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HSV-Spieler hätte gegen FC Bayern Rot sehen müssen! Ex-Schiedsrichter Urs Meier exklusiv

  • Aktualisiert: 02.02.2026
  • 13:57 Uhr
  • Christian Stüwe
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© Jan Huebner

Der frühere FIFA-Schiedsrichter Urs Meier ordnet im Interview mit ran die umstrittenen Elfmeterentscheidungen in Hamburg, Augsburg und Leipzig ein. Er kritisiert die Schiedsrichter und den VAR und hätte einen HSV-Spieler früh vom Platz gestellt.

Von Christian Stüwe

Am Samstag sorgten gleich mehrere Elfmeter-Entscheidungen in der Bundesliga für teilweise heftige Diskussionen.

Beim 2:2 des FC Bayern in Hamburg foulte Joshua Kimmich Nicolai Remberg, Schiedsrichter Harm Osmers entschied auf Elfmeter. Es war nicht die einzige umstrittene Szene, Spieler und Verantwortliche des Rekordmeisters kritisierten den Schiedsrichter nach Abpfiff heftig.

Beim 2:1-Sieg des FC Augsburg gegen St. Pauli klärte FCA-Verteidiger Marius Wolf einen Ball per Grätsche, danach traf er Manolis Salijakis am Knöchel. Schiedsrichter Sascha Stegemann entschied auf Elfmeter, der VAR griff nicht ein.

In Leipzig zeigte Schiedsrichter Daniel Schlager nach einem Zweikampf zwischen RB-Verteidiger David Raum und dem Mainzer Stürmer Phillip Tietz auf den Punkt. Mainz gewann in Leipzig 2:1, die Sachsen haderten mit der Elfmeterentscheidung.

Im Interview mit ran ordnet der frühere FIFA-Schiedsrichter Urs Meier die Szenen ein. Im Spiel des FC Bayern hätte der Schweizer früh auf Platzverweis gegen einen Schlüsselspieler des HSV entschieden.

ran: Urs Meier, es gab an diesem Bundesliga-Wochenende einige strittige Elfmeter-Entscheidungen, die prominenteste wahrscheinlich beim Spiel des FC Bayern München gegen den Hamburger SV. Joshua Kimmich soll Nicolai Remberg gefoult haben, die Berührung war aber nur minimal. Wie bewerten Sie die Szene?

Urs Meier: Den Elfmeter kann man schon geben. Das Problem ist, dass Joshua Kimmich nicht den Ball spielt, er spielt den Gegner. Dieser eine Schritt, den er noch macht, der ist einfach zu viel. Da kommt es zum Körperkontakt. Also von meiner Seite her kann man den Elfmeter absolut geben. Und so hat es Schiedsrichter Harm Osmers ja auch gesehen.

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FC Bayern beschwert sich über Schiedsrichter

ran: Die Spieler und Verantwortlichen des FC Bayern haben sich nach Abpfiff sehr über die Leistung des Schiedsrichters beschwert. Haben Sie Verständnis dafür?

Meier: Da ging es um einige andere Entscheidungen, denke ich. Zum Beispiel die Situation mit Harry Kane und Luka Vušković in der Anfangsphase. Das war eine klare Torchance. Vušković hat Kane nur minimal getroffen – aber er hat ihn getroffen. Er hat nicht den Ball gespielt. Er hat als verteidigender Spieler das Risiko genommen. Und wenn er ihn dann trifft, ist das ein Foulspiel. Wenn man dieses Foulspiel gibt, muss man auch sagen, dass es das Zunichtemachen einer klaren Torchance war. Wenn Kane sonst alleine vor dem Torhüter auftaucht – viel klarer geht es nicht. Der andere HSV-Spieler kann nicht mehr eingreifen. Weshalb ich sagen würde, dass man in dieser Szene Vušković die Rote Karte hätte geben müssen.

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ran: Diskussionen um einen Elfmeter gab es auch in Augsburg. FCA-Verteidiger Marius Wolf spielt im Strafraum klar den Ball, trifft dann seinen Gegenspieler Manolis Salijakis vom FC St. Pauli. War das für Sie eine nachvollziehbare Entscheidung?

