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Bundesliga

Bundesliga - Droht wegen Fan-Protesten ein Spielabbruch in Hannover? Die Schiedsrichter-Regularien im Überblick

  • Aktualisiert: 16.02.2024
  • 12:19 Uhr
  • Tim Rausch
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Die anhaltenden Fan-Proteste in den Bundesliga-Stadien gegen die Investorenpläne der DFL stellen die Unparteiischen vor Probleme. Die DFB-Regularien für den Umgang mit den Störungen sind dabei eindeutig, lassen aber Spielraum für die Schiedsrichter. Droht in Hannover nicht zuletzt wegen Martin Kind sogar ein Spielabbruch?

Spielunterbrechungen gehören in den Partien der Bundesliga und der 2. Liga beinahe schon zum Alltag. Wegen der Fan-Proteste gegen den geplanten Einstieg eines Investors.

Am Freitagabend könnten die Unmuntsbekundungen, die mit auf den Rasen geworfenen Tennisbällen und Schokotalern zum Ausdruck gebracht werden, bei der Zweitliga-Begegnung zwischen Hannover 96 und der SpVgg Greuther Fürth (ab 18:30 Uhr im Liveticker) möglicherweise bis hin zu einem Spielabbruch eskalieren.

Die Niedersachsen richteten sich nämlich zuletzt erstmals als einer der 36 deutschen Profi-Klubs öffentlich gegen die DFL. Grund dafür soll der Alleingang von Geschäftsführer Martin Kind gewesen sein, der entgegen der Vorgabe des eigenen Vereins für den Einstieg eines DFL-Investors gestimmt haben soll.

Daher gibt es nun schwere Vorwürfe des Muttervereins gegen die DFL.

Obwohl die Abstimmung geheim durchgeführt wurde, deutet einiges darauf hin, dass sich Kind der Weisung des Hannoveraner Muttervereins widersetzt hat - bewiesen ist das jedoch nicht.

Deshalb stand der 96-Geschäftsführer zuletzt schon im Fokus der Hannover-Fans. Der Vorwurf gegen die DFL lautet unter anderem, dass diese durch die "bewusste Untätigkeit" den Bestand der 50+1-Regelung gefährden würde.

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Hannover-96-Mutterverein geht auf Konfrontation mit DFL

"Die DFL wurde von uns im Vorfeld der Abstimmung über einen möglichen Investoreneinstieg sowohl über die Weisung an Martin Kind selbst, bei der Abstimmung mit Nein zu stimmen, als auch über die ablehnende Reaktion hierzu von Martin Kinds Anwälten, in Kenntnis gesetzt. Die DFL musste also ganz konkret davon ausgehen, dass sich Martin Kind, nach jahrelangen Verstößen gegen die Weisungen des Vereinsvorstands, erneut über diese hinwegsetzen würde", hieß es im Statement von Hannover 96.

Kind verteidigte sich laut "NDR Info" derweil: "Nach meiner Einschätzung ist alles korrekt gelaufen. Es gab eine Einspruchsfrist, es hat keine Einsprüche gegeben, sodass ich formaljuristisch davon ausgehe, dass die Abstimmung korrekt gelaufen und eigentlich auch nicht mehr zu korrigieren ist." Die Frage nach seinem Abstimmungsverhalten beantwortete er damit aber auch nicht.

Der umstrittene Klubboss geriet zuletzt nicht nur sprichwörtlich ins Fadenkreuz der 96-Fans. Beim 4:3-Auswärtssieg beim Hamburger SV zeigten die Anhänger der Niedersachsen ein Transparent, auf dem das Konterfei des Geschäftsführers in einem Fadenkreuz zu sehen war. Daraufhin wurde die Partie zwischenzeitlich sogar unterbrochen.

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Fan-Proteste in der Bundesliga: DFB stellt klare Vorgaben an Schiedsrichter

Nach den neuen Entwicklungen könnte nun die Protestwelle gegen Kind und die DFL im Worst Case am Freitagabend wirklich zu einem Spielabbruch in Hannover führen.

Doch wie sieht der Ablauf aus, bis der Schiedsrichter eine Partie wirklich vorzeitig für beendet erklärt und die Punkte womöglich am Grünen Tisch vergeben werden?

Der DFB hat in seinen Regularien klare Vorgaben für den Umgang mit Fan-Protesten, die zumeist in die Kategorie "Sicherheitsstörungen" (Pyrotechnik, Werfen von Gegenständen, Ausschreitungen auf den Rängen etc.) fallen. 

Die Schiedsrichter sollen in diesen Fällen in einem mehrschrittigen Verfahren als Konfliktmanager und Mediatoren agieren. Das bestätigte der DFB gegenüber der "DPA". 

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Fan-Proteste: Spielraum für Schiedsrichter

Phase 1: Das Verfahren sieht vorerst eine Spielunterbrechung vor, der Heimverein soll eine Lautsprecherdurchsage veranlassen. Die Gegenstände müssen zudem beseitigt werden.

Phase 2: Bei weiteren Störungen soll erneut unterbrochen werden. Das Schiedsrichtergespann soll dann das Gespräch mit dem "Teilnehmerkreis der Sicherheitsbesprechung" suchen. Dieser kann aus dem Veranstaltungsleiter, Sicherheitsbeauftragten, Vertretern der Sicherheitsaufsicht, Schiedsrichter-Beobachter, Vertretern der Polizei und Fanbeauftragten bestehen. Auch Spieler, Trainer und Vereinsverantwortliche können mit einbezogen werden.

Phase 3: Bei weiteren Vergehen soll der Schiedsrichter den Spielern den Gang in die Kabine anordnen. Ein Spielabbruch steht nun im Raum.

Phase 4: Zeigen nach erneuter Fortsetzung die Unterbrechungen keine Wirkung, wird das Spiel abgebrochen.

Der Schiedsrichter darf hierbei bis zu einem gewissen Grad in eigenem Ermessen handeln. Es gibt keine Vorgaben über Länge oder Anzahl der Unterbrechungen bis zu einem Spielabbruch. Allerdings muss der Unparteiische die Anweisungen der Sicherheitsvertreter, besonders die der Polizei und der Ordnungsbehörden, berücksichtigen.

"Drei-Stufen-Plan" bei Diskriminierung

In diskriminierenden Einzelfällen, zum Beispiel bei gezielter Hetze gegen einzelne Personen (mehr dazu hier), greift der "Drei-Stufen-Plan". Dieser sieht eine Spielunterbrechung mit Stadiondurchsage, in zweiter Stufe einen Gang in die Kabine und in dritter Stufe einen Spielabbruch vor.

Seit einigen Monaten sorgen Fan-Proteste für Unterbrechungen, die DFL bot jüngst Gespräche mit Fanorganisationen an. Eine neue Abstimmung über die Investorenpläne, die als Auslöser der Fan-Aktionen gelten, soll sei derweil kein Thema.

Womit weitere Eskalationen nicht ausgeschlossen sind. Womöglich schon an diesem 22. Spieltag in Hannover.

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