die Entscheider des kriselnden Meisters von 2009 dennoch entschieden, an ihrem bisher unerprobten Trainer festzuhalten, bleibt ihr Geheimnis.
VfL Wolfsburg: Mannschaft ist nicht bereit für Abstiegskampf
Eins wurde, nicht erst, aber wohl mit am deutlichsten bei diesem Spiel, klar: Die Mannschaft der Niedersachsen ist dem Abstiegskampf so nicht gewachsen.
Freilich, genug Qualität, um mindestens drei Teams hinter sich zu lassen, hat dieser Kader in jedem Fall. Dabei kann es gar keine zwei Meinungen geben. Mal angenommen, der VfL stiege aus der Bundesliga ab - alle Spieler würden wohl problemlos bei Erstligisten unterkommen.
Logisch, grundsätzlich sind diese Akteure nämlich bundesligatauglich. Spieler wie Mohammed Amoura würden wohl in der kommenden Saison durchaus sogar Europapokal spielen können.
Warum kriegen sie die Qualität trotzdem nicht auf den Platz? Hier kommt der Trainer ins Spiel. Theoretisch zumindest. Denn Daniel Bauer, der aktuelle Hauptübungsleiter in der Autostadt, findet die richtigen Knöpfe nicht. Und das ist seit Wochen deutlich sichtbar.
Stattdessen merkt er öffentlich an, wie hoch der Trainerverschleiß in Niedersachsen ist. Das ist zwar ein Fakt, aber in seiner Position wenig zielführend.
VfL Wolfsburg: Egal ob Hecking oder Magath – es muss sich etwas tun
Bereits als erstmals das Gerücht aufkam, Meistertrainer Felix Magath könnte den Klub zum dritten Mal übernehmen, sorgte es für Aufsehen.
Nicht nur, weil das Gerücht scheinbar absurd schien, sondern weil man den Eindruck bekam, es würde auf gewisse Art und Weise passen.
Aus Angst? Aus Respekt? Das ist zweitrangig. Die Wölfe hätten zumindest mal wieder das Messer zwischen den Zähnen. Aktuell haben sie weder Messer noch Zähne.
Laut "kicker" soll stattdessen nun Dieter Hecking als Notfall-Plan bereitstehen. Es ist beinahe egal, welcher erfahrene Coach der nächste Cheftrainer des Vereins für Leibesübungen wird. Keine Frage ist: Es muss sich etwas tun. Der "neue Impuls", den es geben würde, wäre zwar eine Floskel, aber selten war sie wahrer als aktuell in Wolfsburg.
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VfL Wolfsburg: Verringerter Trainerverschleiß auf Krampf?
Nachdem Bauer selbst kritisch anmerkte, dass zu viele Trainer sich zu oft die Klinke des Wolfsburger Trainerbüros in die Hand geben, wirkt es, als wollten die Verantwortlichen der Wölfe auf Krampf an ihm festhalten. Schließlich kam auch er erst während der Saison.
Allerdings ist nicht jeder schnelle Trainerwechsel Aktionismus oder verfrüht. Wenn sich quasi eine ganze Fußball-Nation einig ist, dass ein Trainer seine Mannschaft weit weg vom Leistungsmaximum coacht, dann muss man diese Option eben in Betracht ziehen.
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Ein Beispiel ist Bayer Leverkusen. Die Anstellung von Erik ten Hag erwies sich als völliger Fehlgriff, nach drei Pflichtspielen und einem kompletten Kaderumbruch wurde er entlassen. Für manche zu früh, aber es erwies sich als richtige Entscheidung. Die Leverkusener sind auf Kurs Europapokal und im Achtelfinale der Champions League.
Nicht, dass die Wolfsburger das auch sein müssten oder gar wären, wenn man das offenkundige Missverständnis Bauer bereits beendet hätte.
Aber dass es sich um ein solches handelt, ist mittlerweile offenkundig. Und das endet, sollte die Notbremse nicht bald gezogen werden, sehr wahrscheinlich dann in Liga 2.