2. bundesliga live in sat.1, auf ran.de und joyn
2. Bundesliga - Die Top-Elf der Hinrunde: Schalke vier Mal vertreten
- Veröffentlicht: 14.01.2026
- 12:36 Uhr
- Mike Stiefelhagen
Der Rückrundenauftakt der 2. Bundesliga steht bevor. Vorab blicken wir auf die Hinrunde und küren die Top-Elf der besten Spieler.
Die 2. Bundesliga steht vor ihrem Rückrundenstart.
Herbstmeister Schalke 04 hat im Testspiel gegen Drittliga-Klub VfL Osnabrück bereits eine gute Form bewiesen und 2:0 gewonnen.
- SC Paderborn: Wechsel-Wirrwarr um Okpala beendet
- Bis mindestens 2027: Kapitän Skrzybski verlängert in Kiel
Der Tabellenführer muss sich am 18. Spieltag auswärts bei Hertha BSC (ab 20:30 Uhr im Liveticker) behaupten. SV Elversberg ist aktuell der größte Schalke-Jäger. Auf den Abstiegsplätzen stehen Dynamo Dresden und Greuther Fürth. Fortuna Düsseldorf droht sogar die Relegation in die 3. Liga.
Bevor es in die Rückrunde geht, stellt ran die Top-Elf der Hinrunde zusammen. In einem klassischen 4-4-2-System.
Die Bundesliga und 2. Bundesliga kostenlos auf Joyn
Tor: Nicolas Kristof (SV Elversberg)
Externer Inhalt
Loris Karius (Schalke), Timo Horn (Bochum) und Tjark Ernst (Hertha BSC) wären die Alternativen gewesen. Wir haben uns aber für Kristof entschieden, welcher als Rückhalt einen wesentlichen Bestandteil am anhaltenden Erfolgskurs der SVE hat.
Sieben Spiele zu Null (nur Karius und Ernst mit neun Spielen besser). Einen Elfmeter gehalten. Eine Wahnsinnsabwehraktion nach einen missglückten Rückpass von Maximilian Rohr gegen Bochum am 2. Spieltag. Auch am 17. Spieltag gegen Düsseldorf avancierte er zum Spieler des Spiels. Die zweitbeste Abwehr der Liga nach Schalke. Aber mit weniger namhaften Verteidigern vor sich.
Sport-Vorstand Nils-Ole Book ließ im Sommer viele Spieler, sogar den Trainer gehen. Kristof wollte er unbedingt halten. Starke Reflexe, eine stoische Art im Eins-gegen-eins und eine fußballerische Klasse mit Ball am Fuß. Seine Spieleröffnung sucht in der Liga ihresgleichen, Kristof leitete viele SVE-Tore ein. Daher unser Entscheid.
Folgerichtig wurde er auch vor kurzem erstmals für die österreichische Nationalmannschaft nominiert und hat WM-Hoffnungen. Zuletzt kursierte das Gerücht, der Hamburger SV habe Interesse am 26-Jährigen. Nicht umsonst.
Rechter Verteidiger: Laurin Curda (SC Paderborn)
Paderborn spielt mit einer Dreier- bzw. Fünferkette. Dort besetzt Curda die rechte Schiene - wir listen ihn daher als RV. Curda traf für den SCP in fünf Spielen, bereitete sogar drei Tore vor. Exzellente Werte für jemanden, der gelernter Innenverteidiger ist.
Curda ist zweikampfstark, positioniert sich in beiden Strafräumen richtig und gewinnt viele Kopfbälle. Dass er jetzt auch noch gute Flanken schlägt, macht ihn zu einer echten Waffe.
232 gewonnene Zweikämpfe sind der zweitbeste Wert der Liga.
Innenverteidiger: Nikola Katic (FC Schalke 04)
Der heimliche MVP der Schalker. Der Wunschtransfer von Trainer Miron Muslic eroberte im Sturm die Herzen der Fans. Die kurzen Ärmel sind sein Markenzeichen. Genau wie seine Wucht. Im Zweifel haut er alles weg. Und um. Teils auch Mitspieler.
