NFL - Baltimore Ravens: Owner erklärt Entlassung von John Harbaugh
Aktualisiert: 15.01.2026
10:02 Uhr
Chris Lugert
John Harbaugh ist der wohl prominenteste Trainer-Name, der in der NFL jüngst seinen Job verlor. Nun erklärte Ravens-Owner Steve Bisciotti, wie es zu der Trennung kam.
John Harbaugh und die Baltimore Ravens - in der NFL gehörten diese Namen fast zwei Jahrzehnte lang untrennbar zusammen. 2008 übernahm Harbaugh den Posten als Head Coach in Maryland und führte die Ravens zu großen Erfolgen. Höhepunkt war der Super-Bowl-Sieg in der Saison 2012.
Doch nach einer enttäuschenden Spielzeit 2025, die ohne Playoffs zu Ende ging, traf Owner Steve Bisciotti die Entscheidung, den langjährigen Coach zu entlassen - nach 18 gemeinsamen Jahren. Ein alles andere als einfacher Schritt, wie Bisciotti jetzt erklärte.
"Es war die verrückteste Entlassung der Welt", blickte der Besitzer der Ravens auf jenen Moment zurück, als er Harbaugh via Telefon über dessen Freistellung unterrichtete. "Ich war derjenige, der mit den Tränen zu kämpfen hatte, und er war derjenige, der mich tröstete."
Auf bittere wie dramatische Art und Weise hatten die Ravens in Woche 18 die Playoffs verpasst. Im Endspiel um den Division-Titel in der AFC North verlor Baltimore bei den Pittsburgh Steelers, Ravens-Kicker Tyler Loop wurde durch ein verschossenes Field Goal mit auslaufender Uhr zum tragischen Gesicht der Niederlage.
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Playoff-Einzug hätte Harbaugh nicht gerettet
Doch Bisciotti stellte klar, dass der Ausgang des Spiels und ein etwaiger Playoff-Einzug letztlich die Entscheidung nicht beeinflusst hätten. "Für eine Woche" wäre Harbaugh im Amt geblieben, sagte er. Tenor: Nach einem Playoff-Ausscheiden hätte Harbaugh ebenfalls seinen Hut nehmen müssen.
Zu deutlich war zuvor ersichtlich geworden, dass es in Baltimore eine Veränderung braucht. "Ich kam zu dem Punkt, an dem ich nicht mehr glaubte, dass ich diese Entscheidung später bereuen würde", erklärte der 65-Jährige.
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Schreckmoment für die Ravens! Feuerwerk landet auf dem Feld
Bisciotti weiter: "Und genau das ist Instinkt: Wenn man endlich zu dem Punkt gelangt, an dem man sich verdammt sicher ist, dass man die Entscheidung einen Tag oder eine Woche später nicht bereuen wird, dann ist es an der Zeit, die Entscheidung zu treffen."
Dabei sei ihm klar, dass er nicht wisse, ob es die richtige Entscheidung ist. "Vielleicht liege ich richtig, vielleicht liege ich falsch. Aber ich habe es getan, weil ich dafür verantwortlich bin", sagte Bisciotti.
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Tomlin zu den Ravens? "Nur, wenn John in Pittsburgh übernimmt"
Doch wer wird Harbaughs Nachfolger? Sofort wurde der Name Mike Tomlin ins Gespräch gebracht. Also ausgerechnet der langjährige Head Coach der Steelers und damit Rivale der Ravens und von Harbaugh. Tomlin trat nach dem Playoff-Aus der Steelers gegen die Houston Texans nach 19 Jahren zurück.
Bisciotti konnte nicht verbergen, einer solchen Idee etwas Positives abgewinnen zu können - aber eher im Spaß. "Heilige Schei*e, wäre das nicht fantastisch? Aber nur, wenn John den Job in Pittsburgh übernimmt", sagte er und brachte damit quasi einen Tausch ins Gespräch: Harbaugh zu den Steelers, Tomlin nach Baltimore.
"Wow, wäre das nicht interessant? Ich weiß nicht, vielleicht hat ihn das vergangene Woche dafür disqualifiziert, nachdem unser Kicker verschossen hat und er dadurch weitergekommen ist", so Bisciotti. "Ich weiß es nicht. Ich rede mit ihm, ich liebe Mike. Ich meine, ich bewundere Mike seit 18 Jahren und es ist wirklich schockierend, dass er das so gemacht hat."
NFL-Transactions: Detroit Lions entlassen den nächsten Spieler
Graham Glasgow (Detroit Lions) Der Umbau in der Offense der Lions geht weiter. Nachdem am Montag zunächst Running Back David Montgomery zu den Texans getradet wurde, folgte später die Entlassung von Center Graham Glasgow. Während die Lions so 5,5 Millionen Dollar Cap Space erhalten, wird sich der 33-jährige Glasgow die Frage stellen, ob er woanders sein Glück versucht oder sich in die Football-Rente verabschiedet. Glasgow war 2016 von den Lions in der 3. Runde gedraftet worden und hat mit Ausnahme von drei Jahren bei den Broncos seitdem in Detroit gespielt - als Center, aber auch auf beiden Guard-Positionen.
