Champions League
Favoritensterben und der BVB macht es nochmal spannend: Fünf Hottakes zur Champions League
- Veröffentlicht: 19.02.2026
- 07:45 Uhr
- Justin Kraft
Die Hinspiele der Playoffs in der Champions League sind vorbei. Doch so manche Vorentscheidung ist trügerisch. Hier kommen fünf Hottakes für die kommende Woche.
So mancher souveräne Sieg vermittelt bereits Sicherheit. Wer glaubt zum Beispiel ernsthaft, dass der BVB gegen Atalanta nochmal ins Straucheln kommt? Und wer traut den anderen Italienern noch ein Comeback zu?
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Die Playoffs der Champions League haben einige Überraschungen und viele Tore gesehen. So mancher Favorit tat sich dabei richtig schwer. Real Madrid und PSG konnten lediglich mit einem Tor Unterschied gewinnen, Atletico Madrid, Juventus Turin und Inter patzten derweil ordentlich.
Immerhin die Bundesliga blieb stabil. Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen bringen sich in Position für das Achtelfinale – wo dann nach jetzigem Stand ein deutsches Duell mit dem FC Bayern wartet.
Doch zu früh sollten die Planungen nicht beginnen. ran hat fünf Hottakes zu den Playoff-Rückspielen.
Hottake 1: Galatasaray bekommt nochmal kalte Füße
Eigentlich ist alles angerichtet für einen souveränen Einzug ins Achtelfinale der Champions League. Galatasaray spielt eine starke Saison. Abgesehen vom 1:5 in Frankfurt, das bisweilen unglücklich zu Stande kam, waren selbst die Niederlagen in der Königsklasse in der Regel knapp.
In der heimischen Süper Lig gab es indes erst eine Niederlage. Die Form stimmt, die Qualität im Team ist nach dem Sommertransferfenster da und der Gegner kriselt seit Jahren. Wer glaubt also ernsthaft an ein Comeback von Juventus Turin nach einer 2:5-Auswärtsniederlage in Istanbul?
Nun. Ein ran-Redakteur wittert etwas Spannung. Rational begründen kann man das kaum. Juve hat aus den letzten sechs Pflichtspielen nur eines gewonnen, kassierte seitdem 14 Gegentore. Doch die Champions League schreibt manchmal seltsame Geschichten. Ein frühes Tor der Italiener und das manchmal noch nicht so ganz gefestigte Galatasaray könnte nochmal wackeln.
Für ein Weiterkommen der Türken sollte es reichen, aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende geschrieben.
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Hottake 2: Der BVB muss mindestens in die Verlängerung
Bleiben wir doch gleich bei irrationalen Hottakes. Wer das Hinspiel zwischen Borussia Dortmund und Atalanta gesehen hat, wird keinen Gedanken daran verschwenden, dass das nochmal gefährlich für das Team von Niko Kovac werden könnte. Doch beim BVB ist man sich aktuell etwas zu sicher, dass die alten Muster überwunden sind.
Atalanta hatte zwei, drei Phasen im Hinspiel, in denen sie ein Tor erzielen können, vielleicht sogar müssen. Waldemar Anton wackelte mehrfach gehörig und die aus Not umgebaute Defensive wurde zu wenig gefordert. Das wird im Rückspiel anders sein. Dortmund hatte seine Chance, Atalanta bereits im Hinspiel zu besiegen, doch das gelang nicht.
Im Rückspiel werden die Italiener ein anderes Gesicht zeigen und die Dortmunder nochmal in die Verlängerung zwingen. Mindestens.
Hottake 3: Inter und ein weiterer Mitfavorit fliegen raus
Und auch der dritte Hottake hat mit Italien zu tun. Inter Mailand verlor bei Bodo/Glimt mit 1:3. Kein Ergebnis, das unaufholbar wäre. Vor allem nicht für einen Vorjahresfinalisten. Und trotzdem eines, das schwer zu korrigieren ist.
Zumal die Norweger in dieser Saison schon ein 2:2 in Dortmund und einen 2:1-Sieg in Madrid gegen Atletico mitgenommen haben. Auch der 3:1-Heimsieg gegen Manchester City hinterließ Eindruck. Die Sensation bahnt sich an und wird von Inter nicht mehr vermieden.
Doch dabei bleibt es nicht! Real Madrid und PSG haben jeweils auswärts mit nur einem Tor Unterschied gewonnen und dabei eher wechselhafte Leistungen gezeigt. Atletico kam über ein 3:3 bei Brügge nicht hinaus. Aus diesen drei Teams wird mindestens eines ausscheiden und damit wird Inter nicht der einzige Mitfavorit sein, der das Achtelfinale nicht erreicht.
Hottake 4: Mindestens zwei Elfmeterschießen
In der gesamten letzten Champions-League-Saison gab es nur zwei Elfmeterschießen. Ein Jahr zuvor waren es drei, zwischen dem Finale 2016 und der Saison 23/24 gab es nicht ein einziges. Das Duell vom Punkt ist selten in der Königsklasse.
Umso unwahrscheinlicher ist es, dass es in einer Playoff-Runde gleich zu zwei davon kommt. Aber warum nicht auch hier mal eine besondere Geschichte schreiben? In besagter Saison 23/24 mussten im Achtelfinale Atletico und Inter sowie Arsenal und Porto ins Elfmeterschießen.
Auch diesmal gibt es genügend Potenzial für Verlängerungen und Elfmeterschießen. Die meisten Spiele sind entweder noch eng oder haben einen Favoriten im Rückstand, dem alles zuzutrauen ist. Die Fans werden am Ende zwei Dramen vom Punkt erleben.
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Hottake 5: Leverkusen wird Arsenal oder Bayern das Leben zur Hölle machen
Wenn Bayer Leverkusen etwas gut macht, dann muss es das so gut machen, dass es außergewöhnlich ist, um wirklich Aufmerksamkeit zu erhalten. So wie in der ungeschlagenen Meistersaison unter Xabi Alonso. Dass die Werkself sich gerade aber still und heimlich in die Saison arbeitet, läuft komplett unter dem Radar.
Der 2:0-Auswärtssieg bei Olympiakos Piräus war der sechste Sieg im siebten Spiel. Nur das 1:1 in Gladbach unterbricht die Serie. Darunter waren einige sehr souveräne Spiele. Leverkusen ist längst nicht mehr so stark und leistungsstabil wie sie es bereits in der Vergangenheit waren.
Aber das im Sommer neu zusammengestellte Team findet sich gerade, spielt einen guten Fußball und findet vor allem Lösungen gegen ein extrem hohes Pressing wie es Olympiakos spielt. Der 2:0-Auswärtssieg ist bereits die halbe Miete auf dem Weg ins Achtelfinale. Dort trifft Bayer dann entweder auf den FC Arsenal oder den FC Bayern.
Endstation, könnte man meinen. Doch wer Leverkusens abgezockten Auftritt in Piräus gesehen hat, sah ein Team, das auch den Großen gefährlich werden kann. Wenn die Werkself jetzt noch anfängt, ihre Chancen effizient zu nutzen, werden weder Arsenal noch die Bayern große Freude an diesem Gegner haben.