Meier: Nein, in hundert Jahren nicht. Wenn das ein Foul ist, dann können wir mit dem Fußball aufhören. Viel besser als Wolf kann man in dieser Situation den Ball mit dem Tackling nicht rausspielen. Dass es dann im Anschluss zu einem Körperkontakt kommt, das war im Fußball schon immer so. Das war alles korrekt, es war eine klare Fehlentscheidung vom Schiedsrichter. Das kann kein Elfmeter sein.

Urs Meier über den VAR: "Immer das Gefühl, da hat jemand noch nie Fußball gespielt"

ran: Hätte der VAR eingreifen müssen?

Meier: Ja, natürlich. Der Video-Assistent muss eingreifen. Wenn ich in Köln vor dem Bildschirm gesessen hätte, hätte mir das so wehgetan. Das muss einem als Schiedsrichter sofort auffallen, dass das eine falsche Entscheidung ist. Als Schiedsrichter auf dem Spielfeld kann man immer mal einen falschen Eindruck haben, aber dafür ist ja der VAR da – um in solchen Situationen die Entscheidung zu korrigieren. Die Video-Schiedsrichter greifen so oft ein, dass sie dann bei einer so klaren Situation nicht eingreifen, verstehe ich nicht. Keine Ahnung, was da dahintersteckt, welche Anweisungen die Video-Schiedsrichter vielleicht bekommen haben, dass das Pendel in die andere Richtung ausschlägt. Das hat etwas mit Fußballverstand zu tun. Ich habe dann immer das Gefühl, da hat jemand noch nie Fußball gespielt.

ran: Es gab am Samstag noch eine dritte strittige Szene. In Leipzig gab es einen Elfmeter für Mainz, nach einem Körperkontakt zwischen Leipzigs David Raum und dem Mainzer Stürmer Phillip Tietz. Auf den ersten Blick sah die Aktion sogar eher nach einem Stürmerfoul aus. Wie bewerten Sie diese Entscheidung?

Meier: Es ist genau so ein Fall wie in Augsburg. Man sieht schon im Ansatz, was passiert: Phillip Tietz stellt sein Bein rein und spielt nicht den Ball. Solche Situationen sieht man relativ häufig im Angriff, wo das Bein absichtlich reingestellt wird. Das ist eine klassische Situation. Da sind wir wieder beim gleichen Thema wie vorhin, das ist eine Frage des Fußballverstandes. Da muss sich der Video-Assistent sofort melden und sagen: Das ist falsch, lieber Schiedsrichter. Schau dir das nochmal an!

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ran: Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe hat in der "Bild"-Zeitung gesagt, dass solche Elfmeter den Fußball kaputt machen würden und die Bundesliga ein "Elfmeterproblem" habe. Sehen Sie auch ein übergeordnetes Problem?

Meier: Ja. Wenn immer wieder solche Sachen passieren und wir über solche Entscheidungen diskutieren müssen, dann gebe ich Manuel recht. Der Ursprung dieser Probleme ist, dass wir den Schiedsrichtern wieder das Fußballverständnis beibringen müssen. Das sage ich übrigens schon sehr lange. Genau in diesen Bereichen muss man die Schiedsrichter schulen. Das sind elementare Dinge. Ich erwarte, dass die Schiedsrichter auf dem Feld in solchen Fällen sofort die richtigen Entscheidungen treffen.

Und wenn die Schiedsrichter das auf dem Feld einmal nicht sehen, müssen es die Video-Schiedsrichter korrigieren. Wenn man Fußballverstand hat, muss man sich diese Szenen vom ganzen Ablauf her nicht zweimal anschauen. Es gibt Szenen, da kann man drei-, viermal draufschauen und es ist immer noch nicht eindeutig. Aber von solchen Szenen spreche ich nicht. Ich spreche von diesen klaren, eindeutigen Szenen. Und wenn der Schiedsrichter auf dem Feld trotzdem mal daneben liegt, dann muss der VAR auf sein Knöpfchen drücken und sagen: Schau dir das nochmal an, das war falsch!

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20. Spieltag
Sa. 31.01.2026 • 18:30 Uhr
Beendet
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