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Bundesliga: Das sollten die Neujahresvorsätze der 18 Bundesligisten sein
- Veröffentlicht: 04.01.2026
- 12:59 Uhr
- Julian Erbs
2026 ist da, ran blickt zum Jahreswechsel darauf, welche Vorsätze sich die Bundesligisten für das neue Jahr setzen sollten.
von Julian Erbs
Neujahrsvorsätze sind weit verbreitet. Mit dem Beginn eines neuen Jahres wollen viele Menschen Gewohnheiten ablegen, positiver denken oder neue Ziele verfolgen. Ähnlich ist es auch bei den Bundesliga-Klubs.
Manche stehen vor Luxusproblemen, etwa wenn ein Rekordmeister einen der besten Spieler der Welt wieder integrieren muss, ohne andere Egos zu verletzen.
Andere benötigen dringend bundesligataugliche Verstärkungen, um überhaupt realistische Chancen auf den Klassenerhalt zu haben, wie etwa der 1. FC Heidenheim.
ran hat für jeden Bundesligisten einen passenden Neujahrsvorsatz formuliert.
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FC Bayern München - Integration von Musiala
Der FC Bayern München steht vor einem Luxusproblem in der Offensive. Michael Olise, Harry Kane, Luis Diaz, Serge Gnabry und Lennart Karl konkurrieren um vier Positionen. Mit Jamal Musiala kehrt nun ein weiterer Ausnahmespieler nach langer Verletzung zurück. Seine Qualität macht ihn praktisch unverzichtbar.
Am ehesten könnte Gnabry zunächst auf die Bank rücken, alternativ Karl aufgrund seines Alters. Trainer Vincent Kompany muss eine Rotation finden, die sportlich funktioniert, Spielzeit gerecht verteilt und Unzufriedenheit im Kader vermeidet.
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Borussia Dortmund - Sturmproblem lösen
Serhou Guirassy steckt bei Borussia Dortmund seit Wochen in einer Formkrise und fällt nach Auswechslungen eher durch negative Körpersprache sowie Diskussionen um Elfmetersituationen auf. Karim Adeyemi hatte zwischenzeitlich ein Formhoch, läuft diesem Niveau aber seit einigen Wochen hinterher und sorgt ebenfalls neben dem Platz für Auffälligkeiten.
Fabio Silva hingegen erhält nur wenige Einsatzminuten, überzeugt jedoch meist bei Einwechslungen. BVB-Trainer Niko Kovac muss ihm zwangsläufig mehr Chancen geben und zugleich Guirassy und Adeyemi deutlich machen, dass niemand größer ist als die Mannschaft.
Bayer Leverkusen - Vertragsverlängerung mit Grimaldo
Die absolute Lebensversicherung auf der Linksverteidigerposition bei Bayer Leverkusen ist Alejandro Grimaldo. In der Doublesaison 2023/24 kam er auf herausragende 29 Scorerpunkte, in der vergangenen Spielzeit ließ der Spanier mit "nur" 16 etwas nach, ehe er in der laufenden Saison bereits zur Winterpause wieder bei 14 steht.
Immer wieder zeigt sich, dass Grimaldo Spiele zugunsten der Leverkusener entscheiden kann. Gleichzeitig gibt es regelmäßig Wechselgerüchte, die der Linksfuß selbst befeuert. Sein Vertrag läuft bis Sommer 2027. Geschäftsführer Sport Simon Rolfes sollte daher zeitnah eine Vertragsverlängerung forcieren.
RB Leipzig - Torwartfrage klären
Auch in dieser Saison zählt Peter Gulacsi mit sieben weißen Westen in 15 Einsätzen zu den besten Torhütern der Bundesliga. Der Keeper von RB Leipzig ist jedoch bereits 35 Jahre alt, zudem läuft sein Vertrag im Sommer aus. Mit Maarten Vandevoordt steht ein zwölf Jahre jüngerer, hochmotivierter Ersatzmann bereit. Bei seinen Einsätzen wusste Vandevoordt zu überzeugen. Um Ruhe innerhalb des Vereins zu bewahren, ist es nun entscheidend, dass Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer einen sauberen und für alle Seiten zufriedenstellenden Übergang gestaltet.
