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NBA: Sacramento Kings - Das ultimative Jekyll & Hyde Team

  • Veröffentlicht: 23.03.2024
  • 15:54 Uhr
  • Seb Dumitru
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Die Kings erfahren in dieser Saison am eigenen Leib, wie schwer der Sprung von "gut" zu "sehr gut" in der NBA sein kann. Nach dem Wohlfühljahr 2023 ist der nächste Schritt ausgeblieben.

von Seb Dumitru

Beeindruckenden Siegen gegen Top-Teams stehen peinliche Pleiten gegenüber. Wie gut ist Sacramento wirklich?

Es war eine der frustrierendsten Niederlagen der Saison für die Sacramento Kings: Mit 109:102 mussten sich die Kalifornier geschlagen geben, ausgerechnet bei den Washington Wizards, in einem "back-to-back", nachdem sie zuvor erst um 2 Uhr mitten in der Nacht aus Toronto eingeflogen waren (wo sie locker mit 123:89 gewonnen hatten).

Gegen die Wizards lag das Team aus der Pacific Division zwischenzeitlich mit 19 Punkten zurück, traf nur elf Dreier und 42 Prozent aus dem Feld. Zwei massive Runs von 18:0 und 15:0 illustrierten gleichzeitig, wie viel Power in dieser Truppe steckt, wenn sie einmal ins Rollen kommt.

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Die unnötige Pleite kam inmitten eigentlich erfolgreicher Wochen (die Kings hatten sechs von acht Partien gewonnen) und drückte Sacramento (Bilanz von 40-29) in der unerbittlichen West-Tabelle hinunter auf Rang acht.

Der Dreikampf mit Phoenix und Dallas (jeweils 41-29) um Platz sechs und damit die direkte Playoff-Qualifikation ist derzeit einer der großen Brandherde, vor den entscheidenden letzten drei Wochen in der regulären Saison.

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Die Vibes in der aktuellen Spielzeit wirken völlig anders als noch 2022-23. Vor einem Jahr waren die Kings die Wohlfühlstory in der National Basketball Association, holten 48 Siege und erreichten nach 16 langen Jahren endlich wieder die Playoffs – die damals längste Postseason-Dürre in allen vier großen US-amerikanischen Profiligen (NBA, NFL, NHL und MLB).

Level Up: Schwerer getan als gesagt

Das Team von Mike Brown, der im Sommer 2022 als Championship Assistant Coach von den Golden State Warriors gekommen war und die chronisch erfolglosen Kings als Head Coach übernommen hatte, ging als Pacific Division Champion und Nummer drei der Setzliste in die Postseason – und musste sich dort gegen ebenjene Warriors erst nach sieben Partien geschlagen geben.

Angeführt vom explosiven One-Two Punch De'Aaron Fox und Domantas Sabonis, die beide den Sprung ins All-Star Team schafften, und eben Brown, der zum Trainer des Jahres gewählt wurde, brillierte "Sacto" mit einem Offensiv-Rating von 118,6 Punkten pro 100 Ballbesitze – damals noch die effizienteste Attacke in der gesamten NBA-Geschichte.

Seither hat sich viel getan: Fast die gesamte Liga hat ihren Offensiv-Output in bisher nie dagewesene Sphären katapultiert, gleich fünf Teams greifen effizienter an als die Kings im Vorjahr. Und obwohl das Team aus der "River City" ähnlich erfolgreichen Basketball spielt – die Differenz bei der Bilanz beträgt derzeit nur zwei Siege – ist die öffentliche Wahrnehmung eine ganz andere.

Der Westen ist ausgeglichener, das Feld viel enger beisammen, der Spielraum für Fehler zusammengeschrumpft. Der Sprung von "gut" zu "sehr gut" ist einer der schwersten in dieser Liga, die niemals ruht.