Katic kennt keine Skrupel, um Gefahrensituationen zu entschärfen. Er haut seinen Körper in alles rein, ist so ein tolles Vorbild für die gesamte Mannschaft. Nach dem Ausfall von Ersatzkapitän Timo Becker lehrte er den jungen Mertcan Ayhan an. Hasan Kurucay wird auch dirigiert. Er hält die beste Defensive der Liga zusammen, ist bei Standards gefährlich und traut sich auch mal, Kapitän Kenan Karaman bei einer Ecke lautstark zu positionieren.
Katic ist eine Urgewalt. Mit 199 gewonnen Zweikämpfen. Wahrscheinlich von 198 geführten.
Innenverteidiger: Hasan Kurucay (FC Schalke 04)
Wie kann man so einen Spieler nur ablösefrei bekommen? Eine Frage, die schwer zu beantworten ist. Timo Becker stand nur neun Spiele für den S04 in der Hinrunde auf dem Rasen. Nach seinem Ausfall befürchtete man einen Zusammenbruch.
Von wegen. Kurucay spielte dann erst noch mehr auf. Neben seinen drei Toren eröffnete er mit vielen schnellen Pässen in die Schnittstellen Angriffe. Eine erfolgreiche Passquote von 85 Prozent ist vielsagend.
Gemeinsam mit Katic ein brutales Bollwerk. Alternativen wären Toni Leistner (Hertha BSC) oder Aleksandar Vukotic (SV Darmstadt 98).
Linker Verteidiger: Vitalie Becker (FC Schalke 04)
Noch ein Schalker! Aber kein Wunder, bei der besten Defensive. Fabian Nürnberger (SV Darmstadt 98), Alexander Rossipal (Dynamo Dresden) oder Tim Handwerker (Arminia Bielefeld) hätte man für Abwechslung nehmen können. Sie weisen auch scorertechnisch bessere Werte auf.
Aber: niemand war so konstant wie Becker. Und hat diesen positiven Trend. Becker stand in 16 Spielen auf dem Rasen. Kommt aus der eigenen Jugend, wurde von Muslic geformt, hat Top-Spieler der Liga ausgeschaltet und zum Ende der Hinrunde das Toreschießen für sich entdeckt.
Wichtige Tore, wie das zum 1:0 Endstand gegen Nürnberg oder das entscheidende 2:0 gegen Fortuna Düsseldorf.
Rechtes Mittelfeld: Felix Klaus (SpVgg Greuther Fürth)
Das ist eine enorme Leistung. Fürth ist mit das schwächste Team der Liga, aber Klaus ist in "NFL-terms" der Comeback-Spieler des Jahres. Bei Fortuna Düsseldorf aussortiert, zog es ihn nach Fürth zurück. Die dortige Defensive ist nicht ligareif.
Aber in der Offensive reißt er ab und ist sogar Top-Scorer der kompletten 2. Bundesliga (!). Sieben Tore und sieben Vorlagen sind phänomenal, wenn man sich den Tabellenplatz 17 anschaut. Mit 14 Scorern liegt er sogar vor Lidberg (13) und Ebnoutalib (12).
Zentrales Mittelfeld: Soufiane El-Faouzi (FC Schalke 04)
Der letzte Schalker, versprochen! Aber um El-Faouzi kommt man nicht rum. Neben Katic der beste Spieler der Hinrunde. Er läuft und läuft und läuft wie kein anderer. 213 abgespulte Kilometer sind Platz zwei der Liga. Dazu ist er passstark und aggressiv in den engen Räumen. 227 gewonnene Zweikämpfe in der Hinrunde ist der fünftbeste Werte aller Spieler.
