Fußball
BVB verpatzt Bundesliga-Auftakt: Ein Sinnbild des Transfersommers - ein Kommentar
- Aktualisiert: 25.08.2025
- 09:01 Uhr
- Chris Lugert
Borussia Dortmund lässt zum Bundesliga-Auftakt einen eigentlich schon sicher geglaubten Sieg liegen. Die Schlussphase auf St. Pauli war ein Sinnbild für den verpatzten Transfersommer des BVB.
Von Chris Lugert
Filippo Mane war wirklich nicht zu beneiden. Der Youngster des BVB durfte am Samstag erstmals überhaupt in seiner Karriere in der Bundesliga ran und erlebte einen Abend zum Vergessen.
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Der 20 Jahre alte Italiener bekam zum Saisonauftakt auswärts gegen den FC St. Pauli das Vertrauen von Trainer Niko Kovac geschenkt und war am Ende der entscheidende Mann - wenn auch auf eine ganz andere Art als erhofft.
Beim Stand von 3:1 für Borussia Dortmund hielt der Abwehrspieler in der Schlussphase seinen Gegenspieler Abdoulie Ceesay fest und verursachte damit nicht nur einen Elfmeter, sondern bekam auch noch Rot - weil Ceesay ohne das Halten wohl frei zum Abschluss gekommen wäre.
Von draußen musste Mane mit ansehen, wie nicht nur der Elfmeter verwandelt wurde, sondern auch noch der Ausgleich fiel. Dass der junge Abwehrspieler zuvor bereits beim 1:1 das entscheidende Kopfballduell verloren hatte, passte da ins Bild.
Transferpolitik des BVB rächt sich bitter
Und doch ist Mane keineswegs der Hauptschuldige daran, dass die Dortmunder leichtfertig zwei von drei möglichen Punkten verspielten. Stattdessen ist er der Leidtragende einer Transferpolitik, die sich nun bitter rächt.
Denn Mane spielte nicht, weil er sich in der Vorbereitung besonders aufgedrängt und den Konkurrenzkampf auf einer üppig besetzten Position für sich entschieden hätte. Vielmehr gehen Kovac die Alternativen aus.
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Nico Schlotterbeck fällt mit seiner Knieverletzung noch länger aus, jüngst erwischte es auch noch Niklas Süle. Damit ist Mane neben Waldemar Anton der einzige verbliebene, gelernte Innenverteidiger des BVB. Und muss deshalb spielen.
Dass diese Alternativen fehlen, ist der sportlichen Leitung um Sportdirektor Sebastian Kehl zuzuschreiben, denn die Kaderplanung ist sein Aufgabenbereich. Doch auch knapp anderthalb Wochen vor Ende des Transferfensters sind Neuzugänge Mangelware, im Gegenteil: Abgesehen von Jobe Bellingham existieren sie nicht.
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BVB: Druck von Neuzugängen fehlt
Keine Verstärkung in der Abwehr, keine neue Konkurrenz im Angriff. Der BVB erlebt aktuell einen personellen Stillstand, der die Ziele akut gefährdet. Nach dem mühsamen Sieg im DFB-Pokal bei Drittligist Rot-Weiss Essen folgte auf St. Pauli der nächste zähe Auftritt.
Denn auch wenn vor Manes folgenschwerem Fehler die Zeichen auf Sieg standen, so war die Leistung keineswegs berauschend. Und ohnehin sollten die Kiezkicker aus Hamburg nicht der Anspruch für einen Champions-League-Teilnehmer sein.
Was der BVB bräuchte, wären neue Impulse und Spieler, die den Arrivierten im Kader Druck machen. Stattdessen herrscht in der Mannschaft eine Bräsigkeit vor, die sich auf den Platz überträgt. Statt Hurra-Fußball gibt es aktuell Leistungen, die so attraktiv sind wie Besuche bei ungeliebten Verwandten.
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Aber das ist kein neues Phänomen, die Entwicklung geht bereits seit Jahren in eine falsche Richtung. Aktuell aber werden die Versäumnisse besonders deutlich. Denn vermischt sich durchschnittliche Qualität und Quantität auch noch mit überdurchschnittlich vielen Verletzten, kommt das Bild dabei heraus, das der BVB aktuell abgibt.
BVB: Kehrt Carney Chukwuemeka zurück?
Dann muss in der Abwehr plötzlich ein Debütant ran, der vielleicht noch gar nicht bereit ist. Und der letztlich ein paar schlaflose Nächste vor sich haben dürfte.
Bis Anfang September haben Kehl und Kollegen noch Zeit, den BVB-Kader auf Vordermann zu bringen. Und Kandidaten wie Carney Chukwuemeka soll es geben. Ob das am Ende genug sein wird, wird sich zeigen.
Sonst sind es bald die BVB-Fans, die nicht zu beneiden sind.
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