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RUGBY-WM LIVE AUF PROSIEBEN MAXX, RAN.DE UND JOYN

Rugby-WM 2023: Wer schafft es ins Endspiel? Der Halbfinal-Check von Jan Lüdeke

  • Aktualisiert: 20.10.2023
  • 13:58 Uhr
  • Jan Lüdeke
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Die Rugby-WM in Frankreich (live auf ProSieben MAXX, im Livestream auf ran.de und auf Joyn) geht in die heiße Phase, die Finalisten werden ermittelt. Der Halbfinal-Check von ran.

von Jan Lüdeke

Am vergangenen Samstagabend habe ich gesagt: "Das war das krasseste Spiel, das ich je kommentiert habe." Ich muss eigentlich noch weiter gehen. Das war das beste, packendste und spektakulärste Rugby-Wochenende, das ich am Mikrofon begleiten durfte.

Mit Irland und Frankreich sind die für mich zwei weltbesten Mannschaften ausgeschieden – weil sie in Neuseeland und Südafrika auf Gegner getroffen sind, die mit ihrer Erfahrung die richtige Taktik gewählt haben.

Die beiden dreimaligen Weltmeister sind für mich jetzt auch Favoriten aufs Finale. Aber Argentinien und England sind zu weit gekommen, um sie abzuschreiben.

So siehst du das Halbfinale der Rugby-WM Live im Free-TV.

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Neuseeland

Diese Mannschaft war totgesagt. Im letzten Vorbereitungsspiel haben die All Blacks die höchste Niederlage ihrer Geschichte kassiert (gegen Südafrika, den möglichen Final-Gegner, das könnte noch spannend werden), dann haben sie zum ersten Mal in der WM-Geschichte ein Gruppenspiel verloren.

Zwei Niederlagen, die Kritiker dankend aufgenommen haben: Diese Neuseeländer seien nicht mehr das, was sie mal waren, sie hätten ihren Mythos der Unbesiegbarkeit verloren – rundum: Sie hätten mit der Titelvergabe bei dieser WM nichts zu tun. Ein 96:17 gegen Italien und ein furioses Viertelfinale gegen Irland später sieht die Welt ganz anders aus.

Die All Blacks waren gegen Irland auf den Punkt da. Der Blick von Kapitän Sam Cane beim Einlaufen hat auf das eingestimmt, was da kommen sollte: eine lange nicht mehr in dieser Form gesehene Intensität. Und überhaupt: Was hatte sich Cane in den letzten Jahren alles anhören müssen?

Er könne die Position, die einst Richie McCaw, vielleicht der beste Spieler der Geschichte, bekleidet hatte, nicht ausfüllen. Cane hat den Gegenbeweis geliefert. Er war genauso wie alle anderen großen, erfahrenen Spieler präsent – die drei Barrett-Brüder: bockstark, Ardie Savea, Brodie Retallick: Weltklasse, Richie Mo'unga und Aaron Smith: abgezockt! Und dann war da noch Rekordspieler Sam Whitelock, der hintenraus den entscheidenden Turnover geholt hat.

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Neuseeland hat Irland perfekt gescoutet. Die Überkicks in die Mitte des Feldes haben Irland extrem weh getan. Vor dem Try durch Will Jordan haben wir eine verkürzte Gasse gesehen – wie oft machen die All Blacks sowas? Eigentlich nie, aber für dieses so große Spiel haben sie da einen Überraschungsmoment geschaffen, mit dem die Iren nicht gerechnet hatten.

Auch wenn Sam Cane und Co. in den letzten drei Jahren zweimal gegen Argentinien verloren haben (auch das erstmalig in der Geschichte), sind die All Blacks am Freitagabend haushoher Favorit. Alles andere als der Finaleinzug wäre eine Sensation. Zumal kein Spieler ausfällt. Einziger Wechsel im Vergleich zum Irland-Spiel ist die Hereinnahme von Whitelock für Retallick. Und auf der Bank sitzt mit Ersatz-Hakler Samisoni Taukei'aho sogar noch mehr Qualität.