Der ehemalige Aachener glänzt mit Willenskraft und Einsatzstärke. Absoluter Teamplayer, der zwischen den Boxen alles dicht macht. Der perfekte Muslic-Spieler. Nicht umsonst, soll es Angebote aus Europas Top-Ligen geben. Die Fans nennen ihn bereits liebevoll "Ruhrpott-Iniesta".
Zentrales Mittelfeld: Noel Aseko Nkili (Hannover 96)
Schwierige Entscheidung. Mitspieler Enzo Leopold ist als Kopf des Teams von Hannover 96 mindestens genauso zu nennen. Auch in Elversberg oder Bielefeld wäre man im ballsicheren, zentralen Mittelfeld fündig geworden. Würden wir mit einem Zehner spielen, müsste man Bambase Conte (SV Elversberg) oder Naatan Skyttä (1. FC Kaiserslautern) nennen.
Wir haben uns aber für die Bayern-Leihgabe entschieden. Denn Noel Aseko ist ein absoluter Senkrechtstarter, der frischen Wind in das Spiel der Hannoveraner brachte. Oft unbekümmert läuft er durch die Abwehrreihen des Gegners, reißt somit gefährliche Räume auf und ist einer der neuen Stars der Liga.
Der Dauerbrenner traf in 17 Spielen zwei Mal und legte drei Buden auf. H96 besitzt eine Kaufoption über 1,5 Millionen Euro. Das wäre er wohl wert.
Linkes Mittelfeld: Marvin Wanitzek (Karlsruher SC)
Ja. Fabian Reese. Top-Vorlagengeber der Liga (7) und Symbolfigur für den Hertha-Aufwind. Wir mussten aber Wanitzek nehmen. Wo stünde der KSC nur ohne den Routinier. Jeder Standard ist eine Augenweide, jede Flanke ein halbes Tor.
Reese ist für Berlin immens wichtig, aber Wanitzek ist das Hirn der Karlsruher. Ohne ihn würde enorme Qualität fehlen, während in Berlin mit Mickael Cuisance, Maurice Krattenmacher und Co. weitere tolle Spieler auflaufen.
Der 32-jährige KSC-Kapitän verpasste keine einzige Sekunde der Hinrunde (!) und kam dabei auf fünf Tore und drei Vorlagen.
Stürmer: Younes Ebnoutalib (SV Elversberg)
Selbsterklärend. Der Garant im Saarland. Der Abgang von Fisnik Asllani (TSG Hoffenheim) wurde mit Ebnoutalib sensationell aufgefangen. Im Sommer 2024 noch vereinslos, dann für 50.000 Euro aus der 5. Liga (Hessenliga) vom FC Gießen gekommen.
Vor rund einem Jahr merkte man noch, Ebnoutalib braucht Zeit, um sich an den Zweitliga-Fußball zu gewöhnen. Ab Sommer knipste er dann wie bescheuert. Super Positionsspiel, brachialer Schuss. Ein echter Stürmer. Das zeigt sich auch daran, dass er keine einzige Vorlage gab. Dafür schoss er zwölf Tore.
Er war so gut, dass Eintracht Frankfurt im Winter zuschlagen musste. Für ganze acht (!) Millionen Euro. Beim Debüt gegen Borussia Dortmund traf er wieder. Jetzt fällt er erstmal verletzt aus. Dennoch einer der Hinrunden-Stars in der 2. Bundesliga.
Stürmer: Isac Lidberg (SV Darmstadt 98)
Benjamin Källman und Noel Futkeu finden sich knapp dahinter ein. Die Duelle gegen Schalke zeigen die Wichtigkeit des Schweden. In der Liga ohne den erkälteten Lidberg: 0:1. Im DFB-Pokal mit Lidberg gegen den S04 nur wenige Tage später: 4:0.
Mit Fraser Hornby ein eingespieltes Duo. Lidberg macht aus wenig viel. Das bedeutet elf Tore und zwei Vorlagen. Seine Explosivität und sein Riecher in Kombination mit seiner Abschlussstärke machen ihn zum Garanten. Eigentlich zu gut für die 2. Bundesliga.