TSG Hoffenheim - Kader verkleinern
Bei der TSG Hoffenheim läuft sportlich nahezu alles nach Plan. Trainer Christian Ilzer hat sein Spielkonzept erfolgreich implementiert, nahezu alle Sommertransfers haben eingeschlagen, der Fußball ist attraktiv und aktuell steht Platz fünf zu Buche.
Wenn man dennoch einen Kritikpunkt finden will, muss man genauer hinschauen. Der Kader umfasst derzeit rund 30 Spieler. Rechnet man eine Startelf, fünf bis sechs Rotationsspieler, mehrere Jugendakteure sowie zwei Ersatztorhüter ein, bleibt der Kader dennoch zu groß. Eine Kaderverkleinerung muss bereits im Winter beginnen und konsequent fortgesetzt werden.
VfB Stuttgart - Abhängigkeit von Undav reduzieren
Die Offensive des VfB Stuttgart ist auf dem Papier gut besetzt. Mit Deniz Undav, Ermedin Demirovic, Tiago Tomás, Chris Führich, Badredine Bouanani sowie mehreren talentierten Nachwuchsspielern verfügt der Klub über zahlreiche Optionen.
Ein Blick auf die Torstatistik zeigt jedoch eine klare Schieflage: Undav steht bei acht Treffern, dahinter folgen drei Spieler mit jeweils drei Toren. Stuttgart muss es schaffen, sich offensiv weniger von Undavs Form abhängig zu machen und die Torlast auf mehrere Schultern zu verteilen, um dauerhaft stabil und schwerer ausrechenbar zu werden.
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Eintracht Frankfurt - Defensive fixen
15 Spiele, 30 Gegentore in der Bundesliga, dazu 16 Gegentreffer in sechs Partien der Champions League. Damit stellt Eintracht Frankfurt eine der schwächsten Defensiven sowohl national als auch international. Hinzu kommt ein gefühlt endloses Hin und Her auf der Torhüterposition zwischen Sommerneuzugang Michael Zetterer und dem talentierten Kaua Santos.
Zusätzlich befinden sich Leistungsträger der Vorsaison wie Robin Koch oder Arthur Theate in einer deutlichen Formkrise. Trainer Dino Toppmöller ist gefordert, strukturelle Anpassungen vorzunehmen. Besonders entscheidend ist es, endlich klare Verhältnisse im Tor zu schaffen, um defensive Stabilität und Ruhe ins Team zu bringen.
Union Berlin - Defensive zusammenhalten
Ein Blick auf die Tabellenplatzierung der "Eisernen" zeigt eine für Unioner Verhältnisse mehr als zufriedenstellende Situation. Union Berlin liegt auf Rang acht und hat neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, das sind stabile Voraussetzungen. Vor allem defensiv agieren die Köpenicker sehr gefestigt.
Besonders Danilho Doekhi, mit vier Treffern als Innenverteidiger zweitbester Torschütze des Teams, und Diogo Leite wecken internationales Interesse. Beide Verträge laufen aber nur bis Sommer 2026. Aus Unioner Sicht wäre es aktuell sogar sinnvoller, auf mögliche Ablöseinnahmen zu verzichten, als ohne zwei defensive Schlüsselspieler erneut in einen Abstiegskampf zu geraten.
SC Freiburg - Johan Manzambi weiter fördern
Johan Manzambi spielte sich gegen Ende der Saison 2024/25 zunehmend in den Vordergrund und rückte damit auch ins Blickfeld von Trainer Julian Schuster. Eine Halbserie später steht der 20-Jährige bei 22 Einsätzen und sechs Scorerpunkten, kann im Mittelfeld nahezu jede Position ausfüllen und ist fester Bestandteil der Startelf des SC Freiburg. Im Sommer feierte er zudem sein Debüt für die Schweiz.
