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Motorsport

Formel 1 in Australien: Tschüss F1, hallo "Formel Battery" - Kommentar

  • Aktualisiert: 08.03.2026
  • 09:30 Uhr
  • Chris Lugert

Die Formel 1 ist in ihre neue Ära gestartet. Doch mit der "Königsklasse des Motorsports" hat das neue Motorenreglement nichts mehr zu tun, die Grundsätze des Racings werden verraten. Ein Kommentar.

Von Chris Lugert

Als Max Verstappen am Rande der Testfahrten in Bahrain die neue Formel 1 als "Formel E auf Steroiden" abkanzelte, war die Aufregung groß. Hat der viermalige Weltmeister damit nicht etwas übertrieben?

Nach dem Saisonauftakt in Australien steht fest: Eine bessere Bezeichnung hätte er kaum finden können.

Fans, die mit der Formel 1 groß geworden sind, sehen sich durch das neue Reglement mit einer Realität konfrontiert, die die Grundsätze des Rennsports über den Haufen wirft. Wer zu schnell ist, verliert. Belohnt wird der, der an eigentlich unsinnigen Stellen vom Gas geht. Willkommen im Jahr 2026.

Durch die neue Motorenformel, die ihre Leistung nur noch zur Hälfte aus dem Verbrennungsmotor generiert und zur anderen Hälfte aus dem Elektroantrieb, ist Energiemanagement das entscheidende Element, das über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Vorbei die Zeiten, in denen die Autos am Limit bewegt wurden.

Dabei ist es nichts Neues, dass in den Rennen taktisch und effizient gefahren werden muss. Seit dem Verbot des Nachtankens vor vielen Jahren waren die Sonntage zu oft Prozessionen, in denen es nur darum ging, Reifen und Sprit zu sparen. Aber zumindest im Qualifying konnten Fans sehen, wozu die Autos in der Lage sind.

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Formel 1 verrät ihre Grundsätze

Doch selbst damit ist es nun offenbar vorbei. In Australien wurde deutlich, dass sogar in der Qualifikation zu viel Vollgas bestraft wird. Denn wer im Laufe einer Runde nicht richtig oder ausreichend rekuperiert, dem fehlt am Ende die Energie der Batterie. Und das kostet mehr Zeit, als wenn man vorher einfach das Gaspedal durchtritt.

Ist das noch die "Königsklasse des Motorsports"? Ist das noch das Wesen der Formel 1?

Früher war die Rennserie der Gipfel, das Maximum. Wer wissen wollte, wozu Autos fähig sein können, der schaute Formel 1. Fahrer am absoluten Limit, die einfach das Ziel haben, so schnell wie möglich zu fahren. Und damit diese Faszination begründeten.

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Die neue Formel 1 wird diesen Ansprüchen nicht gerecht, vielmehr ist aus der einst so stolzen und mystischen Serie durch das neue Reglement eine "Formel Battery" geworden. Natürlich gibt es dafür Gründe. In einer Welt, in der Motorsport grundsätzlich immer kritischer gesehen wird, ringt die Formel 1 um langfristige Akzeptanz.

Klimaschutz hier, Kampf gegen fossile Brennstoffe dort, Dekarbonisierung überall. Dieser Wettbewerbsdruck ist auch bei den Autoherstellern rund um den Globus angekommen. Doch die Formel 1 braucht die Marken, die Namen. Will man sie halten, muss man sich dem Zeitgeist anpassen.

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Formel 1 oder doch schon "Formel E plus"?

Doch stellt sich automatisch die Frage, was die neue Formel 1 noch von der vor einigen Jahren eingeführten Formel E unterscheidet - abgesehen davon, dass man bei ihr laut Verstappen ein paar mehr "Steroide" - sprich: einen Verbrennermotor - vorfindet. Die Formel E wurde genau als das gegründet: eine Plattform für Hersteller, die auf Elektrifizierung setzen und eine neue Art des Motorsports bewerben.

Die Formel 1 nähert sich immer stärker der Formel E an, was bei den Fahrern allerdings nur bedingt gut ankommt. Die kritischen Stimmen in Australien waren nicht zu überhören, und zwar von einer überwältigenden Mehrheit der Piloten.

Weltmeister Lando Norris sprach sogar von den "schlechtesten Autos" überhaupt. Verstappen empfand "überhaupt keinen Spaß" und bilanzierte: "Emotional und vom Gefühl her ist das Ganze völlig leer."

