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Im NBA-Draft ausgewählt

 NBA: Der nächste Deutsche! Tristan Da Silva landet bei Orlando Magic

  • Aktualisiert: 28.06.2024
  • 10:42 Uhr
  • Seb Dumitru
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Die Wagner Bros. bekommen Verstärkung! Neben den beiden Nationalspielern wird künftig ein dritter Deutscher für Orlando auf Korbjagd gehen. Der gebürtige Münchner Da Silva wurde mit dem 18. Pick im Draft ausgewählt – und könnte dem jungen Playoff-Klub auf Anhieb helfen.  

Von Seb Dumitru

"With the 18th Pick in the 2024 NBA Draft, the Orlando Magic select Tristan Da Silva, from Munich/Germany, and the University of Colorado."

Mit diesen Worten stellte NBA-Commissioner Adam Silver in der Nacht auf Donnerstag den nächsten deutschen NBA-Profi vor. Tristan Da Silva spielt ab der kommenden Saison 2024/25 für das Team aus Zentralflorida – als dritter Magic-Spieler "Made in Germany", und insgesamt siebter Deutscher ligaweit.

In Orlando wird er künftig zusammen mit Franz und Moritz Wagner auf Korbjagd gehen.

"Es ist schwer zu beschreiben", sagte Da Silva zu seiner persönlichen Verfassung nach der Selektion. "Unfassbar viel Dankbarkeit und einfach nur Freude, vermischt mit ein bisschen Erleichterung."

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Ein bisschen Franz, ein bisschen MPJ

Da Silva ging als fünfter Small Forward vom Draft-Board und passt perfekt in Orlandos Beuteschema. Typen mit seiner Größe (2,06 Meter), Spannweite (2,08 Meter) und Beweglichkeit sind in der heutigen NBA gefragter denn je. Sein offensiver Werkzeugkoffer ist prall gefüllt, sein Shooting Touch, Ballhandling und Spielgefühl machen ihn zum idealen Plug&Play-Rookie.

"Wir wollten in diesem Draft Shooting, Vielseitigkeit und Basketball-IQ hinzu gewinnen. Und Länge, relativ zur Position", analysierte Jeff Weltman, Orlandos Präsident für Basketball-Angelegenheiten, diese Auswahl.

“All diese Kästchen mit dem 18. Pick wegchecken zu können, ist ein sehr guter Arbeitstag für uns. Tristan ist ein einzigartiger Spieler. Er ist hochqualifiziert. Er hat mit den höchsten Basketball-IQ, nicht nur in diesem Draft, sondern in vielen der jüngsten Vergangenheit. Sein Shooting wird das Spielfeld für uns breit machen. Seine Fähigkeiten werden Winkel kreieren, er ist auch ohne Ball exzellent. Wir sind sehr froh, ihn jetzt in unserem Team zu haben."

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Da Silva ist smart und vielseitig

Da Silva gilt als einer der smartesten und vielseitigsten Spieler in diesem Draft-Jahrgang. Seine Fähigkeiten als Shooter off the catch und in Korbnähe machen ihn zu einem All-Rounder, zumal er auch mit dem Spielgerät in der Hand bewandt ist. Er kann dribbeln, passen, aufposten, bewegt den Ball schnell und ohne ihn zu lange zu halten durch die eigenen Reihen, und sucht trotz seiner Angewohnheit, immer in Bewegung zu bleiben, selbstlos den freieren Mitspieler. In der Defensive kann er dank seiner Länge und Antizipation ein bisschen switchen und im Teamverbund verteidigen.

Wem dieses Spielerprofil bekannt vorkommt – vielleicht sogar von einem anderen deutschen Forward in Diensten der Magic – der hat in den vergangenen drei Jahren gut aufgepasst. Mehr noch als Wagner, der ein paar Zentimeter größer und offensiv noch gefährlicher ist, evoziert Da Silva Vergleiche mit Michael Porter Jr. von den Denver Nuggets. Auch der ist ähnlich gebaut, ging einst Mitte der ersten Runde über die Draft-Bühne und besticht vor allem dank seines Offensiv-Arsenals sowie als Spot-Up Schütze.

Da Silva traf als Junior und Senior 40 Prozent seiner Dreiversuche, und sogar 48,4 Prozent seiner ungedeckten Würfe von Downtown. Gegen aggressive Deckung und aus dem Pullup hingegen sah er weniger gut aus. Die gute Nachricht ist, dass er in Orlando nie den primären oder sogar sekundären Spielmacher geben muss: das Playmaking übernehmen bei den Magic Franz Wagner und All-Star Paolo Banchero (plus, welcher Point Guard auch immer künftig für die Eins verpflichtet werden wird).

Da Silva und Orlando: Perfekter Fit?

Weltman und Head Coach Jamahl Mosley haben in Orlando in den vergangenen Jahren eine Mannschaft auf die Beine gestellt, die nicht nur über talentierte Basketballer mit enorm viel positionaler Länge verfügt, sondern auch über junge, enthusiastische Typen mit gutem, teamdienlichem Charakter. Da Silva ist aus demselben Holz geschnitzt und dürfte nicht zuletzt deshalb perfekt nach Orlando passen. Tatsächlich war die Selektion des Buffaloes-Seniors an Nummer 18 ein offenes Geheimnis in den vergangenen Wochen, Orlandos Interesse am jungen Deutschen wohldokumentiert.

"Tristan sticht heraus", sagt Weltman. "Er macht das Spiel einfacher für seine vier Mitspieler, wann immer er da draußen ist. Er spielt uneigennützig. Und obwohl er schon älter ist, hat er noch viel Potenzial, das wir entschlüsseln können. Er wird es unseren Spielmachern, wie Paolo und Franz, viel einfacher machen, Würfe für uns zu kreieren."

