Olympia 2026 in Mailand und Cortina
Olympia 2026 - Bitterer Rückschlag für Leon Draisaitl und Co.: DEB-Team unterliegt Lettland
- Aktualisiert: 14.02.2026
- 15:12 Uhr
- SID
Unschöner Tag für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft. Bei Olympia setzt es gegen Außenseiter Lettland eine Pleite.
Leon Draisaitl senkte den Blick, Tim Stützle schüttelte immer wieder den Kopf: Die mit NHL-Stars gespickte deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei den Olympischen Winterspielen einen herben Rückschlag kassiert. Statt einen Schritt Richtung direkte Viertelfinal-Qualifikation zu nehmen, scheint nach dem unerwarteten und zugleich verdienten 3:4 (2:1, 0:1, 1:2) gegen Außenseiter Lettland der ungeliebte Umweg über die Qualifikation unumgänglich.
"Wir hatten mit Sicherheit genug Chancen", sagte Topstar Draisaitl, der bei zehn Abschlüssen ohne Torerfolg geblieben war. "Es war heute halt nicht mehr drin. Wir müssen jetzt gegen die USA unser Spiel spielen, unser Ding spielen", forderte der Star der Edmonton Oilers.
Schon am Sonntagabend (21.10 Uhr) geht es für die bislang wenig überzeugende Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis gegen den auch in der Breite hochklassig besetzten Weltmeister und Gruppenfavoriten.
Deutschland braucht bessere Chancenverwertung
Auch John-Jason Peterka wollte sich nicht zu viele Gedanken machen. "Wir müssen einfach unsere Chancenverwertung verbessern. Das Spiel muss abgehakt werden, so schnell wie möglich", betonte der Stürmer der Utah Mammoth. Draisaitl und Co. sind gegen die USA nicht nur aufgrund der bislang durchwachsenen Leistungen klarer Außenseiter, ein Sieg wäre eine Überraschung. Nur die drei Gruppensieger sowie der beste Zweite stehen direkt im Viertelfinale.
Zwei Tage nach dem zähen Auftaktsieg gegen Dänemark (3:1) brachten Lukas Reichel (3.) und Lukas Kälble (17.) das DEB-Team zwei Mal in Führung. Dans Locmelis (16., 29.), Eduards Tralmaks (49.) und Renars Krastenbergs (52.) drehten das Spiel für die Letten. Durch Tim Stützle (58.) kam Deutschland spät noch einmal heran.
Die deutsche Mannschaft erwischte gegen Lettland wie im Auftaktspiel einen Traumstart - und wieder war auf einen Nordamerika-Legionär Verlass. Reichel belohnte das DEB-Team nach 2:06 Minuten für einen schwungvollen Start. Am Donnerstag hatte Draisaitl nach nur 23 Sekunden getroffen, diesmal war der Kapitän glücklos.
Draisaitl fehlt das nötige Glück
Das DEB-Team hielt nach der Führung den Druck zunächst aufrecht, verlor im Verlauf des ersten Drittels aber wie schon gegen Dänemark den Zugriff und war defensiv immer stärker gefordert. Torhüter Philipp Grubauer zeigte einige starke Paraden, war beim Ausgleich im lettischen Powerplay aber machtlos. Kälbles schneller Gegenschlag drehte das Momentum in einer kritischen Phase.
Deutschland geriet im zweiten Drittel defensiv dennoch zunehmend in Schwierigkeiten und leistete sich Undiszipliniertheiten. Tobias Rieder stellte mit einem Foul an der Bande eine doppelte Unterzahl her. Lettland bestrafte dies prompt. Die erneute Chance zum schnellen Führungstreffer vergab Draisaitl (31.), der sich später die Hand mit Eis kühlte, freistehend.
Auch in der Folge fehlte dem Top-Stürmer der Edmonton Oilers das Glück. Im eigenen Powerplay blieb Deutschland lange ungefährlich. Im Schlussdrittel entglitt dem deutschen Team das Spiel. Erst als Grubauer sein Tor verließ und Deutschland volles Risiko ging, wurde der Druck größer. Stützle (Ottawa Senators) mit seinem dritten Turniertor ließ die Hoffnung noch einmal wachsen.