Wintersport
Olympia 2026 - Eishockey-Star Moritz Müller im Interview: "Es gibt auch Turniere, da ist man froh, wenn man wieder zu Hause ist!"
- Veröffentlicht: 14.01.2026
- 16:33 Uhr
- ran.de
Die Olympischen Spiele 2026 stehen bevor. Nationalmannschafts-Kapitän Moritz Müller stellt sich vor dem Turnier den Fragen der Medienwelt.
Moritz Müller steht zwischen neuen Jacken, großen Erwartungen und einem Turnier, das näher ist, als es sich noch vor ein paar Wochen anfühlte.
Bei der Einkleidung der deutschen Olympia-Mannschaft wird greifbar, was sonst monatelang abstrakt bleibt: die Winterspiele rücken heran.
Für den Routinier, der in Mailand seine dritten Olympischen Spiele ansteuert, ist es der erste offizielle Termin, bei dem es "anfängt zu kribbeln".
In einer Medienrunde spricht der Verteidiger und Führungsspieler über seine Rolle im Team, die besondere Konstellation mit den NHL-Profis, den schnellen Prozess des Zusammenfindens und die Frage, woran sich Erfolg bei Olympia für ihn wirklich messen lässt.
Frage: Moritz Müller, wie hat Ihnen die Einkleidung gefallen? Sie befinden sich ein bisschen unter Zeitdruck, aber macht es trotzdem Spaß?
Müller: Ja, das stimmt. Ich bin ein bisschen im Zeitdruck, aber ich wollte mir auf keinen Fall nehmen lassen, hierherzukommen. Das ist immer der erste offizielle Termin für mich, bei dem es anfängt zu kribbeln. Wenn man die ganzen Sachen sieht, die anderen Athleten: Das ist ein sehr toller Termin. Und ich hatte viel Spaß, heute hier durchzulaufen.
DEB-Kapitän Müller: "Möglich ist immer alles!"
Frage: Es sind Ihre dritten Olympischen Spiele. Wie sehen Sie Ihre Rolle im Team jetzt?
Müller: Zum einen bin ich Verteidiger und versuche, Tore zu verhindern. Auf der anderen Seite versuche ich, die Mannschaft zu vereinen, gerade in der Kürze der Zeit, und als Führungsspieler voranzugehen.
Frage: Ist das jetzt auch noch mal so ein starker Impuls Richtung Olympia, wenn man plötzlich die Klamotten trägt, mit denen man demnächst durch Mailand laufen wird, und sie zum ersten Mal anhat?
Müller: Ja, auf jeden Fall. Das ist ja schon der erste offizielle Termin, bei dem man merkt: Okay, es geht jetzt bald los. Man hat die Sachen an und kann sich das Ganze ein bisschen besser vorstellen. Es ist eine aufregende Zeit.
Frage: In Korea war es eine sehr erfolgreiche Zeit. Wie sind Ihre Pläne für Mailand? Was ist möglich mit dem Team, das hier zusammenkommt?
Müller: Ich sage: Möglich ist immer alles.
Müller: "Wir haben auf jeden Fall Großes vor"
Frage: Was muss passieren, damit das auch aufgeht?
Müller: Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Aber man weiß ja: Im Eishockey ist es das bestbesetzte Turnier seit langem, wenn nicht sogar aller Zeiten. Am Ende müssen wir sehr schnell als Mannschaft zusammenfinden, sehr schnell unser System finden. Und dann hängt viel vom Turnierverlauf ab: Wie kommen wir ins Turnier rein? Wie gehen wir mit Erfolgen und Rückschlägen um? Aber wir haben auf jeden Fall Großes vor.
Frage: Mailand ist bisher nicht unbedingt die typische Eishockeystadt gewesen. Ist das etwas Besonderes: Italien, eine große Stadt, ein neues Eisstadion?
Müller: Ja, ich freue mich vor allem auf Olympische Winterspiele in Europa. Wir hatten jetzt zweimal Asien, und alleine dass Familie und Freunde kommen können, macht es zu etwas ganz Besonderem. Und ich habe auch das Gefühl, dass es, weil es jetzt hier auf dem Kontinent stattfindet, für die Leute ein bisschen greifbarer und nahbarer ist. Man kriegt das mehr mit als bei den Winterspielen davor.
