- Anzeige -
- Anzeige -
Paralympics

Paralympics: Zukunftssorgen im deutschen Parasport nach historischem Tiefpunkt

  • Veröffentlicht: 16.03.2026
  • 10:46 Uhr
  • SID

Nach dem schlechtesten Abschneiden bei Winterspielen steht der deutsche Parasport vor trüben Aussichten. Der Trend zeigt nach unten, doch es könnte noch schlimmer kommen.

Große Nachwuchssorgen, fehlende Mittel - und bald der Absturz ins sportliche Niemandsland? Dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) droht nach dem enttäuschenden Abschneiden bei den Paralympischen Winterspielen eine Reise ins Ungewisse, die Probleme sind vielschichtig. Aushängeschild Anna-Lena Forster schlägt Alarm.

"Es gibt gute Phasen, es gibt schlechte oder es gibt einfach Jahre, in denen man nicht so erfolgreich ist", sagte die Monoskifahrerin: "Die hat das deutsche Team jetzt gerade." Forster bescherte der deutschen Mannschaft in Norditalien die einzigen beiden Goldmedaillen, weniger waren es noch nie. Auch im Medaillenspiegel setzte es mit Platz elf einen Tiefpunkt.

Erfolgreiche Athletinnen wie die alpine Skirennfahrerin Andrea Rothfuss oder die nordische Athletin Andrea Eskau, die zusammen 23 Medaillen bei Winterspielen gewannen, verlassen die Paralympics-Bühne. Auch Forster ist noch unentschlossen, ob sie einen kompletten Zyklus dranhängt und 2030 in den französischen Alpen startet.

- Anzeige -
- Anzeige -

Deutschem Parasport fehlt der Nachwuchs

Vielversprechende Talente, wie die 17-jährige Maya Fügenschuh oder die Paralympicssiegerinnen Linn Kazmaier (19) und Leonie Walter (22), kommen kaum nach. In der Nachwuchsarbeit müsse mehr gemacht werden, forderte Forster: "Das ist zweifellos so - und das muss auch passieren, wenn wir weiterhin Medaillen wollen, wenn wir überhaupt Leute wollen, die zu Paralympics fahren."

Es gebe "einiges an Arbeit", klagte Forster: "Da muss mehr Geld reingesteckt werden." Doch von diesem sieht der DBS nur wenig. Auch Chef de Mission Marc Möllmann forderte, "um den eingeschlagenen Weg in Richtung Professionalisierung weiterzuführen, einen gewissen Aufwuchs".

Über 168 direkte Förderplätze verfügt der DBS für seine Athletinnen und Athleten im Jahr 2026, die die Stiftung Deutsche Sporthilfe mit dem höchsten Grundbetrag zwischen 700 und 800 Euro finanziell unterstützt. Dem gegenüber stehen allerdings 196 Teilnehmer an den jüngsten Sommer- und Winterspielen.

Die Sporthilfe ist dabei vor allem von der Bundesregierung abhängig, die finanzielle Mittel bereitstellt. Eine Erhöhung dieser wurde zuletzt abgelehnt. Dem olympischen Sport stehen dagegen 1700 Förderplätze für zuletzt 620 Teilnehmende zur Verfügung.

- Anzeige -
- Anzeige -

DBS trotz Rückstand "noch nicht besorgt"

In diesem Vergleich sieht Idriss Gonschinska "noch ein paar Potenziale, die wir in den nächsten Jahren erschließen wollen", sagte der DBS-Vorstandsvorsitzende: "Gerade wenn man sich auf den Weg macht für eine Bewerbung für Paralympische und Olympische Spiele. Dann können wir hier nochmal deutlich aufholen."

Ein wichtiger Bereich ist laut Gonschinska auch die Innovation und Technik. Vor den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo hatten Forster und die nordische Athletin Anja Wicker mit dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) zusammengearbeitet. Forster mit zweimal Gold und einmal Silber sowie Wicker mit je zweimal Silber und Bronze waren die erfolgreichsten deutschen Sportler. Zumindest Wicker will auch sicher bis 2030 weitermachen.

Oftmals liefen die Deutschen der Konkurrenz allerdings hinterher, die Leistungsdichte hat zugenommen, vor allem bei einer kompletten Rückkehr russischer Athletinnen und Athleten dürfte es Deutschland noch schwerer haben. In puncto Förderung liegen andere Nationen wie Frankreich weit voraus.

"Wir sind uns der Entwicklung bewusst", sagte Möllmann, Vorstand Leistungssport im DBS, "sind aber noch nicht besorgt".

Mehr News und Videos
imago images 1072053724
News

Trotz Horrorverletzung: Vonn schließt Ski-Comeback nicht aus

  • 16.03.2026
  • 06:11 Uhr