Manzambi überzeugt mit Übersicht, Torgefahr, Ruhe am Ball und einem souveränen Auftreten. Freiburg hält einen Rohdiamanten in den Händen, der bereits sichtbar geschliffen wird. Dieser Entwicklungsprozess muss nun konsequent fortgesetzt werden.
Werder Bremen - Projekt Boniface beenden
Es sollte der Königstransfer von Werder Bremen werden: Victor Boniface, der Stürmer, der in der Meistersaison von Bayer Leverkusen so überzeugte, danach schwächelte und an der Weser zu alter Stärke finden sollte. Dass er zuvor beim Medizincheck der AC Mailand durchfiel, spielte in Bremen offenbar keine Rolle.
Zur Winterpause steht Boniface jedoch bei lediglich 325 Pflichtspielminuten, nur zwei Startelfeinsätzen, keinem Tor und zwei Vorlagen. Nun kommt erneut eine Knieverletzung hinzu, eine Rückkehr ist nicht absehbar. Werder sollte die Leihe schnellstmöglich abbrechen und diesen sportlichen Nebenschauplatz beenden.
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1. FC Köln - Said El Mala zum Arbeitstier machen
Die spielerische Qualität von Said El Mala ist unbestritten, sonst wäre das europaweite Interesse kaum zu erklären. Er ist der beste Spieler des 1. FC Köln, daran gibt es wenig Zweifel. Dennoch spielt er in einer Mannschaft, die trotz Tabellenplatz elf klar im Kampf um den Klassenerhalt steckt.
Trainer Lukas Kwasniok muss es schaffen, El Mala auch für die unangenehmen Aufgaben zu gewinnen. Wenn er sich nicht nur auf seine Technik verlässt, sondern auch Drecksarbeit annimmt, kann er zum entscheidenden Faktor für die Domstädter werden. Seine fußballerische Klasse wird er noch lange zeigen können. Jetzt geht es darum zu beweisen, dass er auch ein Kämpfer ist.
Borussia Mönchengladbach - Haris Tabakovic fest verpflichten
Haris Tabakovic war ursprünglich nur leihweise von der TSG Hoffenheim zu Borussia Mönchengladbach gewechselt, um den am Knie verletzten Tim Kleindienst übergangsweise zu ersetzen. Da sich dessen Rückkehr wegen einer erneuten Verletzung bis in den Februar hinein verzögert, erhielt Tabakovic deutlich mehr Zeit, sich zu zeigen und nutzte diese eindrucksvoll.
In einem zu Saisonbeginn spielerisch schwachen Gladbacher Team war der bosnische Nationalspieler einer der wenigen konstanten Lichtblicke. In 17 Einsätzen kommt er auf starke zwölf Scorerpunkte. Auch wenn der Stürmer bereits 31 Jahre alt ist, spricht vieles dafür, ihn fest zu verpflichten, sei es als verlässlichen Backup oder als Sturmoption an der Seite von Kleindienst.
Hamburger SV - Nicht in Panik verfallen nach Kuntz-Weggang
Stefan Kuntz war im Mai 2024 zum Hamburger SV gekommen und führte den Klub in seiner ersten Saison direkt zum Aufstieg. Gemeinsam mit Claus Costa gelang dem Sportvorstand ein überzeugender Transfersommer. Auch der bisherige Saisonverlauf entspricht den Erwartungen, 16 Punkte aus 15 Spielen stehen für eine stabile sportliche Entwicklung.
Umso überraschender kommt nun der Abschied des 1996er Europameisters aus persönlichen Gründen. Kuntz stand klar für Aufbruch und positive Veränderung. Entscheidend wird nun sein, dass der HSV nicht in Panik verfällt, sondern den eingeschlagenen Weg fortsetzt, besonnen handelt und einen passenden Nachfolger findet.
