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NFL - Aaron Rodgers mit den Steelers gegen die Packers: Als es für Jordan Love Strafpunkte hagelte
- Aktualisiert: 24.10.2025
- 14:12 Uhr
- Andreas Reiners
Im Sunday Night Game von Week 8 treffen die Pittsburgh Steelers auf die Green Bay Packers und damit Aaron Rodgers auf Jordan Love. Beide verbindet ein spezielles Verhältnis.
Strafpunkte. Immer wieder hagelte es Strafpunkte.
Aaron Rodgers war da unerbittlich. Denn Jordan Love schwieg. Viel zu oft, viel zu lange. Rookies zeichnen sich in der NFL selten dadurch aus, dass sie auf Anhieb verbal auf die Kacke hauen.
Aber Love war dann doch ein spezielles Exemplar, als er 2020 als 26. Pick zu den Green Bay Packers kam.
"Quiet fine, Jordan", hieß es dann, sinngemäß also: "Strafe wegen Schweigens, Jordan."
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Denn: "Er hat einfach nichts gesagt, also mussten wir einen Weg finden, seine Strafpunkte hochzutreiben", verriet Rodgers bei "The Athletic" im vergangenen Jahr. "Wir haben ihn ständig mit 'Quiet Fines' belegt. Da lief ein Gespräch, und er sagte minutenlang kein Wort – Quiet fine, Jordan."
Jordan Love und Aaron Rodgers: Ein besonderes Wiedersehen
Hintergrund war ein damaliges, internes Strafpunktsystem im Quarterback-Raum. Dabei wurden am Ende jeder Woche die gesammelten Strafpunkte für verschiedene Vergehen zusammengezählt und ergaben der Anzahl der Würfe, die Spieler und Trainer auf eine Dartscheibe bekamen. Derjenige mit der höchsten Punktzahl an der Scheibe musste allen in der Runde ein Geschenk kaufen.
Wie Love bestätigte, hat er im Laufe des Jahres "eine Tonne an 'Quiet fines'" angesammelt.
Die Wege der beiden Quarterbacks haben sich seitdem längst getrennt. Rodgers ging 2023 zu den New York Jets, seit dieser Saison spielt er für die Pittsburgh Steelers. Love ist seit dem Weggang der Packers-Legende der Starter.
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Im Sunday Night Game von Week 8 (ab 1:20 Uhr im Liveticker) stehen sich beide erstmals wieder gegenüber.
Es wird ein besonderes Wiedersehen, weil – Strafpunkte hin oder her - Rodgers mit Love anders umging, als er es selbst erlebt hatte. Die Strafpunkte sind nur eine Episode, doch was witzig gemeint war, erwies sich für Love als wertvoll.
Denn Rodgers sah die Verpflichtung des offensichtlichen Erben pragmatisch, eröffnete Love in einem ersten Gespräch, dass er genau wisse, wie es sei, in der Position zu sein. Er werde ihm helfen, kündigte er dem Neuling an.
Aaron Rodgers wollte Love "die Nervosität nehmen"
"Ich wollte ihm einfach ein bisschen die Nervosität nehmen. Ich war selbst einmal in dieser Lage und wusste: Er kann nichts dafür. Er hat sich ja nicht ausgesucht, von den Packers gedraftet zu werden", sagte Rodgers.
Was dem heute 26-jährigen Love fraglos nachhaltig geholfen hat bei seiner Entwicklung.
Rodgers hatte zum Start seiner NFL-Karriere mit Packers-Legende Brett Favre andere Erfahrungen gemacht. Als "grausam" hatte das Rodgers-Umfeld den anfänglichen Umgang einmal bezeichnet. "In meinem Vertrag steht nicht, dass ich Aaron Rodgers spielbereit machen muss", hatte Favre zudem erklärt. Das Verhältnis besserte sich erst mit der Zeit.
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Dazu verriet Rodgers, dass er selbst früher in Meetings sehr still war. Er wollte vermeiden, dass Love denselben Fehler macht.
"Ich wollte einfach keine Abläufe stören. Aber es hat mir damals auch niemand erklärt, warum etwas passiert oder warum ich etwas machen sollte. Ich habe mir geschworen: Wenn ich jemals in dieser Rolle bin, mache ich es so, wie ich es mir damals gewünscht hätte", sagte Rodgers.
Green Bay Packers: Rodgers war Förderer, nicht Verhinderer
Also habe er versucht, Love in Gespräche einzubinden, "ihm zu zeigen, wie man Dinge richtig sieht, kleine Hinweise zu geben – und ihn zu ermutigen", so Rodgers.
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Der Idealfall für eine Franchise sieht so aus, dass ein älterer Routinier weiß, dass die restliche Zeit seiner Karriere begrenzt ist. Dass es seine Aufgabe sein kann, seinen Nachfolger mit aufzubauen.
Also als Förderer zu fungieren, nicht als Verhinderer. Rodgers entschied sich dafür, Förderer zu sein.
"Mir war es immer wichtig, ihn wissen zu lassen: Jeden einzelnen Fehler, den du machst – den habe ich auch schon gemacht. Und wahrscheinlich noch schlimmer", sagte er.
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Love schätzt noch heute, wie Rodgers mit der Situation umgegangen ist. Bei "Channel3000.com" sagte der jetzige Packers-Starter: "Ein großer Teil davon war - und das hat er mir auch gesagt -, dass er genau wusste, wie es sich anfühlt, in derselben Position zu sein und was er damals durchgemacht hat. Auch wie die Situation damals vielleicht nicht ideal gehandhabt wurde. Seine Perspektive war: 'Ich will diesmal einen anderen Weg gehen'. Und das fand ich großartig."
Steelers vs. Packers: Richtungsweisendes NFL-Duell
Beide hätten "ein super Verhältnis" gehabt, betonte Love, der natürlich auch sportlich von Rodgers lernen konnte. "Er war in jeder Hinsicht klasse. Ich schätze es sehr, wie er das alles auch nach außen hin geregelt hat - vor allem, was seinen Abschied und meinen Übergang betrifft. Er war sehr unterstützend, hat mir geholfen, auch mit mancher negativer Stimmung umzugehen, die so ein Wechsel mit sich bringt", betonte Love: "A-Rod hat das professionell gelöst und mir gegenüber absolut fair gehandelt."
Was nicht bedeutet, dass beide am Sonntagabend während des Spiels auf Kuschelkurs sein werden. Die Packers stehen mit 4-1-1 an der Spitze der NFC North, die Steelers mit 4-2 auf Platz eins in der AFC North. Es geht um viel, es ist ein richtungsweisendes Duell.
Geschenke wird es daher am Sonntag keine geben. Strafpunkte allerdings auch nicht mehr.