Auswechslung nach 16 Minuten
Champions League: Antonin Kinsky erlebt Desaster mit Tottenham Hotspur: "Daran wächst man als Torhüter"
- Veröffentlicht: 11.03.2026
- 17:49 Uhr
- Andreas Reiners
Antonin Kinsky hat in der Champions League ein Desaster erlebt. Ist seine Karriere zerstört? Wir haben mit Timo Hildebrand gesprochen.
Timo Hildebrand fühlt mit. Der frühere Nationaltorhüter kann nachempfinden, was in Antonin Kinsky vorgeht.
Es war ein maximal desaströser Abend in der Champions League für den Keeper der Tottenham Hotspur. Nach 15 Minuten stand es 0:3 bei Atletico Madrid, zwei Tore hatte Kinsky durch eigene Fehler verschuldet.
Die Höchststrafe gab es dann von Trainer Igor Tudor, der Kinsky nach 16 Minuten auswechselte. Um seinen Torhüter und die Mannschaft zu schützen, wie Tudor erklärte.
"Es ist schon heftig, vor allem in so einem wichtigen Spiel für den Verein in der Champions League. Es ist immer schlimm, aber daran wächst man als Torhüter", sagte Hildebrand im Gespräch mit ran.
Wie geht man als Torhüter am besten damit um? Bei Kinsky kommt hinzu, dass er erst 22 Jahre alt ist. In dieser Saison war er zuvor nur in zwei League-Cup-Spielen zum Einsatz gekommen.
Hildebrand zu Kinsky: "Abhaken, weitermachen"
Für Hildebrand ist klar: "Abhaken, weitermachen. Es bleibt ihm ja auch nichts anderes übrig. Ich habe selbst Situationen gehabt, wo ich nach 20 Minuten einen Fehler gemacht habe. Bis dahin habe ich geil gespielt und dann ist mir ein Riesenbock unterlaufen. Und dann bleibt dir nichts anderes übrig, als einfach weiterzumachen."
Grundsätzlich hält es Hildebrand nicht für falsch, dass Tudor, der nach einem Fehlstart als Coach bei den Spurs selbst unter Druck steht, Kinsky so früh vom Platz genommen hat.
"Und dadurch, dass es zwei Abspielfehler waren, kann er sich davon erholen. Es waren keine Torwartschnitzer im üblichen Sinne. Von daher ist es ein bitterer Abend, aber ich hoffe, dass er da keinen Knick erlebt", sagte Hildebrand.
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Torhüter-Legende Peter Schmeichel meinte bei CBS Sports gar, Tudor habe Kinskys "Karriere völlig zerstört".
"Das kann sein, muss aber nicht", sagte Hildebrand. "Denn ganz ehrlich: Wenn er jetzt drei überragende Spiele in Folge macht, dann ist das auch wieder relativ schnell vergessen."
Das Problem: Kinsky ist eigentlich die etatmäßige Nummer zwei. Er hatte in Madrid den zuletzt ebenfalls nicht sattelfesten Stammtorwart Guglielmo Vicario ersetzt. Am Ende verloren die Spurs 2:5.
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Tottenham Hotspur: Mitten im Abstiegskampf
Tudor hat nun die Qual der Wahl, ob er wieder auf Vicario setzt oder Kinsky die Chance gibt, sich zu rehabilitieren. Am Sonntag geht es zum FC Liverpool, Mittwoch wartet das Rückspiel gegen Atletico, dann kommt Nottingham Forest, ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf. Tottenham kämpft als 16. der Premier League um den Klassenerhalt, der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt einen Punkt.
Keine Frage: Es gibt angenehmere Möglichkeiten, um sich zu rehabilitieren. Aber vielleicht ist genau das auch eine Chance. Fakt ist, dass es Tudors Entscheidung ist.
Ein schmaler Grat, "eine schwierige Situation", wie Hildebrand betont. Doch er stellt auch klar: "Es ist einfach das Beste, wenn du direkt wieder die Chance bekommst, einen neuen Eindruck zu hinterlassen und die Fehler vergessen zu lassen."