Handball-EM 2026 im livestream auf Joyn
Handball-EM 2026 - DHB-Team leistet Schwur vor Finale: "Leben auf dieser Platte lassen"
- Veröffentlicht: 31.01.2026
- 09:10 Uhr
- SID
Das DHB-Team geht als Außenseiter in das EM-Endspiel gegen Dänemark. In der Neuauflage des Olympia-Finals will das DHB-Team den Partycrasher spielen - und Revanche nehmen.
Als am späten Freitagabend mit Olympiasieger und Weltmeister Dänemark auch ihr "Endgegner" auf dem Weg zum ersehnten EM-Gold feststand, leisteten Deutschlands Handballer im Teamhotel einen Schwur.
"Wir werden unser Leben auf dieser Platte lassen", sagte Kreisläufer Justus Fischer und schmiedete mit seinen Mitspielern die besten Pläne für eine Revanche. Revanche für das verlorene Hauptrunden-Spiel (26:31) am vergangenen Montag. Revanche aber noch viel mehr für das krachend verlorene Olympia-Finale (26:39) vor anderthalb Jahren.
"Das würde sehr schmecken", sagte Fischer grinsend. Wenn man über 60 Minuten so verteidige wie phasenweise im Halbfinale gegen Kroatien (31:28), könne Deutschland auch die Super-Dänen um Welthandballer Mathias Gidsel schlagen (Sonntag, ab 18 Uhr im Joyn-Livestream): "Und ich bin mir sicher, dass das am Sonntag passieren wird."
Während Linksaußen Lukas Mertens "kein Déjà-vu von Olympia 2024" erleben will, betonte Torhüter Andreas Wolff: "Jetzt haben wir die Chance, uns für ein tolles Turnier zu belohnen und Geschichte zu schreiben."
Und ob. Im ersten EM-Endspiel seit zehn Jahren, noch dazu vor den Augen von Bundeskanzler Friedrich Merz, kann sich die DHB-Auswahl zum dritten Mal nach 2004 und 2016 zum Europameister krönen. Die insgesamt fünfte EM-Medaille hat das junge deutsche Team bereits sicher - aber jetzt wollen alle mehr. Auch Spielmacher Juri Knorr versprühte vor dem mit Spannung erwarteten Finale in der "Hölle von Herning" Optimismus.
DHB-Team will Titel klar machen
Die Tatsache, dass die DHB-Auswahl zehn Jahre lang nicht gegen Dänemark gewonnen hat? Egal. Dass am Sonntag 15.000 vorwiegend dänische Fans die Jyske Bank Boxen in ein Tollhaus verwandeln werden? Kein Problem. "Wir wollen es genießen", sagte Knorr selbstbewusst: "Wir werden der Underdog sein – aber Dänemark wird alles zu verlieren haben und wir nichts." Man wolle versuchen, ein "cooles Spiel" zu machen und "den Zuschauern ein würdiges Finale zu liefern".
Den ersten Einzug einer DHB-Auswahl in ein EM-Endspiel seit dem Titelgewinn vor zehn Jahren feierten Alfred Gislason und seine Spieler mit Mallehits und einer spontanen Kabinenparty - doch noch am Abend stürzte sich Gislason ins Videostudium. Ein Erlebnis wie bei den Olympischen Spielen will er bloß nicht noch einmal erleben.
"Für mich war das Spiel in Lille extrem bitter. Nach super Olympischen Spielen bis dahin war ich so sauer darauf, weil ich fand, dass die Jungs nach einer Viertelstunde das Spiel einfach verschenkt haben, weil sie sagten, Silber ist auch nicht schlecht", erinnerte sich Gislason: "Das war sehr, sehr bitter."
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EM-Finale: Druck liegt bei Dänemark
Einen ähnlichen Verlauf erwartet der DHB-Coach diesmal nicht. Hoffnung, nein, mehr noch, Glaube schenkt ihm der bisherige Turnierverlauf. Vom Beinahe-Aus in der Vorrunde über das famose Hauptrunden-Finale gegen Frankreich (38:34) bis zum überzeugenden Halbfinal-Sieg gegen Kroatien - die deutsche Mannschaft hat in den zurückliegenden zweieinhalb Wochen eine deutliche Entwicklung genommen.
"Wir haben alle gesehen, in diesem Turnier ist sie gewachsen", sagte Gislason: "Wir werden alles geben, um das Spiel zu gewinnen, ohne Frage. Aber wir wissen auch, dass wir nicht Favorit sind."
Der Druck liegt ganz klar auf dänischer Seite, soll das Finale doch zur ultimativen Krönungsmesse werden. Dänemark, das bei den vier (!) vergangenen Weltmeisterschaften den Thron bestieg und auch bei den Olympischen Sommerspielen 2016 und 2024 nicht zu bezwingen war, kämpft am Sonntag nämlich auch gegen seinen inzwischen 14 Jahre andauernden EM-Fluch an.
An Herning als Finalstandort haben die Skandinavier zudem keine guten Erinnerungen. Hier, im Mekka des dänischen Handballs, setzte es bei der EM 2014 eine 32:41-Klatsche gegen Frankreich.
Zu gerne würde das deutsche Team diesmal den Partycrasher spielen. "Die ganze Halle wird gegen uns sein. Das ist aber auch ein schönes Gefühl – wenn wir die ein bisschen leise bekommen, dann...", sagte Rechtsaußen Lukas Zerbe und grinste: "Wir wollen natürlich die Goldmedaille noch holen."