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Olympische Winterspiele live auf Joyn

Olympia 2026 - Georg Hackl im Interview zum Skeleton-Eklat: "Wir haben Regeln und die machen Sinn"

  • Aktualisiert: 14.02.2026
  • 11:21 Uhr
  • Marcus Giebel

Die Olympischen Spiele 2026 sind die elften, die Georg Hackl live vor Ort miterlebt, diesmal als Trainer der österreichischen Rodler. Im ran-Interview spricht die Wintersport-Legende über die deutschen Champions und die eigenen Zukunftspläne.

Das Interview führte Marcus Giebel

Für die Rodler sind die Olympischen Spiele 2026 bereits beendet. Aus deutscher Sicht kann sich die Bilanz mit drei Goldmedaillen, einmal Silber und einmal Bronze in fünf Wettbewerben sehen lassen. Mit Max Langenhan und Julia Taubitz gibt es zwei neue Einzel-Olympiasieger.

Auch Georg Hackl verbucht die Wettbewerbe von Cortina d'Ampezzo als Erfolg. Der dreimalige Olympiasieger war als Trainer der Österreicher vor Ort dabei, bejubelte viermal Edelmetall: dreimal Silber und einmal Bronze.

Im ran-Interview spricht die Rodel-Legende über das besondere Ambiente in den Dolomiten, das deutsche Erfolgsgeheimnis und die eigenen Zukunftspläne kurz vor Ende seines Engagements in der Alpenrepublik. Außerdem äußert sich der 59-Jährige zum Ausschluss des ukrainischen Skeletonis Wladyslaw Heraskewytsch, der wegen seines Helmes mit den Gesichtern im Krieg gestorbener Athleten nicht starten durfte.

ran: Diese Olympischen Spiele waren Ihre elften. Was bleibt von diesen Tagen hängen?

Georg Hackl: "Es waren wunderschöne Spiele in einem tollen und klassischen Wintersportort. Auch wenn bestimmte Wettbewerbe natürlich weit auseinandergezogen waren, aber hier in Cortina mit den Rodlern, den Skifahrern, war es schon eine tolle winterliche Atmosphäre. Was bleibt hängen? Die Freude darüber, dass sich die italienische Regierung letztlich doch dazu entschieden hat, in Cortina eine neue Bob- und Rodel-Bahn zu bauen. Das stand ja auf der Kippe, da hat man schon einen Ausweich-Schauplatz gesucht und das wäre ungünstig gewesen."

ran: Und in Bezug auf Ihre Aufgabe als Trainer der österreichischen Rodler?

Hackl: "Das war für mich jetzt ein vierjähriges Projekt. Gut, Luft nach oben ist immer, aber wir sind schon sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Vielleicht waren es auch meine letzten Spiele."

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Hackl über seine Trainerkarriere: "Meine Leidenschaft verwirklicht"

ran: Im Vorfeld hatten Sie angekündigt, dass Sie Ihre Karriere als Trainer beenden werden. Überlegen Sie nun doch noch einmal?

Hackl: "Erst einmal: Ich werde im nächsten Winter nicht mehr die volle Runde im Rodelsport als Trainer mitbegleiten."

ran: Mit was für einem Gefühl verabschieden Sie sich dann demnächst aus dem Job?

Hackl: "Mit einem guten. Ich war sehr erfolgreich als Sportler, ich war sehr erfolgreich als Trainer, konnte mein ganzes berufliches Leben lang meine Leidenschaft verwirklichen. Das empfinde ich als großes Glück. Man muss aber auch rechtzeitig realisieren, wenn eine bestimmte Lebensphase zu Ende geht. Ich war immer im Leben ein Mensch, der auch vorausschauend gehandelt hat. Von daher empfinde ich es jetzt als richtigen Zeitpunkt."

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Olympia 2026: So feiert das Deutsche Haus nach historischem Rodel-Gold

ran: Werden wir Sie denn nochmal in einer Funktion im Rodelsport sehen?

Hackl: "Ich werde vielleicht, wenn irgendwann – was immer noch in den Sternen steht, weil Deutschland ja mittlerweile zu einer unglaublichen Bananenrepublik herabgekommen ist – nach mittlerweile fünf Jahren Pause am Königsee wieder gerodelt wird (Bahn wurde beim Hochwasser 2021 schwer beschädigt, d. Red.), vielleicht auch mithelfen, dass die Kinder vor Ort mit vernünftigen Schlitten ausgestattet sind und vernünftige Anweisungen bekommen, wie Rodeln funktioniert. Aber ich werde auf jeden Fall nicht mehr den ganzen Winter jeden Tag nach Zeitplan eine Mannschaft betreuen."

ran: Wie Sie schon angesprochen haben: Die Olympischen Spiele waren mal wieder nah an der Heimat. Was war der Unterschied zu den vorangegangenen Spielen in Asien und Russland?

Hackl: "Es war mal wieder ein klassischer Wintersportort. Das ist das Tolle. Es ist im Herzen der Dolomiten, Gebirge, Winter, alles super. Ich möchte die anderen Austragungsorte nicht schlechtreden, aber es ist mal wieder klassisch, wie Wintersport aussehen soll."

