Die tschechische Spielergewerkschaft "CAFH" fordert:
Skandal in Tschechien - Spielergewerkschaft fordert Bann auf Lebenszeit: Fußballtrainer filmte Spielerinnen in der Umkleide
- Veröffentlicht: 04.03.2026
- 11:53 Uhr
- Anne Malin
Die tschechische Spielergewerkschaft CAFH hat eine lebenslange Sperre für den ehemaligen Jugendtrainer Petr Vlachovsky gefordert. Dieser war wegen heimlicher Aufnahmen seiner Spielerinnen in Umkleideräumen und Duschen mit einer versteckten Kamera verurteilt worden.
Petr Vlachovsky wurde im Mai 2025 schuldig gesprochen, über einen Zeitraum von vier Jahren 14 Spielerinnen des tschechischen Erstligisten FC Slovacko in Umkleiden und Duschen gefilmt zu haben. Darüber hinaus sei er im Besitz von Material über sexuellen Kindesmissbrauchs gewesen. Vlachovsky wurde daraufhin ohne öffentliche Verhandlung zu einer einjährigen Bewährungsstrafe und einem fünfjährigen Trainerverbot in Tschechien verurteilt. In anderen Ländern kann er weiterhin als Trainer fungieren.
Deswegen spricht sich die CAFH jetzt für eine internationale Sperre auf Lebenszeit aus. Auch der Internationaler Verband der Profifußballer (Fifpro) fordert in einem Statement die Sperre des ehemaligen U19-Trainers: "Da das tschechische Strafverfahren und das Verwaltungsverfahren des tschechischen Fußballverbands getrennt sind, fordert die Gewerkschaft den Verband auf, eine lebenslange Sperre für Vlachovsky und alle Sexualstraftäter zu verhängen."
Fifpro prüfe zudem mögliche rechtliche Schritte im Namen der Spielerinnen, um eine weltweite Sperre zu erreichen.
CAFH-Vorstand will ein klares Zeichen setzten
Die Vorsitzende der CAFH und Vorstandsmitglied von Fifpro Europe Marketa Vochoska erklärte: "Nach sorgfältiger Überlegung und auf Anweisung der Spielerinnen haben wir den gesamten Fall öffentlich gemacht." Auch wenn die Aufmerksamkeit der Medien zusätzlichen Druck auf die Spielerinnen ausübe, sei dies ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für den Missbrauch im Sport zu schärfen und daran zu arbeiten, dass sich so etwas nicht wiederhole.
"Die Verurteilung zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung sendet nicht das richtige Signal und das fünfjährige Trainerverbot, das nur in der Tschechischen Republik gilt, ist ebenfalls unzureichend. Hier muss eine Null-Toleranz-Politik gelten, um ein klares Signal zu senden", kritisierte die Rechtsanwältin weiter.
Das Ziel sei es, diesen Fall zu nutzen, um eine Gesetzesänderung voranzutreiben, die eine lebenslange Sperre für alle Sexualstraftäter vorsieht. Es müsse eine klare Linie geben und eine lebenslange Sperre solle die einzige Option sein. "Nicht-kontaktbehafteter sexueller Missbrauch ist immer noch Missbrauch, und die Spielerinnen müssen geschützt werden", schrieb die Fifpro auf der Kurznachrichtenplattform "X".
Wenn alles verbleibt, wie es ist, könnte Vlachovsky Ende 2030 wieder als Trainer in Tschechien tätig sein, wobei er bereits davor im Ausland als Trainer tätig sein dürfte.
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