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EM 2024

EM 2024 – Niederlande als schlechte Verlierer: Selbstkritik ist nicht verboten – ein Kommentar

  • Aktualisiert: 11.07.2024
  • 15:45 Uhr
  • Andreas Reiners
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Die Niederlande hat sich nach dem Halbfinal-Aus auch auf Schiedsrichter Felix Zwayer gestürzt. Dabei wäre vor allem Selbstkritik angebracht. Ein Kommentar.

Von Andreas Reiners

Der Reflex ist fast immer der gleiche. Man wartet förmlich nur darauf.

Er ist nachvollziehbar, menschlich verständlich. Richtiger macht es ihn deshalb aber noch lange nicht. Vor allem dann nicht, wenn man besser vor der eigenen Haustüre kehren sollte.

Bis zu einem gewissen Grad ist es also in Ordnung, dass die Niederlande den Frust über das Aus im Halbfinale an Schiedsrichter Felix Zwayer ausließ. Doch "Oranje" schoss weit über das Ziel hinaus.

"Für mich ist das kein Elfmeter", wetterte Bondscoach Ronald Koeman: "Der Fußball wird durch solche Eingriffe des VAR kaputtgemacht." Abwehrboss Virgil van Dijk meinte: "Ich hätte den Elfmeter nicht gegeben."

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Das Wichtigste in Kürze

ENG vs. NED: Zwayer unter Hochspannung?

Und Joey Veerman befand, dass die Entscheidung Zwayers nicht überraschend kam. "Es sah so aus, als stünde er unter Hochspannung", sagte der Mittelfeldspieler: "Dann weiß man, dass so ein Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt zeigt."

Dass Zwayer nach dem Abpfiff ohne Umwege die Kabine aufsuchte, wurde ihm im Nachgang ebenfalls zum Vorwurf gemacht. "Es sagt doch alles, dass er direkt in die Kabine rennt und keine Zeit hat, uns die Hand zu geben", schimpfte van Dijk.

Allerdings sind diese Diskussionen dann doch ein bisschen zu billig. Sie lenken von den wirklichen Gründen für das Aus nur ab. Denn unter dem Strich hat Zwayer gut gepfiffen, der Foulelfmeter ist vertretbar, der Kontakt bei der Aktion von Denzel Dumfries gegen Harry Kane war klar erkennbar.

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Keine spielentscheidende Szene

Selbst wenn es kein Elfmeter gewesen wäre: Es war das 1:1 in der 18. Minute, in der Anfangsphase, es war keine spielentscheidende Szene. Vielmehr muss sich "Oranje" den Vorwurf gefallen lassen, für ein Halbfinale unter dem Strich schlicht zu wenig gezeigt zu haben.

Nach dem Führungstreffer zog man sich zu sehr zurück, ließ die Englänger das Spiel machen, reagierte nur, anstatt zu agieren.

Als sich die "Three Lions" nach dem Seitenwechsel mehr und mehr zurückzogen, waren die Niederländer weiter zu passiv und zu zögerlich, anstatt Druck auf den in dieser Phase absolut schlagbaren Gegner auszuüben.

Denn man darf nicht vergessen: Die ganze Zeit stand es 1:1, die Partie war offen, doch die "Elftal" versäumte es, die Entscheidung zu suchen gegen Engländer, die zu dem Zeitpunkt längst wieder in ihren spielerischen Dämmerschlaf gefallen waren.

EM-Halbfinale: Bittere Pleite für Holland

Heißt: Die Chance, den ersten Titel nach 1988 einzufahren, hat die Niederlande selbst verpatzt. Die Möglichkeit hat sie leichtfertig verspielt, achtlos weggeworfen. Und ist stattdessen bei der sechsten Halbfinal-Teilnahme zum fünften Mal ausgeschieden. Der Schmerz sitzt tief, und da sucht man die Schuld zunächst gerne mal woanders als bei einem selbst.

Weshalb der erste Reflex nachvollziehbar ist, in gewisser Weise daher sogar auch die Zwayer-Kritik. Auch wenn mehr Selbstkritik angebrachter wäre.

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