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Die Aufstellung Neuseelands:

1 Ethan de Groot,  2 Codie Taylor, 3 Tyrel Lomax, 4 Sam Whitelock, 5 Scott Barrett, 6 Shannon Frizell, 7 Sam Cane ©, 8 Ardie Savea, 9 Aaron Smith, 10 Richie Mo’unga, 11 Mark Telea, 12 Jordie Barrett, 13 Rieko Ioane, 14 Will Jordan, 15 Beauden Barrett

16 Samisoni Taukei’aho, 17 Tamaiti Williams, 18 Fletcher Newell, 19 Brodie Retallick, 20 Dalton Papali’i, 21 Finlay Christie, 22 Damian McKenzie, 23 Anton Lienert-Brown

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Argentinien

Ich hatte Argentinien ja als meinen sichersten Halbfinalisten auf dem Zettel. Vor dem Turnier. Denn nach der Auftaktniederlage gegen England hatte ich damit doch nicht mehr wirklich gerechnet. Aber die Südamerikaner haben im Viertelfinale gegen Wales ihre Leidenschaft wiederentdeckt. Anders wäre solch ein Comeback-Sieg nicht möglich gewesen.

Argentinien war 0:10 hinten. Da zurückzukommen, ist verdammt schwierig. Aber auch hier waren es etablierte Kräfte, die zuvor underperformt hatten, die dann den Unterschied gemacht haben. Marcos Kremer und Facundo Isa haben so gut gespielt wie seit Langem nicht mehr.

Und am Ende hat die Bank das Spiel gewonnen. Der erste Try durch den eingewechselten Prop Joel Sclavi. Der zweite durch Nicolas Sanchez, der noch ohne neuen Verein dasteht. Wales musste für seinen angeschlagenen Star-Verbinder Dan Biggar den noch zu unerfahrenen Sam Costelow bringen. Argentinien konnte Sanchez mit über 100 Länderspielen bringen. Das Ende der Geschichte ist bekannt.

Eigentlich haben die Pumas keine Chance. Aber sie haben ja schon bewiesen, dass sie die All Blacks schlagen können. Und wer in einem WM-Halbfinale steht, darf niemals unterschätzt werden. Der Ausfall von Kapitän Pablo Matera schmerzt, im Viertelfinale war das zu kompensieren. Im Halbfinale auch?

Die Aufstellung Argentiniens:

1 Thomas Gallo, 2 Julián Montoya ©, 3 Francisco Gómez Kodela, 4 Guido Petti, 5 Tomas Lavanini, 6 Juan Martin Gonzalez, 7 Marcos Kremer, 8 Facundo Isa, 9 Gonzalo Bertranou, 10 Santiago Carreras, 11 Mateo Carreras, 12 Santiago Chocobares, 13 Lucio Cinti, 14 Emiliano Boffelli, 15 Juan Cruz Mallia

16 Agustín Creevy, 17 Joel Sclavi, 18 Eduardo Bello, 19 Matias Alemanno, 20 Rodrigo Bruni, 21 Lautaro Bazan Velez, 22 Nicolas Sanchez, 23 Matías Moroni

Südafrika

Dieser Viertelfinal-Erfolg gegen Gastgeber Frankreich war einer für die Ewigkeit. Das war ein Taktik-Masterpiece. Was hatte Südafrika nicht alles gemacht in jüngster Vergangenheit? 6-2-Split auf der Bank, in der Hinrunde gegen Irland sogar 7-1 – die sogenannte Bomb Squad war in der Rugby-Welt gefürchtet.

Sicherlich auch bei den Franzosen, die sicherlich verdutzt geschaut haben dürften, als die Springboks diesmal auf den "normalen" 5-3-Split gegangen waren, also fünf Forwards auf der Bank, drei Backs. Und letztere hießen Faf de Klerk, Handre Pollard, Willie Le Roux. Drei Weltmeister. Bomb Squad neu erfunden.

