Nach Kommunalwahlen
FC Bayern München: Oberbürgermeister Dieter Reiter zieht sich von Ämtern beim Rekordmeister zurück
- Veröffentlicht: 11.03.2026
- 12:03 Uhr
- ran.de
Dieter Reiter, seines Zeichens Oberbürgermeister von München, hat angekündigt, sich von seinen Ämtern beim FC Bayern München zurückzuziehen. Damit reagiert der SPD-Politiker auf anhaltende Kritik an seiner Person.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat mit sofortiger Wirkung seine Posten im Aufsichtsrat sowie im Verwaltungsbeirat des FC Bayern München niedergelegt. Der 65-Jährige, der seit 2019 im Verwaltungsbeirat aktiv war und kürzlich zum Vorsitzenden ernannt wurde, zog damit Konsequenzen aus anhaltender öffentlicher Kritik und Vorwürfen eines Interessenkonflikts.
Reiter betonte in einer Pressemitteilung, dass ihm das Vertrauen der Münchner Bürger über allem stehe - gleichwohl handele es sich um eine Entscheidung, die ihm als langjährigem Bayern-Fan schwerfalle.
Der Rücktritt kommt nach Wochen intensiver Debatte, in der sich Reiter mehrmals öffentlich entschuldigt hatte. Er wolle damit einen Schlussstrich unter die Affäre ziehen, die sein Amt als Oberbürgermeister belastete.
Besonders im laufenden Wahlkampf zur Oberbürgermeisterwahl spielte die Kontroverse eine Rolle: Reiter erreichte in der ersten Runde nur 35,6 Prozent und muss am 22. März in einer Stichwahl gegen Dominik Krause (Grüne, 29,5 Prozent) antreten.
Reiter-Kritik wegen Nähe zum FC Bayern
Die Nähe zum FC Bayern wurde als Belastung wahrgenommen, und Reiter priorisiert nun das öffentliche Vertrauen über Mandate oder finanzielle Vergütungen. Zudem forderten Stadtratsmitglieder Klarheit über Art, Umfang und Vergütung seiner Rolle, was zu Dringlichkeitsanträgen führte.
Im Zentrum der Kritik steht, dass Reiters Nebentätigkeit beim FC Bayern nicht vom Stadtrat genehmigt wurde, was gegen die Dienstpflichten als kommunaler Wahlbeamter verstößt. Beamte müssen solche Tätigkeiten ab einer Vergütung von 10.000 Euro pro Jahr genehmigen lassen.
Reiter erhielt laut "Bild" seit Ende 2021 jährlich 20.000 Euro für den Verwaltungsbeirat, insgesamt 90.000 Euro, die er vollständig an soziale Projekte wie "Mini München" und "Bunt kickt gut" spendete.
Kritiker warfen ihm vor, die Tätigkeit nicht gemeldet zu haben und anfangs falsche Angaben gemacht zu haben - etwa, dass er noch nicht im Aufsichtsrat sei, was durch Belege von der Partei Die Linke widerlegt wurde.
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Reiter-Affäre: Andere Politiker erhielten keine Vergütung
Die Regierung von Oberbayern prüft nun ein Disziplinarverfahren. Für den Aufsichtsrat gibt Reiter keine genaue Vergütung an; der FC Bayern AG-Jahresabschluss 2024/2025 weist für die neun Mitglieder insgesamt 680.000 Euro aus.
Andere Beiratsmitglieder wie Lars Klingbeil (SPD) oder Dorothee Bär (CSU) erhalten keine Vergütung, während Josef Schmid (CSU) 20.000 Euro pro Jahr bezieht.
Reiter war seit 2019 Mitglied des Verwaltungsbeirats, eines Beratungsgremiums mit Persönlichkeiten wie Klingbeil, Bär und Schmid. Im Februar wurde er zum Vorsitzenden ernannt, was automatisch einen Sitz im Aufsichtsrat nach sich zog - eine Nachfolge für Bayerns langjährigen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber.
Die Debatte eskalierte, als Die Linke im Stadtrat die Vergütung hinterfragte. Der Stadtrat vertagte Diskussionen, bis weitere Fakten vorliegen; Reiter versprach ein Gutachten.