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Müller und die NHL-Stars: "Wir sind eine starke Mannschaft!"
Frage: Ist es denn auch etwas Besonderes, wenn man mit den Jungs aus Nordamerika zusammenspielt? Hatten Sie auch schon Kontakt?
Müller: Natürlich hatten wir schon Kontakt. Das ist auf jeden Fall etwas Besonderes, das kommt nicht so oft vor. Und ich weiß von den Jungs, dass sie sich sehr freuen, daran teilzunehmen. Und wir freuen uns, mit ihnen zusammen zu spielen. Die Vorfreude ist sehr groß.
Frage: Ab wann spricht man von erfolgreichen Olympischen Spielen? Es gibt verschiedene Faktoren, und es sind doch starke Gruppen, gerade auch mit den USA.
Müller: Das ist richtig. Ich denke, wir sind auch eine starke Mannschaft. Ich sage immer: Eine erfolgreiche Mannschaft ist die, die sich am Ende des Turniers nur ungerne voneinander verabschiedet. Das ist für mich ein ganz gutes Ziel, um es zu definieren. Es gibt auch Turniere, da ist man froh, wenn man wieder zu Hause ist. Aber Mannschaften, die richtig zusammenwachsen und eine tolle Zeit hatten, die wollen sich ungerne trennen. Und ich denke, das ist eigentlich ein ganz schönes Ziel für uns.
Frage: Für Sie persönlich wird es ja das letzte Mal sein. Mit welchem Gefühl starten Sie hier rein?
Müller: Wer sagt das? (lacht) Nein, das stimmt schon. Ich werde es sehr genießen. Ich freue mich sehr auf die Winterspiele, auch nochmal vor meinen Kindern spielen zu können. Olympische Spiele bedeuten mir sehr viel, und ich freue mich insgesamt einfach nur.
Moritz Müller: "Es gilt, schnell zusammenzufinden und das System zu verinnerlichen"
Frage: Bereitet man sich mental anders darauf vor, wenn man jetzt weiß, dass die ganzen NHL-Stars dabei sind, die bei den letzten Olympischen Spielen nicht dabei waren?
Müller: Ja, es ist eine etwas andere Konstellation, aber die Vorbereitung ist dann doch auch ähnlich. Die kommen etwas später zur Mannschaft dazu. Man kennt sich. Es gilt trotzdem, schnell zusammenzufinden und das System schnell zu verinnerlichen. Dann müssen wir fleißig sein, die Antennen aufstellen, wachsam sein. Am Ende hängt auch viel vom Turnierverlauf ab: wie man ins Turnier startet und dann im Turnier wächst.
Frage: Würden Sie sagen, dass es die beste deutsche Mannschaft ist, die jemals zusammen auf dem Eis stand?
Müller: Kann sein. Ich denke, die Olympia-Quali in Riga war damals schon sehr gut. Und jetzt sind, mit den Spielern, die in Nordamerika sind, noch mehr Stars dabei als damals. Vielleicht könnte man das deshalb so sagen.
Frage: Was erwarten Sie denn infrastrukturell? Zuletzt wurde viel über die Eisqualität, die Halle, die Kabinen und auch die Wege gesprochen. Was hören Sie und was glauben Sie, werden Sie vorfinden?
Müller: Ich glaube, es wird vor Ort toll sein. Ich habe das Gefühl, vor jeden Winterspielen gibt es ein neues Thema, das nicht gut sein soll. Irgendwas finden wir immer, wo wir sagen: Das passt noch nicht. Ich glaube aber, dass Mailand das gut hinbekommt. Ich bin mir sicher, das Eis wird zu bespielen sein, es wird eine tolle Halle sein. Ich glaube, es wird alles super sein.
Name der DEB-WhatsApp-Gruppe bleibt geheim
Frage: Können Sie uns sagen, wie die WhatsApp Gruppe heißt?
Müller: Nein!