Afrika-Cup 2026
Afrika-Cup 2026: Fußball-Weltstars zum Fremdschämen – ein Kommentar
- Veröffentlicht: 19.01.2026
- 16:18 Uhr
- Thomas Kreidemeier
Fußballerisch war der Afrika-Cup 2026 hochklassig und hatte eigentlich großes Potenzial. Doch spätestens dieses Finale hat den Wettbewerb zum Gespött gemacht. Ein Kommentar.
Von Thomas Kreidemeier
Idioten gibt es ja bekanntlich immer und überall. Und mal was schiefgehen kann selbst bei professionellster Organisation eines Großereignisses.
Doch die Liste, was beim Africa-Cup 2026 und seinem Finale alles peinlich war, ist länger als die Titel-Durststrecke von Marokko.
Chronologie des Wahnsinns
Los ging der amüsante Trubel schon vor Start des Turniers: Mitfavorit Kamerun kann sich nicht einigen und zwei Trainer nominieren zwei verschiedene Mannschaftskader für das Turnier. Eine Geschichte, wie man sie noch nie gehört hat - und doch noch die normalste und harmloseste im Laufe dieses Turniers.
Im Halbfinale und Finale klauen marokkanische Balljungen dem gegnerischen Torwart das Handtuch, damit der sich nicht die nassen Torwart-Handschuhe abtrocknen kann. Na gut, geschenkt. Doch dann wird Ersatztorhüter Yehvann Diouf, der dem Kollegen das Handtuch reichen will, von den Balljungen auch noch körperlich angegriffen. Wie bitte?
Und schließlich wird die Farce gekrönt von der senegalischen Mannschaft, die mit einer bitteren Schiedsrichter-Entscheidung umgeht wie eine bockige Kita-Gruppe und sich 20 Minuten lang weigert, das Spiel fortzusetzen. Von der Bundesliga bis zur Kreisklasse ist mir das noch nicht untergekommen. Währenddessen nehmen die Fans das halbe Stadion auseinander.
Profis ohne Professionalität
Man muss bedenken: Es sind eben gerade keine Amateure, die da auf dem Platz standen. Sondern Weltstars, die bei Europas Top-Clubs Millionen verdienen. Auch nach zwei in Summe unzweifelhaft unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen dürfen sie sich natürlich ungerecht behandelt fühlen - aber nicht so reagieren.
Dass wohl ausgerechnet Senegals Trainer Pape Thiaw, von dem man doch noch am ehesten etwas Vernunft erwarten würde, seine Spieler dazu ermutigt hatte, das Finale der Kontinentalmeisterschaft zu boykottieren, passt genauso ins Bild wie die Ausführung des ach so umstrittenen Elfmeters: Per Panenka chippt Brahim Díaz den Ball in die Arme des Torwarts.
Klar, dass der Senegal das Spiel am Ende sogar noch gewinnt. Dieses Fremdscham-Finale musste ja das Team gewinnen, das beim neutralen Zuschauer die größte Fremdscham hervorruft.
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Wilde Gerüchte im Netz
Selbst die Gerüchte, dass Díaz den Elfmeter absichtlich verschießen musste, als Voraussetzung dafür, dass Senegal das Spiel fortsetzt, traut man sich kaum mehr als alberne Verschwörungstheorie abzutun. Ganz ehrlich: Wen würde es noch wundern?
Als nächstes prognostiziere ich, dass sich in ELF-Manier zwei Abspaltungen vom afrikanischen Fußballverband gründen, die im gleichen Jahr drei Wettbewerbe um die Fußballkrone Afrikas austragen. Immerhin Kamerun wäre dann im Vorteil – sie könnten nicht nur bei einem, sondern bei zwei der Turniere mitspielen.