Formel 1: So sieht der Rennkalender 2026 aus

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<strong>Albert Park Circuit, Australien</strong>&nbsp;<br>06.-08.03.2026<br>Im Rennkalender seit 1996 (zwei Jahre Corona-Pause von 2020-2021)
© imago sportfotodienst

Albert Park Circuit, Australien 
06.-08.03.2026
Im Rennkalender seit 1996 (zwei Jahre Corona-Pause von 2020-2021)

<strong>Shanghai International Circuit, China</strong><br>13.-15.03.2026<br>Zurück im Rennkalender seit 2024
© imago

Shanghai International Circuit, China
13.-15.03.2026
Zurück im Rennkalender seit 2024

<div><strong>Suzuka International Racing Course, Japan</strong><br>27.-29.04.2026<br> Im Rennkalender seit 2009 (zwei Jahre Corona-Pause von 2020-2021)</div>
© imago sportfotodienst

Suzuka International Racing Course, Japan
27.-29.04.2026
Im Rennkalender seit 2009 (zwei Jahre Corona-Pause von 2020-2021)

<strong>Bahrain International Circuit, Bahrain</strong><br>10.-12.04.2026<br> Im Rennkalender seit 2004 (einjährige Pause in 2011)
© imago images/ZUMA Wire

Bahrain International Circuit, Bahrain
10.-12.04.2026
Im Rennkalender seit 2004 (einjährige Pause in 2011)

<strong>Jeddah Corniche Circuit, Saudi Arabien</strong><br>17.-19.04.2026<br> Im Rennkalender seit 2021
© IMAGO/HochZwei

Jeddah Corniche Circuit, Saudi Arabien
17.-19.04.2026
Im Rennkalender seit 2021

<strong>Miami International Autodrome, USA</strong><br>01.-03.05.2026<br> Im Rennkalender seit 2022
© imago

Miami International Autodrome, USA
01.-03.05.2026
Im Rennkalender seit 2022

<strong>Circuit Gilles-Villeneuve, Kanada</strong><br>22.-24.05.2026<br> Im Rennkalender seit 1978 (mit fünf Ausnahmen in 1975, 1987, 2009, 2020 und 2021)
© IMAGO/NurPhoto

Circuit Gilles-Villeneuve, Kanada
22.-24.05.2026
Im Rennkalender seit 1978 (mit fünf Ausnahmen in 1975, 1987, 2009, 2020 und 2021)

<strong>Circuit de Monaco, Monaco</strong><br>05.-07.06.2026<br> Im Rennkalender seit 1955
© IMAGO/HochZwei

Circuit de Monaco, Monaco
05.-07.06.2026
Im Rennkalender seit 1955

<strong>Circuit de Barcelona-Catalunya, Spanien</strong><br>12.-14.06.2026<br> Im Rennkalender seit 1991
© IMAGO/HochZwei

Circuit de Barcelona-Catalunya, Spanien
12.-14.06.2026
Im Rennkalender seit 1991

<strong>Red Bull Ring, Österreich</strong><br>26.-28.06.2026<br> Im Rennkalender seit 2014
© IMAGO/HochZwei

Red Bull Ring, Österreich
26.-28.06.2026
Im Rennkalender seit 2014

<strong>Silverstone Circuit, England</strong><br>03.-05.07.2026<br> Im Rennkalender seit 1987
© IMAGO/NurPhoto

Silverstone Circuit, England
03.-05.07.2026
Im Rennkalender seit 1987

<strong>Spa-Francorchamps, Belgien</strong><br>17.-19.07.2026<br> Im Rennkalender seit 1983
© imago

Spa-Francorchamps, Belgien
17.-19.07.2026
Im Rennkalender seit 1983

<strong>Hungaroring Circuit, Ungarn</strong><br>24.-26.07.2026<br> Im Rennkalender seit 1986
© IMAGO/Branislav Racko

Hungaroring Circuit, Ungarn
24.-26.07.2026
Im Rennkalender seit 1986

<strong>Circuit Park Zandvoort, Niederlande</strong><br>21.-23.08.2026<br> Im Rennkalender seit 2021
© IMAGO/ANP

