NFL Playoffs 2026: Seattle Seahawks und Denver Broncos - Super-Teams mit Quarterback-Fragezeichen
Aktualisiert: 14.01.2026
14:53 Uhr
Kai Esser
In den Divisional Playoffs greifen die Nummer-eins-Seeds der beiden Conferences, die Denver Broncos und die Seattle Seahawks, in die Playoffs ein. Die Kader sind über jeden Zweifel erhaben - abgesehen von den Quarterbacks.
Man kann so schön spielen, wie man will, der Box Score kann Statistiken vorweisen, die man besser nicht malen könnte. Solange das eigene Team nicht mehr Punkte auf die Anzeigetafel bringt als das gegnerische, ist das herzlich wenig wert.
Genau deshalb haben sich die Seattle Seahawks und Denver Broncos das Recht erspielt, in der Wild Card Round auf der Couch zu sitzen und den anderen Playoff-Teams zuzuschauen. Beide gewannen 14 Spiele, nur die New England Patriots schafften das auch, verloren aber den Tiebreaker mit den Broncos.
Allerdings: Vor allem Denver vertrauen die meisten Experten nicht nachhaltig. Das liegt, ähnlich wie bei den Seahawks, vor allem an einer Personalie: dem Quarterback.
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Seattle Seahawks mit Sam Darnold: Die größte Variable
"Der einzige Grund, warum die Seahawks nicht der überwältigende und einstimmige Top-Favorit auf den Super-Bowl-Sieg sind, ist Sam Darnold", sagte "Fox"-Journalist Chris Broussard in seiner Sendung "First Things First".
Und tatsächlich: Nach einem statistisch starken Start in die Saison hat Darnold zuletzt abgebaut, während die Seahawks ihre Spiele trotzdem souverän gewonnen haben. In Woche elf verloren die Seahawks zuletzt ein Spiel, mit 19:21 gegen die Los Angeles Rams.
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NFL-Transactions: New England Patriots verpflichten deutschen Spieler
Lorenz Metz (New England Patriots) Neue Heimat für den deutschen Offensive Lineman Lorenz Metz. Vom Practice Squad der Tampa Bay Buccaneers wird der gebürtige Bayer ins Practice Squad des sechsmaligen Champions New England Patriots aufgenommen. Die Maßnahme ist wohl eine Reaktion auf die Probleme der Offensive Line im ersten Playoff-Spiel gegen die Chargers (16:3). Metz könnte bereits in der Divisional Round gegen die Texans aktiviert werden.
Lenny Krieg (New York Jets) Kicker Lenny Krieg hat eine neue Heimat in der NFL gefunden: Die New York Jets statteten den Deutschen mit einem Future/Reserve Contract aus und holten ihn vom Practice Squad der Atlanta Falcons. Damit haben die Jets die Rechte an Krieg für die Saison 2026, aber nicht darüber hinaus.
Jakobi Meyers (Jacksonville Jaguars) An der Trade Deadline erst per Trade gekommen, nun ein neuer Vertrag: Die Jacksonville Jaguars statten Wide Receiver Jakobi Meyers mit einem neuen Kontrakt über drei Jahre und 60 Millionen Dollar aus, davon sind 40 Millionen garantiert. Nachdem Meyers bei den Las Vegas Raiders nicht glücklich wurde, tradeten die Jaguars für ihn. Nach der Saison wäre er Free Agent geworden.
Travis Jones (Baltimore Ravens) In seinem letzten Vertragsjahr haben die Baltimore Ravens Nägel mit Köpfen gemacht und Defensive Tackle Travis Jones mit einem neuen Vertrag ausgestattet. Die Stütze der Defensive Line verdient über die kommenden drei Jahre 40,5 Millionen Dollar. Der Third Round Pick von 2022 spielt sein bestes Jahr und ist zu einem zuverlässigen Run Stopper geworden.
Luke Wattenberg (Denver Broncos) Die Denver Broncos haben einem Anker ihrer Offensive Line einen neuen Vertrag gegeben. Wie NFL-Insider Tom Pelissero berichtet, statten die Broncos ihrem Center Luke Wattenberg mit einem neuen Vierjahresvertrag aus, der ihm 48 Millionen Dollar einbringt, damit sind nur drei Center besser bezahlt als Wattenberg. Die Hälfte davon sind garantiert. Laut "Pro Football Focus" hat Wattenberg diese Saison noch keinen Sack zugelassen.