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Mosley, der wie Da Silva in Colorado zur Uni ging, pries Da Silvas Geduld und seine abgezockte Art. "Er wird sich seine Spielzeit erarbeiten. Er ist erfahren genug, und versteht was es braucht, um zu gewinnen. Er weiß, was wir hier erreichen wollen, worum es uns hier geht, und passt mit seiner Art einfach perfekt in unsere Umkleidekabine."

Die Fähigkeit, auch ohne den Ball in der Hand genug Gefahr auszustrahlen, um die Defensive zumindest zu beschäftigen, ist heute wichtiger denn je. In der NBA passiert das in der Regel auf zwei Arten: entweder durch die potenzielle Wurfgefahr von jenseits der Dreipunktelinie – was dem direkten Gegenspieler das zu weite Absinken und Aushelfen erschwert bis unmöglich macht; oder als off-Ball Cutter, der mit gut getimten Bewegungen freie Räume ausnutzt und kleinste defensive Unachtsamkeiten bestraft.

Da Silva ist ausgebufft und intuitiv genug, um beides auf respektablem Niveau umzusetzen – auch auf dem nächsten Level. "Das macht es recht einfach, mit mir zusammenzuspielen, weil ich Bewegung ins Spiel bringe", sagt der Deutsche.

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Von München über Colorado nach Florida

Da Silva wuchs in München in einer Sportlerfamilie auf. Sein Vater Valdemar war professioneller Boxer in Brasilien, ehe er in den 1990ern Jahren nach Deutschland emigrierte. Tristans Bruder Oscar ist zweieinhalb Jahre älter, spielte ebenfalls am College (Stanford) und ist seit 2021 Profi in Europa (Berlin, zuletzt Barcelona).

"Ich habe mit Basketball im Alter von sechs oder sieben Jahren begonnen. Vorher habe ich Fußball gespielt. Erst einmal nur als Hobby, ohne große Pläne. Als ich 15 oder 16 war, kam ein Wachstumsschub, und ab da entschied ich, das Ganze ernst zu nehmen, und Basketball auf höherem Level zu spielen", erklärt der jüngste Da Silva.

Was Tristans Perimeter-lastiges Spiel heute ausmacht, ist dieselbe Qualität, die sich viele ehemalige Point Guards vor ihrem pubertären Wachstumsschub aneignen konnten: sicheres Ballhandling, Dribbling, Passspiel, Basketball-IQ. Auch Tristan agierte zunächst hauptsächlich als Aufbauspieler, ehe er auf 2,06 Meter emporwuchs und auf einer der beiden Forward-Positionen seine finale Bestimmung fand.

Nach dem Abitur am Ludwigsgymnasium in München studierte Da Silva dank eines Sport-Stipendiums an der Universität von Colorado, wo er alle vier College-Jahr absolvierte und die Buffaloes zuletzt ins NCAA-Turnier führte. Als Senior erzielte er 16,0 Punkte, 5,1 Rebounds, 2,4 Assists und 1,7 "Stocks" im Schnitt, bei guten 60,6 Prozent True Shooting (49/40/84 Prozent aus dem Feld/Dreier/Freiwürfe).

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Nirgendwo elitär... und womöglich schon zu alt?

Es gibt natürlich auch Bedenken. Viele Skeptiker erwähnen gerne den Mangel an Explosivität und Elite-Athletik, allen voran in Punkto Kraft und Power. Da Silva wiegt weniger als 100 Kilogramm (98,5kg), was vor allem auf der Vierer-Position zum Nachteil werden kann. Physische Forwards werden ihn vor allem zu Beginn seiner Karriere herumschubsen können. Orlandos Hoffnung ist, dass er mit genügend Zeit und Einheiten in der Muckibude ausreichend draufpacken kann, auf seine eigentlich ideale Small Forward Statur. Auf dem College konnte er immerhin fast zehn Kilogramm an Muskelmasse zulegen.

Ein weiterer Kritik-Punkt ist die alte "jack of all trades, master of none" Leier: Da Silva ist einer der Spielertypen, die viele Aspekte des Spiels solide drauf haben, ohne in irgendeinem Bereich besonders hervorzustechen. Er ist ein guter Schütze, aber kein Knockdown-Shooter. Er kann das Pick-and-Roll als Dribbler oder Blocksteller laufen – ein Riesenvorteil in Mosleys Sets – ohne jedoch als Vorbereiter oder Roll-Man zu brillieren. Er schließt respektabel am Ring ab (knapp 64 Prozent in der abgelaufenen NCAA-Saison), könnte aber gegen die gewieften Shotblocker und deren Physis in der NBA große Probleme bekommen. Er kann in kollektiver Team-Defense dank seines IQs gut zurecht kommen, gilt aber als unterdurchschnittlicher One-on-One Verteidiger.

Außerdem ist Da Silva einer der ältesten Spieler in diesem Draft-Jahrgang. Er wird in den kommenden Playoffs bereits seinen 24. Geburtstag feiern – und ist damit älter als Franz Wagner, Paolo Banchero, Jalen Suggs, Caleb Houstan, Anthony Black und Jett Howard. Das schränkt zum einen seine potenzielle Entwicklungskurve stark ein, macht ihn aber gleichzeitig zu einem der Rookies, die von Tag eins mit am meisten in der NBA beitragen können.

"Ich werde da hin gehen und versuchen, sofort etwas beizutragen. Also werde ich intelligenten, High-IQ-Basketball spielen. Ich werde jeden Tag arbeiten und die Dinge erledigen, von denen ich weiß, dass ich sie auf hohem Niveau abliefern kann", versprach er.

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