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Borussia Dortmund: Nico Schlotterbeck ist nicht gut genug für einen absoluten Topklub - Kommentar
- Veröffentlicht: 02.03.2026
- 12:42 Uhr
- Chris Lugert
Nico Schlotterbeck wandelt bei Borussia Dortmund immer wieder zwischen den Extremen. So herausragend der Abwehrspieler auch sein kann: Seine Leistungen sind zu schwankend, um bei einem absoluten Topklub wie dem FC Bayern spielen zu können. Ein Kommentar.
Von Chris Lugert
Die ganz eigene Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn, zwischen Dr. Jekyll und Mr. Hyde, zwischen Extraklasse und Bolzplatz, zelebrierte Nico Schlotterbeck am Samstag auf fast schon beeindruckende Weise über 90 Minuten.
Der "Klassiker" gegen den FC Bayern München war ein Sinnbild der Karriere des 26-Jährigen. Schlotterbeck ist an guten Tagen zu Leistungen imstande, die sich vor den weltbesten Innenverteidigern nicht verstecken müssen. Seine Zweikampfstärke, sein Stellungsspiel, vor allem aber seine Spieleröffnung sind herausragend.
Ginge es nur danach, müssten Europas Spitzenklubs längst Schlange stehen. So sehr Borussia Dortmund seinen Führungsspieler auch halten möchte, normalerweise müsste der BVB chancenlos sein.
Dass eine Vertragsverlängerung aber noch immer möglich ist und Schlotterbeck offenbar nicht mit Angeboten aus dem europäischen Ausland überschüttet wird, liegt an seinen schlechten Tagen.
Oder, wie am vergangenen Samstag, den (zu vielen) schlechten Momenten.
Nico Schlotterbeck: "Gut" reicht nicht aus
Der deutsche Nationalspieler neigt zu häufig zu groben Fehlern. Gegen die Bayern hätte er schon nach 20 Minuten vom Platz fliegen können (müssen?), nur der Gnade von Schiedsrichter Sven Jablonski, der das Spiel nicht so früh zerstören wollte, hatte es Schlotterbeck zu verdanken, dass er weitermachen durfte.
Sein kurz darauf erzieltes Tor machte er sich im weiteren Verlauf des Spiels mit seinem Elfmeterfoul an Josip Stanisic selbst zunichte, weshalb Schlotterbeck am Ende nicht der Held wurde, der er hätte sein können. Sondern einer der Gründe, warum der BVB das Spiel und damit die letzte kleine Chance auf die Meisterschaft verlor.
VIDEO: Werden hier die Bayern-Fans attackiert?
Schlotterbeck verkörpert jene Mängel, die den Klub insgesamt seit Jahren an großen Erfolgen hindern. In wichtigen Momenten, in denen es um alles geht, fehlt der Nachweis, mehr als nur gut zu sein. Denn im Titelkampf der Bundesliga und im europäischen Wetteifern der Klubs reicht "gut" einfach nicht aus.
Hier braucht es Spitzenklasse, die dem BVB aber auf allen Ebenen fehlt - in der Führungsetage und auch auf dem Platz. Die Dortmunder wollen Schlotterbeck langfristig zu ihrem Gesicht des Klubs machen, doch tatsächlich ist er es bereits - wenn auch nicht so, wie man diese Phrase eigentlich versteht.
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Nico Schlotterbeck: Zwischen Genie und Wahnsinn
Schon in der Vergangenheit, als deutlich jüngerer Spieler, neigte Schlotterbeck immer wieder zu unerklärlichen Aussetzern. Damals war dies mit seiner Unerfahrenheit zu erklären. Doch Besserung stellte sich über die Jahre nicht ein. Das Positive seines Spiels mag sich verbessert haben, doch das Negative konnte er nicht ausmerzen.
Inzwischen ist klar, was von Schlotterbeck zu erwarten ist. Ein Spieler, der das grundsätzliche Potenzial mitbringt, einer der besten Spieler auf seiner Position zu sein. Der aber immer auch eine tickende Zeitbombe für schwerwiegende und in Hinblick auf Titelambitionen womöglich verheerende Fehler ist.
Zur Qualität eines Abwehrspielers gehört es halt auch, Fehler zu vermeiden. Hier hapert es gewaltig. Und damit ist Schlotterbeck einfach kein Spieler, der für die absoluten Topklubs wie Real Madrid, den FC Bayern München oder den FC Barcelona infrage kommt. Diese Klubs brauchen Akteure, die im entscheidenden Moment abliefern.
Vielleicht könnte Schlotterbeck so ein Spieler in einem entsprechenden Umfeld sogar noch werden und den zu häufigen Tanz zwischen Genie und Wahnsinn, zwischen Dr. Jekyll und Mr. Hyde ablegen.
Wer aber will darauf wetten?