Aidan Hutchinson (Detroit Lions) Die Detroit Lions binden einen weiteren Leistungsträger langfristig an sich. Nach Jameson Williams und Kerby Joseph verlängerte nun auch Defensive End Aidan Hutchinson in Detroit. Der Edge Rusher unterschrieb für vier weitere Jahre und erhält nach Angaben seines Beraters Mike McCartney in diesem Zeitraum 180 Millionen Dollar, 141 davon sind demnach garantiert.
Das Besondere: Das Spiel war - gegen ein anderes Top-Team - so knapp, obwohl Darnold sich vier Interceptions leistete. Das heißt also, die Hawks hätten selbst mit einer nur schlechten, statt einer Katastrophenleistung, wahrscheinlich gewonnen.
Danach holte Seattle sieben Siege am Stück - vier davon mit mehreren Scores Unterschied. Ein Passer Rating von über 100 hatte der ehemalige Minnesota-Vikings-QB nur zwei Mal, ein QBR von über 50 nur ein Mal. Das Comeback gegen die Rams in Woche 16 war überragend, aber eben "nur" die Schlussphase und besagtes Comeback. Davor hatte Darnold kein Mittel.
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Denver Broncos: Das Pferd, das nur so hoch springt, wie es muss
Relativ ähnlich sieht es bei Bo Nix aus. Der Quarterback der Denver Broncos wird teilweise etwas despektierlich gar als "Passagier" seines Teams bezeichnet.
Was vor allem auffällt: Die Broncos dominieren die Line of Scrimmage, sowohl offensiv als auch defensiv. 23 erlaubte Sacks sind Bestwert in der NFL, genau so wie 68 gesammelte Sacks in der Defense. Die Offensive Line, die Nix beschützt, gehört zu den besten Gruppen der Liga.
Und dennoch "schafft" es der ehemalige Quarterback der Oregon Ducks, mit seinen Statistiken nicht wirklich hervorzustechen. Sein Passer Rating von 87,8 bringt ihn auf Platz 26, seine Passgenauigkeit von 63,4 auf Platz 25 im ligaweiten Vergleich. Das alleine sind keine Indikatoren, sicherlich aber Faktoren für die höchstens durchschnittlichen Leistungen des Spielmachers.
Überhaupt scheinen die Broncos sich ein wenig an die Leistung des Gegners anzupassen. 13 der 17 Saisonspiele wurden mit nur einem Score, also weniger als neun Punkten Differenz, entschieden, Ligahöchstwert. Denver gewann elf davon. Ist das Glück oder eine Qualität? Vermutlich eine Mischung aus Beidem.
NFL Playoffs: Darnold und Nix glänzen, wo Statistiken aufhören
Warum sind die beiden Teams also trotzdem so gut und die berechtigten #1 Seeds ihrer Conferences? Nix und Darnold eint, dass sie vor allem in der 2. Halbzeit und gegen Ende am besten dabei sind, die Plays zu machen, die gemacht werden müssen.
Das bewies bereits die Wild Card Round. Was haben Caleb Williams, Matthew Stafford, Brock Purdy und Drake Maye gemeinsam? Sie alle hatten trotz ihrer Siege (sehr) schlechte Phasen in ihrem Spiel. Als ihre Teams sie jedoch am meisten brauchten, waren sie zur Stelle. Maye etwa glänzte mit einem perfekten Passer Rating von 158,3 im Schlussviertel.
NFL Playoffs 2026 - Power Ranking vor Divisional Round: Spitze neu besetzt
NFL Power Ranking vor der Divisional Round Nur noch acht Teams sind in den Playoffs übrig und kämpfen in der Divisional Round um den Einzug ins Finale ihrer Conference. Aber wer hat dabei die besten Karten? ran präsentiert das Power Ranking vor der Divisional Round.
Platz 8: Chicago Bears (Vorwoche: 10) Fan der Chicago Bears zu sein, ist nichts für schwache Nerven. Das Team schafft es regelmäßig im vierten Quarter für Comebacks zu sorgen, so auch in der Wild Card Round gegen die Green Bay Packers. Das sorgt für coole Geschichten und anders als mit Voodoo-Zauber ist es langsam nicht mehr zu erklären, aber deutlich weniger zuverlässig als einfach vier Quarter lang guten Football zu spielen. Deshalb stehen sie nur auf Platz acht.
