Champions League
FC Bayern München: Droht Kimmich und Olise ein übles Nachspiel wegen der Gelben Karten? Bericht deutet Entscheidung an
- Aktualisiert: 11.03.2026
- 16:29 Uhr
- Justin Kraft
Joshua Kimmich und Michael Olise werden dem FC Bayern im Rückspiel gegen Atalanta gelbgesperrt fehlen – auch darüber hinaus? Ein Medienbericht deutet eine mögliche Entscheidung an.
Joshua Kimmich legte die Szene des Abends hin, als er schon längst nicht mehr auf dem Platz stand. An den Mikrofonen verschiedener Medien erklärte der Führungsspieler des FC Bayern München, warum ihn die Gelbe Karte bei der 6:1-Gala gegen Atalanta vermeintlich so ärgert.
Wer dem Nationalspieler dort eine Bestnote in Schauspielerei attestiert, wird wohl eher nicht falsch liegen. Wie er das über die Bühne brachte, war jedoch beeindruckend. "An sich war es unnötig", erklärte Kimmich bei "Prime Video": "Ich habe nach einer passenden Anspielstation gesucht."
Dann sei ihm zwar aufgefallen, dass Tom Bischof frei wäre, doch er befürchtete, dass das eine Pressingfalle wäre. "Ich glaube, wenn der gegnerische Spieler nicht auf mich zustürmt, dann gibt er vielleicht nicht die Gelbe Karte. Ich wollte den Ball gerade rausspielen. An sich war es dann zu spät", so der Mittelfeldstratege: "Ärgerlich."
Wirklich ärgerlich? Kimmich wird das Rückspiel gegen Atalanta in der Champions League gelbgesperrt verpassen. Angesichts des in jedem Fall harten Wegs ins Finale und dem deutlichen Sieg im Hinspiel wohl zu verkraften.
Selbiges gilt für Michael Olise, der sich bei einem Eckball auffällig viel Zeit nahm, bis der Schiedsrichter genug hatte und ihn verwarnte. Auch der Franzose wird im Rückspiel gesperrt sein. Dayot Upamecano bemühte sich derweil eher halbgar. Ein leichter Trikotzupfer wurde nicht bestraft.
FC Bayern: Herr Eberl, waren Gelbe Karten Absicht?
Wie einst Carvajal: Droht dem FC Bayern ein Nachspiel?
Gibt es für die Bayern ein Nachspiel? Wie die "L’Equipe" berichtet, hat Schiedsrichter Espen Eskas in seinem Spielbericht keine Auffälligkeiten bei den Gelben Karten für Kimmich und Olise vermerkt. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass die UEFA tatsächlich Maßnahmen gegen die beiden Bayern-Stars ergreift.
Auch wenn es schon einige Fälle in der Vergangenheit gab, die von der UEFA hart bestraft wurden. So gab Sergio Ramos 2019 sogar vor den Kameras zu, bewusst eine Gelbe Karte provoziert zu haben.
Ein Fehler, aus dem Kimmich offenbar gelernt hat. Denn Ramos wurde zwei Spiele gesperrt. Doch nicht immer brauchte die UEFA das Geständnis, um diese Strafe auszusprechen. 2017 ließ sich Dani Carvajal in Diensten von Real Madrid kurz vor dem Abpfiff gegen Nikosia 21 Sekunden Zeit beim Einwurf. Gelb und die von ihm gewollte Sperre.
Später entschied die UEFA auch bei ihm auf zwei Spiele. Ein Einspruch von Madrid ging ins Leere. Dieses Szenario droht Kimmich und/oder Olise offenbar nicht. Argumente hätte der europäische Fußballverband aber durchaus. Nach dem Tor zum 5:0 zeigte die Bildregie Olise an der Seitenlinie. Er trank etwas und hörte sich an, was die Trainer zu sagen hatten.
Kurz darauf ging er wieder aufs Feld und sprach ausgerechnet mit Upamecano und Kimmich, die ebenfalls kurz vor einer Gelbsperre standen. Es folgten ziemlich bald die beiden Verwarnungen für Zeitspiel. Dabei war Kimmich immer wieder kurz davor, den Pass zu spielen.
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Auch seine Erklärung hinterher war gut zurechtgelegt. Olise hingegen wartete etwas plumper auf seine Verwarnung, sein Warten wirkte aber nicht übertrieben. An die 21 Sekunden von Carvajal dürfte er nicht herankommen.
Wie auch immer: Mehr als Warten bleibt dem FCB jetzt nicht übrig. Die Bayern und vor allem die beiden späten Gelb-Sünder müssen sich also gedulden. Egal, wie es am Ende ausgeht: Kimmichs Erklärungsversuche nach dem Spiel werden in jedem Fall ein Highlight bleiben.
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