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Dynamischer Kern als Erfolgsgarantie

Dabei sind diese Kings mitnichten ein unterklassiges Basketball-Team. Alleine, sie werden heuer mit anderem Maßstab gemessen. Obwohl die interne Verbesserung vor allem am defensiven Ende deutlich erkennbar ist – Sacramento rangiert an Position 15 in der Defensive, nach Rang 24 im Vorjahr – scheinen die Handicaps dieser Truppe weitaus prominenter in den Fokus gerückt zu sein.

Die Stärken sind bekannt und unverändert. Der kongeniale Two Man Punch Fox/Sabonis bleibt der Motor des Kings-Angriffs. Big Man Domantas Sabonis führt die Liga mit 24 Triple Doubles und 65 Double-Doubles an. Besonders bemerkenswert ist seine aktive Double-Double-Serie, die bei 52 in Folge liegt. Damit hat der Litauer zuletzt Moses Malone überholt und ist nur noch ein Double-Double von Kevin Loves All-Time Rekord (53) seit der Zusammenlegung von NBA und ABA entfernt.

Sabonis ist längst einer der am meisten gefürchteten Post-Spieler der NBA, offensiver Dreh- und Angelpunkt, zweitbester Scorer (20,0 PPG), bester Rebounder (13,7 RPG) und Assistgeber (8,3 APG) seines Teams. Er liebt es, aus der Mitteldistanz zu kreieren. Die Kings erzielen ligaweit die zweitmeisten Elbow Touches, halten und initiieren mehr als 13 Mal pro Abend den Ball aus sogenannten "Elbow Sets".

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Die "Könige des Hand-Offs" sind vor allem dank Sabonis auch 2023-24 nicht zu stoppen, wenn sie dieses Play auspacken: Mehr als elf Aktionen Sacramentos – das sind mehr als zehn Prozent aller Spielzüge – enden in einem Hand-Off. Die Kings erzielen daraus 11,5 Punkte pro Partie, fast doppelt so viele wie das nächstbeste Team auf der Liste.

Gepaart mit Fox' Speed, Treffsicherheit und Crunchtime-Präsenz, brummt der Kings-Motor stets effektiv vor sich hin. Der pfeilschnelle Guard punktet mit 26,6 Zählern pro Abend und trifft mit 2,8 Makes bei 7,6 Versuchen (36,6 Prozent) von der Dreierlinie besser als je zuvor in seiner Karriere. Nur Shai Gilgeous-Alexander, Luka Doncic, Zion Williamson und Jalen Brunson erzielen mehr als Fox' 11,0 Punkte pro Partie aus Drives. 22 Partien mit 30 Punkten oder mehr, und sieben mit 40-plus, haben Fox einmal mehr als einen der gefährlichsten Einser der Liga bestätigt.  

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Die Kings stellen obendrein eine der besten Ersatzgarnituren der NBA, erzielen 37,4 Punkte pro Abend von der Bank. Unter allen Playoff-Anwärtern im Westen sind nur die Golden State Warriors besser (43,5 PPG). Angeführt wird der Bench Mob vom elektrischen Highflyer Malik Monk – einem der spektakulärsten Dunker der Liga und gleichzeitig einer der besten Backup-Wings weit und breit.

Monk, der in dieser Saison weniger als zehn Millionen Dollar verdient, will im Sommer einen neuen, lukrativen Mehrjahresdeal absahnen und liefert in seinem Contract Year mächtig ab. Mit 16,0 Punkten und 5,3 Assists im Schnitt zeigt der 26-Jährige die beste Saison seiner NBA-Karriere, gilt somit zu Recht als Favorit auf die Sixth Man of the Year Trophäe.

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Altbekannte Probleme und wo es ganz besonders hapert

Die Bank-Qualität und Tiefe wird derzeit unter eine harte Probe gestellt. Beim 121:111-Sieg gegen die Memphis Grizzlies kugelte sich Starter Kevin Huerter seine linke Schulter aus und riss sich einen Muskel. Der Guard droht, für den Rest der Saison auszufallen.