Platz 7: San Francisco 49ers (Vorwoche: 6) Es ist nicht überliefert, ob der Teambus der San Francisco 49ers mittlerweile ein Krankenwagen ist, aber wundern würde es uns nicht mehr. Mit Tight End George Kittle fällt der nächste Baustein lange aus, womöglich verpasst er sogar die ganze Saison 2026. Die 49ers haben dank einer Coaching-Meisterleistung von Head Coach Kyle Shanahan und Defensive Coordinator Robert Saleh zwar gegen die Philadelphia Eagles gewonnen, in die Divisional Round gehen sie jedoch trotzdem als klarer Außenseiter vor dem Duell mit den Seattle Seahawks.
Platz 6: Houston Texans (Vorwoche: 9) Ist es eine Planierraupe? Ist es ein Monster Truck? Nein, es ist der Pass Rush der Houston Texans. Will Anderson, Danielle Hunter und Sheldon Rankins beenden Aaron Rodgers' womöglich letztes NFL-Spiel mehr als unschön. Allerdings: Die Offense bereitet Sorge, Quarterback C.J. Stroud hatte große Probleme damit, gegen die Pittburgh Steelers den Ball zu beschützen. Mit einer durchschnittlichen Offense wären die Texans AFC-Favorit.
Platz 5: Los Angeles Rams (Vorwoche: 7) Die NFL findet nicht im Konjunktiv statt. Aber hätte Safety Nick Scott den Ball festgehalten, den Quarterback Matthew Stafford in völliger Verzweiflung im 4. Quarter genau auf ihn warf, wären die Los Angeles Rams überraschend gegen die Carolina Panthers ausgeschieden. Hat er aber nun einmal nicht. Die Rams sind trotzdem angreifbar, das zeigten sie nicht zuletzt in dieser Partie.
Platz 4: Denver Broncos (Vorwoche: 5) Die Denver Broncos gehen ausgeruht in ihr erstes Playoff-Spiel. Dennoch hat man das Gefühl, dass die Defense zuletzt etwas nachgelassen hat. Quarterback Bo Nix spielt ohnehin nur durchschnittlich, wenn überhaupt. Die Buffalo Bills werden gleich der größtmögliche Härtetest für die Broncos.
Platz 3: New England Patriots (Vorwoche: 1) Am Ende gewannen die New England Patriots souverän gegen die Los Angeles Chargers. Positiv: Die Defense ist dank der Rückkehrer Harold Landry, Robert Spillane und Milton Williams nochmal auf einem höheren Niveau. Negativ: Quarterback Drake Maye war die Nervosität bei seinem ersten Playoff-Spiel anzusehen. DIe legte er zwar ab und lieferte in der 2. Halbzeit ein starkes Spiel, vorsichtig sind wir trotzdem erstmal.
Platz 2: Buffalo Bills (Vorwoche: 4) No Name Receiver? Eine schwache Defense gegen den Lauf? Kein eigenes Laufspiel? Alles egal. Star-Quarterback Josh Allen hat gegen die Jacksonville Jaguars wieder den Superman-Modus aktiviert und seine Buffalo Bills zum Sieg geführt. Wenn Allen 80 Prozent seiner Bälle anbringt, 300 Yards erwirtschaftet und drei Touchdowns dabei erzielt, dann ist an Buffalo kaum ein Vorbeikommen.
Platz 1: Seattle Seahawks (Vorwoche: 2) Wir sind ehrlich: Der einzige Grund, warum die Seahawks nicht ganz klar schon seit Wochen auf Platz eins liegen ist - man muss es so hart sagen - Quarterback Sam Darnold. Auf jeder anderen Position sind die Seahawks top besetzt, die Defense ist die wohl beste der Liga. Aber seit Woche elf spielt Darnold unterdurchschnittlichen Football auf der nun einmal wichtigsten Position. Weil Maye ein wenig wacklig war, geht es trotzdem nun an den Platz an der Sonne.
Diese Fähigkeiten zeigten auch die Spielmacher der Broncos und Seahawks in der Regular Season. Nahezu alle Statistiken verbessern sich, je näher das Ende des Spiels kommt. Die zuvor genannten Quarterbacks schafften das auch in den Playoffs.
Die kommenden Spiele sind mehr als nur ein Schritt Richtung Super Bowl. Für Darnold und Nix sind sie eine Chance, ihre Kritiker zu widerlegen und zu zeigen, dass sie mehr sind als nur "Durchschnitt".
Ein starker Playoff-Auftritt könnte ihre Karrieren nachhaltig in eine Richtung lenken und ihnen den Respekt verschaffen, den sie sich erhoffen. Ein Scheitern hingegen könnte die Zweifel an ihren Fähigkeiten nur verstärken. Die Divisional Playoffs sind somit ein Scheideweg für die beiden Quarterbacks - und für ihre Teams.