Circuit Park Zandvoort, Niederlande
21.-23.08.2026
Im Rennkalender seit 2021

<strong>Autodromo Nazionale Monza, Italien</strong><br>04.-06.09.2026<br> Im Rennkalender seit 1950 (Ausnahme in 1980)
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Autodromo Nazionale Monza, Italien
04.-06.09.2026
Im Rennkalender seit 1950 (Ausnahme in 1980)

<strong>Madring, Spanien</strong><br>11.-13.09.2026<br> Neu im Rennkalender
© IMAGO/ZUMA Press Wire

Madring, Spanien
11.-13.09.2026
Neu im Rennkalender

<strong>Baku City Circuit, Aserbaidschan</strong><br>25.-27.09.2026<br> Im Rennkalender seit 2016
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Baku City Circuit, Aserbaidschan
25.-27.09.2026
Im Rennkalender seit 2016

<strong>Marina Bay Street Circuit, Singapur</strong><br>09.-11.10.2026<br> Im Rennkalender seit 2008
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Marina Bay Street Circuit, Singapur
09.-11.10.2026
Im Rennkalender seit 2008

<strong>Circuit of the Americas, USA</strong><br>23.-25.10.2026<br>Im Rennkalender seit 2012
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Circuit of the Americas, USA
23.-25.10.2026
Im Rennkalender seit 2012

<strong>Autódromo Hermanos Rodríguez, Mexiko</strong><br>30.10.-01.11.2026<br> Im Rennkalender seit 2015
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Autódromo Hermanos Rodríguez, Mexiko
30.10.-01.11.2026
Im Rennkalender seit 2015

<strong>Autódromo José Carlos Pace, Brasilien</strong><br>06.-08.11.2026<br> Im Rennkalender seit 1990 (Corona-Pause in 2020)
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Autódromo José Carlos Pace, Brasilien
06.-08.11.2026
Im Rennkalender seit 1990 (Corona-Pause in 2020)

<strong>Las Vegas Strip Circuit, USA</strong><br>19.-21.11.2026<br> Im Rennkalender seit 2023
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Las Vegas Strip Circuit, USA
19.-21.11.2026
Im Rennkalender seit 2023

<strong>Lusail International Circuit, Qatar</strong><br>27.-29.11.2026<br> Im Rennkalender seit 2021
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Lusail International Circuit, Qatar
27.-29.11.2026
Im Rennkalender seit 2021

<strong>Yas Marina Circuit, Abu Dhabi</strong><br>04.-06.12.2026&nbsp;<br>Im Rennkalender seit 2014
© HOCH ZWEI/Pool/Formula 1

Yas Marina Circuit, Abu Dhabi
04.-06.12.2026 
Im Rennkalender seit 2014

Daran ändert auch das durchaus spannende Rennen am Sonntag nichts, eher verstärkt es den Punkt. Ja, es gab viele Überholmanöver. Aber der Reflex, die Attraktivität eines Rennens nach der Quantität der Positionswechsel zu bewerten, ist Teil des Problems. Es geht nicht um die Anzahl, es geht um die Qualität.

Auch zu DRS-Zeiten gab es viele Überholmanöver, die aber nicht das Ergebnis spannender Rad-an-Rad-Duelle waren, sondern einfach einem Geschwindigkeitsboost geschuldet waren. Das Schlimme daran war: Der Vordermann konnte sich nicht verteidigen, der Verfolger drückte den Knopf und zog vorbei.

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Formel 1: Schwere Zeiten für Petrolheads

DRS mag Geschichte sein, doch auch mit dem neuen Boost-Button sehen die Überholmanöver maximal künstlich aus. Die wilde Anfangsphase in Melbourne erinnerte mehr an Mario Kart als an professionelles Racing. Doch ist das exakt der Effekt, den die Formel 1 erreichen wollte. Entertainment schlägt echten Rennsport.

Das dürfte dabei helfen, junge, neue Fans für den Sport zu gewinnen. Traditionsbewusste Petrolheads, für die Racing zwangsläufig mit dem Streben nach dem Maximum verbunden ist, erleben hingegen harte Zeiten. Sie sind nicht mehr die Zielgruppe, die die Formel 1 ansprechen will.

Weshalb sie nur zwei Optionen haben: die neue Formel 1 zu akzeptieren oder ihr den Rücken zu kehren. Letzteres hatte Verstappen zumindest bereits in den Raum gestellt ...

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