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FC Bayern: Absage an Jerome Boateng ist die richtige Entscheidung - ein Kommentar
- Aktualisiert: 28.10.2025
- 10:14 Uhr
- Andreas Reiners
Die Hospitanz von Jerome Boateng beim FC Bayern wird nicht stattfinden. Das ist die richtige Entscheidung. Ein Kommentar.
Aus Mönchengladbach berichtet Andreas Reiners
Vincent Kompany blieb ruhig.
Defensiv. Der Bayern-Trainer ließ sich nicht aus der Reserve locken.
Auch wenn die erste Frage nach dem historischen 13. Sieg in Folge beim 3:0 bei Borussia Mönchengladbach keine sportliche im engeren Sinne war.
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"Guter Versuch", sagte Kompany: "Lass‘ uns erstmal über das Spiel reden. Heute ist nur die sportliche Seite wichtig."
Es ging bei der Nachfrage um Jerome Boateng. Ein brisantes Thema, das sich aber jetzt aber erledigt hat. Der frühere Münchner wird nämlich doch keine Hospitanz beim FC Bayern unter Kompany absolvieren. Zuerst berichtete der "Bayerische Rundfunk" darüber, später bestätigte Boateng selbst den Rückzug.
Für Kompany war das Thema bei der Pressekonferenz mit seiner knappen, aber deutlichen Antwort für den Moment erledigt. Man sah dem Belgier an, dass er tatsächlich überhaupt keine Lust hatte, zu dem Zeitpunkt darüber zu sprechen.
Das Wichtigste in Kürze
FC Bayern: Eberl "war ja beim Spiel"
Auch Max Eberl sagte nach dem Spiel nichts. "Ich war ja beim Spiel", erklärte der Sportvorstand.
So oder so: Ob nun der FC Bayern - möglicherweise in Übereinkunft mit Boateng - von der Hospitanz absieht oder Boateng nach den Zweifeln des FCB dem Klub zuvor kam - unter dem Strich ist es die richtige Entscheidung.
Dabei geht es in erster Linie gar nicht um Boatengs Vergangenheit, der im vergangenen Jahr wegen vorsätzlicher Körperverletzung an einer ehemaligen Partnerin schuldig gesprochen wurde. Sondern vor allen um jene Unruhe, die infolge der Personalie rund um den Verein zu entstehen drohte.
Denn die wäre, ganz nüchtern betrachtet, Gift für den Klub.
Nach dem sensationell starken Saisonstart befinden sich die Münchner nach den vielen Turbulenzen der jüngeren Vergangenheit endlich mal in konstant ruhigem Fahrwasser, in einer Situation, die man an der Säbener Straße nicht mehr so oft so lange am Stück erlebt.
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Es geht harmonisch zu, der Sport steht im Vordergrund, die Erfolge, die Mannschaft, die Zukunft. Beim FC Bayern ist dieser Frieden aber immer fragil und trügerisch, kann stets schon von Kleinigkeiten abrupt beendet werden.
Unruhe, Diskussionen, Zoff und das traditionelle Bayern-Ballyhoo gehören in gewisser Weise zum Grundrauschen des Klubs. Problematisch wird es aber, wenn der Verein – wie jetzt im Fall Boateng – die Reaktionen und die Wucht eines Themas verkennt und dann nicht oder falsch reagiert.
FC Bayern: Reaktionen unterschätzt?
Offenbar war den Verantwortlichen – und wohl auch Boateng – nicht bewusst, wie sehr eine Zusammenarbeit, selbst eine so harmlose wie als Praktikant und zudem zeitlich extrem überschaubar, die Fans beschäftigt, wie sehr die Anhänger das ablehnen könnten.
Selbst durchaus nachvollziehbare Erklärungen der Bayern-Bosse konnten die Wogen nicht mehr glätten, die Proteste der Fans durch diverse Plakate ("Gegen Machtmissbrauch und physische & psychische Gewalt in Beziehungen") blieben.
Und damit die Gefahr, dass die Unruhe Oberhand gewinnt und das Team negativ beeinflusst.
Nun ist es nicht so, dass man als Verein bei jedem Fan-Protest einzuknicken hat. Sich mit der Meinung derer auseinanderzusetzen, die den Klub mitprägen und ausmachen, ist aber nie falsch. Für den FC Bayern sollte das Pflicht sein.
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FC Bayern: Harmonie ist Gold wert
Und deshalb natürlich auch die Auseinandersetzung mit einem Thema, über das man fraglos ganz grundsätzlich diskutieren kann und auch sollte. Dabei ist die Entscheidung vor allem eine für die Wahrung der Harmonie rund um den Klub, die bei einem Lauf wie dem aktuellen Gold wert ist. Das betonte Boateng auch in seinem Statement, in dem er betonte: "Euer voller Fokus sollte einzig und allein dem Platz gehören – und dem Ziel, diese beeindruckende Serie von 13 Siegen in Folge fortzuführen."
Denn oft genug haben sich die Bayern so eine Luxussituation selbst kaputt gemacht. Es wäre schade gewesen, wenn das aktuelle Momentum weiter aufs Spiel gesetzt worden wäre. Denn der Lauf kann die Bayern durchaus noch ein gutes Stück tragen.
Kompany weiß das. Weshalb er sich gar nicht erst aus der Reserve locken ließ.