American Football
NFL - New York Jets: Woody Johnson beweist seine Peinlichkeit auch abseits des Sportlichen - ein Kommentar
- Veröffentlicht: 14.02.2026
- 21:50 Uhr
- Chris Lugert
In der NFL werden die Team-Zeugnisse, in denen die 32 Teams anhand verschiedener Kriterien bewertet werden, künftig nicht mehr veröffentlicht. Dass Woody Johnson einer der Treiber hinter dieser Entwicklung war, überrascht nicht. Ein Kommentar.
Von Chris Lugert
Das Jahr 2000 war für viele Menschen etwas Schönes, etwas, an das sie sich gerne zurückerinnern. Sei es nur das Millenium an sich, seien es spezielle persönliche Erfahrungen.
Und dann gibt es die Fans der New York Jets, die mit diesem Jahr vor allem eine Sache verbinden. Damals kaufte Woody Johnson für 635 Millionen Dollar die Franchise auf. Seine Bilanz seither? Verheerend.
In der NFL gibt es den Leitsatz, dass schlechte Franchises meist erfolglos bleiben, weil ihre Owner sich trotz mangelnden Sachverstands immer wieder ins Tagesgeschäft einmischen.
In einem Anfall von vermeintlicher Klugheit werden Entscheidungen gefällt, die rational kaum zu erklären sind. Die Cleveland Browns funktionieren ganz ähnlich, dort treibt Jimmy Haslam sein Unwesen.
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Doch zurück zu den Jets. Die Franchise stand nie für Erfolg, aber 15 Jahre ohne Playoff-Teilnahme? Das ist ein Pfund, allerdings kein positives. Woody Johnson hat an dieser Durststrecke seinen ganz eigenen Anteil.
NFL: Zeugnisse werden nicht mehr veröffentlicht
Nicht wenige Fans halten den 78-Jährigen für den schlechtesten Besitzer in der NFL. So etwas wollen leicht zum Narzissmus neigende Milliardäre natürlich nicht hören. Zu viel Kontakt mit der Realität muss ja nicht sein.
Insofern waren für Johnson und die anderen Owner in der NFL die jährlichen Zeugnisse der NFL-Spieler immer eine interessante Sache. Denn ein ehrlicheres Urteil über den Zustand einer Franchise konnte es kaum geben.
Die Spielergewerkschaft NFLPA führt schon seit mehreren Jahren eine Umfrage unter ihren Mitgliedern durch, die Profis sollen dabei ihre Franchise anhand verschiedener Kategorien bewerten.
Jetzt aber wurde auf Druck der NFL - also der Owner - die Veröffentlichung dieser Zahlen beendet. Die Umfrage soll es zwar weiterhin geben, die Öffentlichkeit davon aber keine Kenntnis mehr erhalten.
Die NFL argumentierte, die Team-Zeugnisse verstießen gegen die Satzung und die Geschäftsordnung der Liga, die es Spielern verbieten, "ein Mitgliedsteam oder dessen Management, Personal, Mitarbeiter oder Trainer öffentlich zu kritisieren".
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Fans der Jets, Browns und Co. verdienen Mitleid
Einer der Treiber hinter der Beschwerde soll - man ahnt es - Woody Johnson gewesen sein. Was zu gut ins Bild passt. Denn mit seinem eigenen Versagen will jemand wie Johnson natürlich nicht konfrontiert werden.
Der Peinlichkeit, die sein Team seit Jahren auf dem Footballfeld abgibt, folgt nun auch die Peinlichkeit abseits davon. Johnson zeigt sich als beleidigte Diva mit der Unfähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.
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Das unterscheidet die guten Owner von den schlechten. Erstere nehmen die Ergebnisse der Umfrage zur Kenntnis und überlegen, wo sie ihr Team verbessern können. Letztere denken nur an sich selbst und ihr Ego.
Und so werden die entsprechenden Franchises dann auch geführt. Die einen wollen Erfolg und tun alles dafür, um die nötigen Umstände dafür zu schaffen. Den anderen geht es nur um ihr eigenes Ansehen, sie mischen sich deshalb immer wieder ein und merken nicht, dass sie damit erst die maximale Erfolglosigkeit herbeiführen.
Die Fans der Jets, Browns und anderer chronisch erfolgloser Teams verdienen maximales Mitgefühl, dass an der Spitze ihrer Teams solche Leute das Sagen haben.