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VfL Wolfsburg - Keine Elfmeter mehr herschenken
Auch wenn aus den sechs verschuldeten Elfmetern "nur" drei Gegentore resultierten, ist dies ein klarer Problembereich beim VfL Wolfsburg. Zur Einordnung: Nur zwei andere Bundesligisten haben in der Hinrunde mehr als drei Strafstöße verursacht.
Besonders schmerzhaft sind die späten Punktverluste: Am ersten Spieltag gegen den 1. FSV Mainz 05 erzielte Nadiem Amiri in der 89. Minute per Elfmeter den Ausgleich. Gegen Eintracht Frankfurt traf Michy Batshuayi sogar erst in der 90.+6 Minute per Strafstoß zum 1:1. Genau diese Nachlässigkeiten im Strafraum entscheiden über Punkte und müssen dringend abgestellt werden.
FC Augsburg - Einen fähigen Stürmer verpflichten
Der Sturm des FC Augsburg ist aktuell nicht bundesligatauglich: Samuel Essende steht bei einem Treffer, ebenso Philip Tietz, der jüngst zum 1. FSV Mainz 05 wechselte. Diese Ausbeute spricht für sich.
Mit einer derart harmlosen Offensive wird es für die Fuggerstädter kaum möglich sein, sich nachhaltig aus dem Abstiegskampf zu lösen. Solange kein Stürmer mit Bundesligaformat verpflichtet wird, bleibt die sportliche Perspektive äußerst überschaubar.
FC St. Pauli - An Alexander Blessin festhalten
Mit 13 Toren stellt der FC St. Pauli gemeinsam mit dem 1. FSV Mainz 05 und dem 1. FC Heidenheim die schwächste Offensive der Liga. Nichtsdestotrotz muss an Trainer Alexander Blessin festgehalten werden. Der Kader ist an vielen Stellen nicht bundesligatauglich, mit Ausnahme der Torhüterposition, und gerade offensiv fehlt es deutlich an Qualität. Dennoch gelingt es Blessin immer wieder, eine konkurrenzfähige Mannschaft auf den Platz zu bringen.
Vor der Winterpause startete St. Pauli sogar einen klaren Aufwärtstrend mit vier Spielen in Folge ohne Niederlage, darunter Siegen gegen Borussia Mönchengladbach und die direkte Konkurrenz aus Heidenheim. Ein Trainerwechsel stand nie ernsthaft zur Debatte und dabei sollte es auch bleiben.
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1. FC Heidenheim - Spieler mit Bundesliga-Qualität verpflichten
Ähnlich wie bei den St. Paulianern fehlt es auch beim 1. FC Heidenheim in vielen Bereichen an Bundesligaqualität. Der Kader weist in nahezu allen Mannschaftsteilen Defizite auf, entsprechend groß ist der Bedarf an Nachbesserungen.
Zwar verfügen die Heidenheimer über das kleinste Budget der Liga, dennoch müssen Lösungen gefunden werden, um idealerweise Spieler mit Bundesligaerfahrung und entsprechender Qualität zu verpflichten. Gelingt das nicht, droht eine sehr schwierige zweite Saisonhälfte.
1. FSV Mainz 05 - Urs Fischers Fußball verinnerlichen
Wenn sich jemand mit Abstiegskampf und Ergebnisfußball auskennt, dann ist es der neue Trainer des 1. FSV Mainz 05, Urs Fischer. In seinen fünf Jahren beim 1. FC Union Berlin führte er die "Eisernen" aus der 2. Liga bis in die Champions League. Das gelang ihm mit einer klaren, pragmatischen Spielidee, die oft als "Anti-Fußball" bezeichnet wurde.
Attraktiv war dieser Ansatz selten, aber zumeist extrem effektiv. Genau diesen Fokus auf Stabilität, Disziplin und Ergebnisse müssen die Mainzer nun verinnerlichen. Denn in ihrer aktuellen Lage zählt nicht die Ästhetik, sondern ausschließlich der Punktgewinn.
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