Zweitliga-Profi
Max Kruse: Paderborn-Star beim Pokern betrogen - weiterer Fußballer involviert
- Aktualisiert: 24.08.2023
- 10:04 Uhr
- Andreas Reiners
Bittere Erfahrung für Max Kruse: Der Profi des SC Paderborn ist 2014 beim Pokern übers Ohr gehauen worden. In den Betrug war ein weiterer Fußballer involviert. Der Fall wird aktuell vor Gericht verhandelt.
Max Kruse ist beim Pokern betrogen worden.
Das kam jetzt vor dem Landgericht Dresden heraus, wo sich fünf Männer seit Montag wegen gewerbsmäßigem Bandenbetrugs in bis zu 29 Fällen verantworten müssen. Der Schaden, der bei der Masche entstanden ist: mindestens 528.695 Euro. Das prominenteste Opfer ist Kruse, wie die "Bild" berichtet.
Der 35-Jährige soll 2014 bei einem Pokerabend 5.000 Euro verloren haben. Auch Poker-Profi Jan-Peter Jachtmann saß damals mit an dem manipulierten Tisch. Jachtmann soll sogar 20.000 Euro verloren haben.
Wie die Angeklagten erklärten, sei dies der "Haupt-Test-Lauf" für das Abzock-System gewesen. "Wenn es ihm nicht auffällt, dann ist es relativ sicher", sagte einer der Angeklagten.
Das Wichtigste in Kürze
Das System funktionierte so, dass bei den Turnieren gezinkte Karten, Infrarot-Kameras, Bluetooth-Kopfhörer und Handzeichen verwendet wurden. Winzige Scan-Codes befanden sich an den Seiten der Karten, so dass nach dem Mischen die Kamera die Codes scannen konnte. Anschließend wurde berechnet, welcher Spieler das Spiel gewinnen wird.
Ex-Profi ist einer der Angeklagten
Der Kartengeber erhielt das Ergebnis via Bluetooth-Verbindung an einen Ohr-Knopf, durch Handzeichen beim Kartengeben erfuhren eingeweihte Spieler, wer die Runde gewinnen kann. So konnten die Einsätze gesteuert werden.
Es gibt neben Kruse noch einen Fußballer, der involviert ist: Ronny Garbuschewski hat früher für Fortuna Düsseldorf, FSV Zwickau, Hansa Rostock, Energie Cottbus, den Chemnitzer FC und Sachsen Leipzig gespielt, der 37-Jährige hat 2022 seine Karriere beendet. Die fünf Angeklagten haben den Betrug zugegeben, offenbar nach einem Deal mit Bewährungsstrafen.