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Hackl über Olympia: "Wendl/Arlt bei Teamstaffel die Matchwinner"

ran: Mit der Bilanz Ihrer Österreicher sind Sie zufrieden. Dominiert haben aber wieder die Deutschen, mit dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze. Wer hat Ihnen da besonders imponiert?

Hackl: "Imponiert haben mir alle. Das geht mit Max Langenhan los, der in erstklassiger Manier seine Läufe ins Ziel gebracht hat. Julia Taubitz, die mit ihrem sprichwörtlichen Charme ihre Sache gemacht hat. Ich habe mich sehr gefreut für das Mädels-Doppel Dajana Eitberger und Magdalena Matschina. Ja, und dann die Tobis, Wendl/Arlt, die auch noch ihre Medaille ergattert haben, und in der Teamstaffel zum Matchwinner avanciert sind."

ran: Was macht das deutsche Team so stark? Warum garantieren die Rodler bei Olympischen Spielen immer Medaillen?

Hackl: "Da fragen Sie besser einen deutschen Trainer. Deutschland ist halt die Rodel-Nation Nummer eins, weil es in Deutschland einfach die meisten Stützpunkte gibt, wo Leistungsentwicklung im Rennrodelsport betrieben wird. Das beginnt mit der Talentauswahl, der Talentförderung, also von Kindesbeinen an. Das findet in Deutschland an unterschiedlichen Standorten statt und von daher ist der Pool, aus dem sich die Spitzenathleten rekrutieren, schon größer. In Deutschland versteht man es auch, ein optimales Umfeld zu schaffen und optimale Bedingungen zu schaffen. Das hat sich in Österreich in den letzten Jahren auch sehr gut entwickelt, von daher ist auch Österreich auf einem guten Weg."

Olympia 2026: Kanzler-Anruf mitten auf der PK?

ran: Langenhan und Taubitz haben ihre ersten Olympia-Goldmedaillen gewonnen. Was ist da noch zu erwarten?

Hackl: "Ich habe ehrlich gesagt die Informationen nicht. Natürlich aus der Distanz gesehen, sind Max und Julia zwei sehr sympathische Sportler. Sie sind auch jung genug, um bei den nächsten oder sogar den übernächsten Olympischen Spielen dabei sein zu können. Von daher haben die alle Möglichkeiten. Aber ich bin ein Mensch, der nicht gerne sportliche Ergebnisse voraussagt. Denn man kann sportliche Ergebnisse nicht voraussagen. Das ist ja das Schöne am Sport: Sporting results are unpredictable. Das lieben die Zuschauer, weil ja immer ein Favorit abstürzen kann, ein Underdog gewinnen kann. Wir sprechen vom sportlichen Potenzial, das bei Max Langenhan enorm groß ist, das bei Julia Taubitz enorm groß ist. Aber wie es sich letztlich entwickelt: keine Ahnung."

ran: Da haben Sie natürlich Recht. Vorhersagen sind immer schwierig.

Hackl: "Gucken Sie sich Felix Loch an, wie hart der gearbeitet hat. Und er war in dieser Saison der absolute Favorit. Von den österreichischen Trainerkollegen, von den österreichischen Sportlern wurde er als der absolute Topfavorit hier für die Spiele gehandelt. So schnell kann es gehen, dann trifft das alles gar nicht so ein (Platz sechs in Cortina, d. Red.), für was man so hart gearbeitet hat und was die meisten Experten so einschätzen."

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Hackl über Skeletoni-Ausschluss: "Regeln machen Sinn"

ran: Sie sind ja zu einer Zeit gefahren, in der es die Teamstaffel noch nicht gab. Wäre das auch etwas für Sie gewesen oder sind Sie froh gewesen, dass Sie sich komplett auf den Einzelwettbewerb konzentrieren konnten?

Hackl: "Ja, natürlich wäre das auch was für mich gewesen. Das ist ja toll, wenn man dann einen zweiten Wettbewerb hat, der nach dem Einzelwettbewerb stattfindet, und auch die Chance hat, eine zweite Medaille zu gewinnen. Schon toll."

ran: Für Schlagzeilen sorgte der Ausschluss des ukrainischen Skeletonis Wladyslaw Heraskewytsch, weil er einen Helm tragen wollte, auf dem im Ukraine-Krieg getötete Athleten zu sehen sind. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Hackl: "Sehr schwierig. Natürlich ist es immer schwierig und traurig, wenn es einen Krieg auf der Welt gibt, und glauben Sie mir, ich bin da zutiefst bestürzt, was da alles vor sich geht. Es ist nur so: Es gibt einfach diese Regel, dass es keine politischen Statements bei Olympischen Spielen geben soll, sonst würde jeder plötzlich ein politisches Statement abgeben. Es gibt ein Commitment, dass man das nicht macht. Wenn jeder ein politisches Statement abgibt, dann verfehlen diese Spiele auch ihren Zweck. Ich verstehe ihn voll und ganz und toleriere das, aber es ist Aufgabe der zuständigen Gremien, die Einhaltung der Regeln durchzusetzen. Wir haben Regeln und die machen Sinn, damit das nicht ausufert und zu einer Veranstaltung von politischen Aussagen wird. So leid es mir auch im individuellen Fall tut."

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