Huerter blieb mit 10,2 Punkten, 3,5 Rebounds und 2,6 Assists hinter den Erwartungen zurück. Vor allem aus der Distanz ging nicht viel: 36,1 Prozent Dreierquote sind der schlechteste Wert seiner Karriere. An seiner statt wird Defensiv-Experte Keon Ellis starten. Da auch Big Man Trey Lyles an einer Verletzung laboriert, ist Browns Rotation schwer beeinträchtigt.

Was den Kings weiterhin fehlt, ist Länge und Defense, auf allen Positionen. General Manager Monte McNair muss sich Kritik gefallen lassen, denn er hatte mehr als genug Möglichkeiten, den Kader an diesen entscheidenden Stellen zu verbessern.

Sowohl vor dieser Saison, als auch im Februar während der Trade Deadline, als die Kings die Füße unerklärlicherweise still hielten, wäre die Chance da gewesen, zum Beispiel aus dem alternden Harrison Barnes ein Upgrade auf den großen Wing-Positionen zu machen.

Dass die Kings keinen Trade fanden, suggeriert, dass sie nicht von Keegan Murray trennen wollten – ihrem vielseitigsten und wichtigsten Defender. Murray ist erst 23 Jahre jung und in seiner zweiten NBA-Saison. Seine gestiegene Verantwortung am hinteren Ende spiegelt sich jedoch in großen Problemen von der Dreierlinie wider.

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Die Probleme der Kings scheinen also mehr existentieller als taktisch-personeller Natur zu sein. Wie will dieses Team den nächsten Schritt machen, ohne sich fundamental zu verändern? Das Vorbild bleiben auch hier die Denver Nuggets, die es mit einem ähnlich operierenden Star-Big (Jokic) und ohne Elite-Verteidiger geschafft haben, sich Jahr für Jahr zu verbessern und schliesslich den NBA-Titel zu gewinnen. Ist das replizierbar?

Sacramento will nicht nur die Playoffs erreichen, sondern dort auch endlich wieder eine Serie gewinnen. Das gelang dieser Franchise zuletzt vor 20 Jahren, als Chris Webber, Vlade Divac, Peja Stojakovic und Mike Bibby das Kings-Trikot trugen. Mangelnde Konstanz, weniger dominante Stärken und peinliche Aussetzer gegen Kellerkinder illustrieren die Schwierigkeit, das nächste Level zu erreichen.

Nur 18 Siege gegen Teams mit negativer Bilanz ist der schlechteste Wert aller Playoff-Aspiranten in Ost und West. Sacramento hat Niederlagen gegen Detroit, Charlotte, Portland und Washington kassiert – vier der fünf schlechtesten Teams der NBA. Das spricht nicht für die mentale Festigkeit und Disziplin dieser Truppe, die sich zu oft Aussetzer, Unkonzentriertheiten und Fehlentscheidungen leistet.

Zur gleichen Zeit weist die Bilanz 22 Siege gegen Teams über 50 Prozent Siegesquote auf, nur die drei Teams an der West-Spitze haben mehr. Und gegen die stehen diese Kings bei 7-3. Sie haben drei Mal gegen Denver und je zwei Mal gegen Oklahoma City, Minnesota, Dallas, Phoenix und Golden State gewonnen. Gegen die Lakers holten sie vier Siege in vier Duellen, gegen die Clippers immerhin einen. Sie haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie mehr als genug Qualität haben, um jeden Konkurrenten im Westen zu schlagen.

Fans fürchten dennoch ein Play-In Szenario. Nicht, weil die Kings sich vor irgendeinem Opponenten in Acht nehmen müssten. Sondern, weil sie ihr eigener schlimmster Feind bleiben. "Diese Pleiten sind unser Kryptonit in diesem Jahr", sagt Monk. "Ich weiß nicht so recht. Wir haben noch 13 Partien. Wir müssen dringend ein paar Dinge austüfteln, bevor die Playoffs losgehen..."

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