Südafrikas Trainerteam hatte dieses Frankreich-Spiel komplett durchgeplant, jede Abzweigung durchdacht. 40 Minuten Schlagabtausch mit drei Versuchen auf beiden Seiten – so kannst du Frankreich eigentlich nicht bezwingen. Aber du kannst das eben 40 Minuten mitgehen. Du kannst auch mal bei einer Marke in der eigenen 22 Gedränge nehmen.

Macht zwar niemand auf dieser Welt – dachten wir bis zum vergangenen Wochenende. Südafrika wollte Gedränge haben, um die französischen Forwards müde zu machen. Das hat geklappt. Es gab noch viele weitere Schachzüge, die so waghalsig wie genial waren. Masterpiece eben.

Der Weltmeister ist jetzt wieder Topfavorit. Die Aufstellung ist dieselbe wie gegen Frankreich. Wie soll das schiefgehen?

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<strong>Rugby-WM: Das sind die bisherigen Sieger<br></strong>Seit dem 8. September läuft die Rugby-WM 2023 <a href="https://www.ran.de/sports/rugby/wm/news/rugby-wm-im-tv-prosieben-maxx-zeigt-rugby-world-cup2023-live-79959">(live auf ProSieben MAXX und ran.de)</a>. <em><strong>ran</strong></em> zeigt die bisherigen Titelträger der Rugby-WM-Geschichte, die 1987 mit der ersten Endrunde begann.
Rugby-WM: Das sind die bisherigen Sieger
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© 2019 Getty Images
<strong>Neuseeland 1987</strong><br>
                Gastgeber: Australien/Neuseeland; Finale: Neuseeland - Frankreich 29:9
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Gastgeber: Australien/Neuseeland; Finale: Neuseeland - Frankreich 29:9
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<strong>Australien 1991</strong><br>
                Gastgeber: England; Finale: Australien - England 12:6
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<strong>Südafrika 1995</strong><br>
                Gastgeber: Südafrika; Finale: Südafrika - Neuseeland 15:12 n.V.&nbsp;
Südafrika 1995
Gastgeber: Südafrika; Finale: Südafrika - Neuseeland 15:12 n.V. 
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<strong>Australien 1999</strong><br>
                Gastgeber: Wales; Finale: Australien - Frankreich 35:12
Australien 1999
Gastgeber: Wales; Finale: Australien - Frankreich 35:12
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<strong>England 2003</strong><br>
                Gastgeber: Australien; Finale: England - Australien 20:17 n.V.
England 2003
Gastgeber: Australien; Finale: England - Australien 20:17 n.V.
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<strong>Südafrika 2007</strong><br>
                Gastgeber: Frankreich; Finale: Südafrika - England 15:6
Südafrika 2007
Gastgeber: Frankreich; Finale: Südafrika - England 15:6
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<strong>Neuseeland 2011</strong><br>
                Gastgeber: Neuseeland; Finale: Neuseeland - Frankreich 8:7
Neuseeland 2011
Gastgeber: Neuseeland; Finale: Neuseeland - Frankreich 8:7
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<strong>Neuseeland 2015</strong><br>
                Gastgeber: England; Finale: Neuseeland - Australien 34:17
Neuseeland 2015
Gastgeber: England; Finale: Neuseeland - Australien 34:17
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<strong>Südafrika 2019</strong><br>Gastgeber: Japan; Finale: Südafrika - England 32:12
Südafrika 2019
Gastgeber: Japan; Finale: Südafrika - England 32:12
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<strong>Neuseeland 1987</strong><br>
                Gastgeber: Australien/Neuseeland; Finale: Neuseeland - Frankreich 29:9
<strong>Australien 1991</strong><br>
                Gastgeber: England; Finale: Australien - England 12:6
<strong>Südafrika 1995</strong><br>
                Gastgeber: Südafrika; Finale: Südafrika - Neuseeland 15:12 n.V.&nbsp;
<strong>Australien 1999</strong><br>
                Gastgeber: Wales; Finale: Australien - Frankreich 35:12
<strong>England 2003</strong><br>
                Gastgeber: Australien; Finale: England - Australien 20:17 n.V.
<strong>Südafrika 2007</strong><br>
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<strong>Neuseeland 2011</strong><br>
                Gastgeber: Neuseeland; Finale: Neuseeland - Frankreich 8:7
<strong>Neuseeland 2015</strong><br>
                Gastgeber: England; Finale: Neuseeland - Australien 34:17
<strong>Südafrika 2019</strong><br>Gastgeber: Japan; Finale: Südafrika - England 32:12

