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Champions league

Borussia Dortmund: Der BVB hat seine letzte Chance bei Nico Schlotterbeck wohl verspielt

  • Veröffentlicht: 26.02.2026
  • 06:55 Uhr
  • Justin Kraft

Beim BVB drohen alle Träume zu zerplatzen, die man zu Beginn des Monats noch hatte. In Bezug auf Nico Schlotterbeck könnte das auch bedeuten, dass die Zusammenarbeit bald endet.

Von Justin Kraft

Anfang Februar brach bei Borussia Dortmund eine mindestens kleine Debatte darüber aus, wie es um die Ambitionen des Klubs steht. Damals hatte Nico Schlotterbeck selbstbewusst davon gesprochen, Meister mit dem BVB werden zu wollen.

Immer wieder verteilte er kleine Ansagen, um die leicht strauchelnde Konkurrenz vom FC Bayern München vielleicht doch nochmal unter Druck setzen zu können. Trainer Niko Kovac war derweil um Einordnung bemüht.

Zwar widersprach er seinem damaligen Kapitän (Emre Can war verletzt) nicht aktiv, doch er lenkte stark ein. "Ich kenne den Fußball sehr lange", sagte er damals bei "DAZN": "Wir haben noch Champions League, haben viele Spiele, die Belastung ist hoch. Zudem muss man gesund bleiben. Das sind alles so Punkte, die viele gar nicht sehen."

Er sei deshalb "immer ein bisschen vorsichtiger. Aber das heißt nicht, dass ich selber nicht auch etwas erreichen möchte". Schon zu Beginn der Saison fing er Maximilian Beier vehement wieder ein, als der Ambitionen in Richtung Meisterschaft geäußert hatte.

Nicht mal vier Wochen später könnte man behaupten: Kovac hatte recht. In der Liga ist der BVB wieder acht Punkte hinter den Bayern und in der Champions League verlor man mit einer desolaten Leistung mit 1:4 gegen Atalanta und schied aus. Doch welche Auswirkungen hat das alles auf Schlotterbeck, der seit Monaten mit einem Wechsel in Verbindung gebracht wird?

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Nico Schlotterbeck und der BVB: Unterschiede bei der Angriffslust

Es geht dabei nicht mal zwingend um Kovac allein. In den vergangenen Jahren scheint der BVB generell seine Angriffslust verlernt zu haben. Einerseits ist das rational, weil die Bayern finanziell in ganz anderen Sphären spielen und der Abstand nochmal deutlich größer geworden ist. Andererseits kann eine solche Haltung Grenzen setzen, die schwer zu überschreiten sind.

Unter verschiedenen Trainern hat der BVB in den wichtigen Spielen oft nicht das liefern können, zu was sie in der Lage sind. Auch unter Kovac geht das so weiter. Die Dortmunder sind gegen den Bundesliga-Durchschnitt stabiler geworden. Das war eine wichtige Entwicklung. Aber gegen Juventus (4:4), Leipzig (1:1 und 2:2), Bayern (1:2), Manchester City (1:4), Stuttgart (3:3), Leverkusen (0:1), Tottenham (0:2), Inter (0:2) und jetzt Atalanta (1:4) reichte es jeweils nicht zu Siegen. Und teilweise lieferte der BVB enttäuschende Leistungen.

Leistungen, die passiv, ängstlich und zurückhaltend wirkten. Da hilft es auch nicht, dass es mit dem 2:0 gegen Atalanta und dem 2:1 gegen Leverkusen in der Bundesliga zwei Ausnahmen gab. Sobald die Qualität der Gegner auf internationales Level steigt, hat Dortmund große Schwierigkeiten.

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Schlotterbeck an der Schwelle zur Arroganz – aber oft im positiven Sinne

Vielleicht hat das dann auch damit zu tun, dass man sich selbst verbal kleiner macht, als man wirklich ist. Schlotterbeck ist jemand, der sich diese Grenzen nicht setzt. Schon in Freiburg polarisierte er mit seinem Selbstbewusstsein. Wer es weniger gut mit ihm meinte, nannte es Arroganz.

Lange schwankte der Innenverteidiger auch auf dem Platz zwischen einem selbstbewussten Auftreten und leichtsinnigen Fehlern. Und natürlich fiel ihm so manche Aussage auch schon auf die Füße. 2023 schrie er im Kabinentrakt einen Spieltag vor Schluss: "Wir werden es. Wir werden es, Männer!"

Sie wurden es nicht und versanken nach einer fragwürdigen Leistung im Tal der Tränen, während die Bayern in Köln feierten. Aber Schlotterbeck ist gereift und geht mit seinem Selbstbewusstsein voran. Keine Angst vor Resonanz, wenn seinen Aussagen keine Taten folgen. Keine Angst vor Misserfolg oder Fehlern. Nur die pure Ambition und der Blick nach oben.

An solchen Spielern können sich andere hochziehen und sie können ein Team besser machen, weil keine gedanklichen Grenzen gesetzt werden und es keine Blockaden gibt. Der BVB wirkte in diesem Frühjahr befreiter – auch weil Schlotterbeck voranging.

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Hat der BVB noch eine Chance?

Dass die Borussia bei der aktuellen Personallage nicht mehr so formstark auftritt, ist womöglich normal. Zumal eben jener Schlotterbeck zuletzt fehlte. Dass der 26-Jährige aber weiterhin damit zögert, seinen 2027 auslaufenden Vertrag zu verlängern, sorgt schon länger für Sorgenfalten beim BVB.

Denn so langsam rückt der letzte Sommer näher, in dem man noch Geld für ihn bekommen könnte. Und es wirkt immer stärker so, als hätten sich beide in ihren Ambitionen und in ihrer Qualität auseinandergelebt. Schlotterbeck empfindet tiefe Emotionen für den BVB. Das erzählt er nicht nur in Interviews, sondern lebt es auch auf dem Platz.

Nur wird auch er seine Schlüsse daraus ziehen, dass es gegen die größeren Gegner in dieser Saison kaum läuft. Dass die Meisterschaft noch vor dem direkten Duell mit den Bayern wieder in weite Ferne gerückt ist. Und dass seine mutigen Aussagen im Klub wohl nicht allen gefallen haben.

Am kommenden Wochenende bietet sich vielleicht die letzte Chance für Borussia Dortmund, doch nochmal ein Signal an Schlotterbeck zu senden. Doch realistisch gesehen bräuchte es mehr als nur einen klaren und überzeugenden Sieg gegen einen Gegner, der in dieser Saison sehr stark ist.

Es bräuchte auch klare Signale in der Kaderplanung. Verstärkungen für Schlüsselpositionen in allen Mannschaftsteilen. Und da kommen eben wieder die finanziellen Abstände zur Konkurrenz ins Spiel. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass Schlotterbeck dem BVB entwachsen ist. Im Sommer dürfte der nächste Schritt anstehen. Madrid oder München? Hauptsache größere Titelchancen.

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