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Bundesliga

Mats Hummels: Entscheidung des BVB zu Abschied ist ein kapitaler Fehler - ein Kommentar

  • Aktualisiert: 14.06.2024
  • 17:07 Uhr
  • Daniel Kugler
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Mats Hummels muss den BVB verlassen. Die Klub-Ikone wurde den Verantwortlichen trotz zahlreicher Top-Leistungen zuletzt zu kritisch und erhält keinen neuen Vertrag. Eine Entscheidung, die bald bereut werden dürfte - ein Kommentar.

von Daniel Kugler

Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern: Nach insgesamt mehr als 13 Jahren verlässt Mats Hummels Borussia Dortmund.

508 Spiele. 38 Tore. 23 Assists. Zwei Mal deutscher Meister. Zwei Mal DFB-Pokalsieger - das Ende einer Ära, die in den letzten Tagen jedoch deutlich bröckelte.

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Die als unverhältnismäßig aufgefasste Kritik an den Leistungen unter dem kurz zuvor zurückgetretenen Trainer Edin Terzic soll Hummels das Genick gebrochen und den Ausschlag gegen eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrages gegeben haben.

Im Interview mit der "Sport Bild" hatte der Innenverteidiger vor dem Champions League-Finale gegen Real Madrid die Spielweise der Dortmunder in der Hinrunde massiv kritisiert. "Ich habe mich in meiner Ehre gekränkt gefühlt, so in diesem Trikot auf dem Platz zu stehen. So unterwürfig, so fußballerisch unterlegen", wurde Hummels deutlich.

Damit hätte der Spieler laut den "Ruhr Nachrichten" eine Grenze überschritten und eine Trennung unausweichlich gemacht. Eine Entscheidung, die der Klub jedoch bald bereuen dürfte.

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Hummels ist einer der letzten Typen - aber doch zu mündig

Sportdirektor Sebastian Kehl attestierte dem 35-Jährigen im Abschiedsstatement des Klubs "eine herausragende Persönlichkeit, vielleicht eine der letzten ihrer Art im Fußball".

Damit spricht er eigentlich vielen Fans aus der Seele. Heutzutage, wo im Fußball doch so verzweifelt nach Typen gesucht wird, die eben nicht nur aalglatte, emotionslose Interviews nach dem Spiel geben und sich nur ausweichend äußern, sondern mit ihrer Art und klaren Meinungen imponieren und auch mal den Finger in die Wunde legen.

Aber ist das wirklich so? Die Entscheidung des Klubs gegen Hummels spricht Bände und beweist das genaue Gegenteil. Einen Spieler seiner auch im hohen Fußballeralter weiterhin unbestrittenen Klasse, kann man dann eben doch nicht weiter als Leistungsträger gebrauchen, wenn er eine bis auf die Königsklasse absolut enttäuschende Saison beim Namen nennt - intern wie extern.

Will man in Dortmund die unliebsame Wahrheit nicht hören und sich lieber hinter dem Fastgewinn der Champions League verstecken, dann ist Hummels offenbar ein Unruhestifter, der zu viel Dreck aufwirbelt.

"Ich danke Mats für seine Leidenschaft, für seinen Erfolgswillen, auch für seine Ecken und Kanten", führte Kehl weiter aus. Nach den Berichten der vergangenen Tage fiel der Dank für Letzteres wohl etwas geringer aus.

Hummels-Abgang kann man nicht mit Reus vergleichen

Der BVB verliert damit in einem Sommer mit Marco Reus und Mats Hummels gleich zwei langjährige Gesichter und Säulen des Klubs.

Allerdings muss man die Situation und den sportlichen Wert der beiden Routiniers in der vergangenen Saison ganz klar differenzieren.

Reus war längst über seinen Zenit hinaus, fand sich immer mehr als Bankdrücker wieder und konnte dem Spiel nur noch äußerst selten seinen Stempel aufdrücken wie früher, wenn er denn mehr als nur ein paar Minuten ran durfte.

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Baumgart grölt auf Grönemeyer-Konzert laut mit

Hummels hingegen drehte die Uhr gerade im Saisonendspurt regelmäßig zurück und rief eine Top-Leistung nach der anderen ab. Dass es die "Schwarzgelben" überhaupt ins Finale nach London schafften, ist zu einem großen Teil auch Hummels' x-tem Frühling zuzurechnen.

Den sportlichen Wert der beiden Altstars zu vergleichen, wäre aus aktueller Sicht also absolut fehl am Platz.

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Hummels-Abgang reißt gewaltiges Loch in Defensive

Nach dem Abgang des Routiniers drängt sich die Frage auf, wer die entstandene Lücke schließen soll. Denn einen Hummels mit seiner beispiellosen Qualität, Erfahrung und Führungsqualität zu ersetzen, stellt eine Herkulesaufgabe dar.

Nico Schlotterbeck ist weiterhin die Eignung als Abwehrchef schuldig. Sein Potenzial und seine Leistungsfähigkeit sind unbestritten, allerdings ist der 24-Jährige in seiner Performance arg von der Stabilität seines Nebenmannes im Defensivzentrum abhängig. Im Verbund mit Hummels fiel das häufig nicht oder weniger auf. In anderen Konstellationen, wo Schlotterbeck den Ton angeben soll, könnte es aber problematisch werden.

Etwa im Tandem mit dem eigentlich vor Jahren als kommendem Leader der Defensive verpflichteten Niklas Süle. Dieser ist ein riesiges Fragezeichen und kam im Saisonendspurt immer seltener zum Zug. Ob Süle die Rolle von Hummels übernehmen kann bzw. überhaupt noch dauerhaft in Dortmund eine Zukunft als Stammspieler hat, wird sich zeigen müssen.

Dahinter kommt lange nichts. Ensprechend schwer ins Gewicht wird der Hummels-Abgang fallen. Es wirkt so, als könnten die Verantwortlichen bald mit weinendem Auge zurückblicken und bereuen, sich nicht doch noch zusammengerauft zu haben.

Man hätte dem neuen Trainer Nuri Sahin zumindest für ein Jahr einen mit allen Wassern gewaschenen Führungsspieler an die Seite stellen können, der für den Klub durchs Feuer geht und sich situativ eben nicht blenden lässt.

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