Die Aufstellung Südafrikas:

1 Steven Kitshoff, 2 Bongi Mbonambi, 3 Frans Malherbe, 4 Eben Etzebeth, 5 Franco Mostert, 6 Siya Kolisi ©, 7 Pieter-Steph du Toit, 8 Duane Vermeulen, 9 Cobus Reinach, 10 Manie Libbok, 11 Cheslin Kolbe, 12 Damian de Allende, 13 Jesse Kriel, 14 Kurt-Lee Arendse, 15 Damian Willemse

16 Deon Fourie, 17 Ox Nche, 18 Vincent Koch, 19 RG Snyman, 20 Kwagga Smith, 21 Faf de Klerk, 22 Handre Pollard, 23 Willie le Roux

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England

Das ist wirklich kaum zu glauben: England ist die einzige ungeschlagene Mannschaft dieser WM. Darauf hätte sicherlich kaum jemand einen Cent gewettet. Denn der Vize-Weltmeister hat in den letzten vier Jahren kaum ein überzeugendes Spiel geliefert und war auch während dieses Turniers schwankend. Aber das alles zählt nicht. England ist wieder nur einen Schritt vom Endspiel entfernt.

Damit kommen wir zurück zur Frage, wie das bei Südafrika schiefgehen soll. Ganz einfach: England will Revanche – für die Final-Niederlage 2019. Viele Spieler von damals sind auch heute noch dabei und werden das nicht vergessen haben. Allein, ob die Qualität der Engländer reicht? Daran habe ich Zweifel. Coach Steve Borthwick scheint mir taktisch nicht auf Augenhöhe mit dem Trainerteam der Südafrikaner zu sein – könnte uns aber alle überraschen.

Mir hat bisher gefallen, dass die Heißsporne auf der ersten Reihe, Ellis Genge und Kyle Sinckler, nicht zusammengespielt, sondern an der Seite der erfahrenen Joe Marler und Dan Cole aufgelaufen sind. Das wird jetzt durcheinander gewirbelt. Genge und Sinckler als Antwort auf die Bomb Squad? Die Hereinnahme von Freddie Steward auf Schluss für Marcus Smith war für mich übrigens unumgänglich. Ihn brauchst du gegen die südafrikanischen Kicks.

Die Aufstellung Englands:

1 Joe Marler, 2 Jamie George, 3 Dan Cole, 4 Maro Itoje, 5 George Martin, 6 Courtney Lawes, 7 Tom Curry, 8 Ben Earl, 9 Alex Mitchell, 10 Owen Farrell ©, 11 Elliot Daly, 12 Manu Tuilagi, 13 Joe Marchant, 14 Jonny May, 15 Freddie Steward

16 Theo Dan, 17 Ellis Genge, 18 Kyle Sinckler, 19 Ollie Chessum, 20 Billy Vunipola, 21 Danny Care, 22 George Ford, 23 Ollie Lawrence

Und zu guter Letzt meine Prognose: Neuseeland und Südafrika gehen in zwei deutlichen Spielen ins Finale, wo dann entschieden wird, welche Nation als erste ihren vierten WM-Titel gewinnt.

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