David Montgomery (Detroit Lions) Die Detroit Lions geben laut NFL-Insider Ian Rapoport David Montgomery an die Houston Texans ab. Im Gegenzug für den Running Back erhält das Team um Amon-Ra St. Brown Texans-O-Liner Juice Scruggs, einen Viertrunden- und einen Siebtrundenpick. Montgomery war hinter Jahmyr Gibbs nur noch Running Back Nummer zwei. Zuletzt hielten sich hartnäckige Gerüchte, dass der 28-Jährige mit seiner Rolle unzufrieden sei.
Tytus Howard (Cleveland Browns) Die Cleveland Browns haben sich dringend benötigte Hilfe für die Offensive Line besorgt. Via Trade wechselt Right Tackle Tytus Howard von den Houston Texans nach Cleveland, die Browns schicken dafür einen Fünftrundenpick nach Texas. In Cleveland bekommt Howard zudem eine Vertragsverlängerung über drei Jahre und 63 Millionen Dollar.
Sam Franklin Jr. (Buffalo Bills) Die Buffalo Bills verlängern den Vertrag mit Safety Sam Franklin Jr. um drei Jahre. Laut Jeremy Fowler von "ESPN" kann er bis zu 7,5 Millionen US-Dollar verdienen. Franklin verbuchte in der vergangenen Saison als wichtiger Spieler in den Special Teams 13 Tackles. Er gelangte 2020 als ungedrafteter Rookie in die NFL, spielte bis 2024 für die Carolina Panthers, schaffte es dann bei den Bills über den Practice Squad in den offiziellen Kader.
Javonte Williams (Dallas Cowboys) Die Dallas Cowboys haben Running Back Javonte Williams mit einem neuen Vertrag ausgestattet. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, unterschrieb der 25-Jährige einen Dreijahresvertrag über 24 Millionen Dollar, davon sollen 16 Millionen garantiert sein. Williams lief in der abgelaufenen Saison für 1.201 Yards und sammelte elf Touchdowns. Durch die Luft kamen weitere 137 Receiving Yards und zwei Touchdowns hinzu.
Lorenz Metz (New England Patriots) Lorenz Metz hat sich nach seinem Playoff-Intermezzo bei den New England Patriots auch für die nahe Zukunft an die Franchise gebunden. Der 28 Jahre alte Offensive Lineman unterschrieb nach Saisonende einen Futures/Reserve Contract und wird damit zumindest die Saisonvorbereitung wohl bei den Patriots verbringen.
Brandon Aiyuk (San Francisco 49ers) Das Kapitel von Wide Receiver Brandon Aiyuk bei den San Francisco 49ers ist so gut wie beendet. "Ich denke, dass man mit Sicherheit sagen kann, dass Brandon seinen letzten Snap als 49er bereits gespielt hat", erklärte General Manager John Lynch auf der Jahresabschluss-Pressekonferenz. Aiyuk, der seit Mitte 2024 verletzungsbedingt kein Spiel mehr gemacht hat, wird demnach wahrscheinlich entlassen werden.
Trevon Diggs (Green Bay Packers) Das Intermezzo von Trevon Diggs in Green Bay ist vorbei. Die Packers haben den Cornerback entlassen, das gab die Franchise bekannt. Der 27-Jährige durchläuft nun den Waiver Wire. Sollte er nicht verpflichtet werden, wird er zum Free Agent. Ende Dezember hatten sich die Dallas Cowboys von ihm getrennt, die Packers verpflichteten ihn und er spielte in zwei Partien. Green Bay macht damit 15 Millionen Dollar an Cap Space frei.
Lenny Krieg (New York Jets) Kicker Lenny Krieg hat eine neue Heimat in der NFL gefunden: Die New York Jets statteten den Deutschen mit einem Future/Reserve Contract aus und holten ihn vom Practice Squad der Atlanta Falcons. Damit haben die Jets die Rechte an Krieg für die Saison 2026, aber nicht darüber hinaus.
Jakobi Meyers (Jacksonville Jaguars) An der Trade Deadline erst per Trade gekommen, nun ein neuer Vertrag: Die Jacksonville Jaguars statten Wide Receiver Jakobi Meyers mit einem neuen Kontrakt über drei Jahre und 60 Millionen Dollar aus, davon sind 40 Millionen garantiert. Nachdem Meyers bei den Las Vegas Raiders nicht glücklich wurde, tradeten die Jaguars für ihn. Nach der Saison wäre er Free Agent geworden.
Travis Jones (Baltimore Ravens) In seinem letzten Vertragsjahr haben die Baltimore Ravens Nägel mit Köpfen gemacht und Defensive Tackle Travis Jones mit einem neuen Vertrag ausgestattet. Die Stütze der Defensive Line verdient über die kommenden drei Jahre 40,5 Millionen Dollar. Der Third Round Pick von 2022 spielt sein bestes Jahr und ist zu einem zuverlässigen Run Stopper geworden.
Luke Wattenberg (Denver Broncos) Die Denver Broncos haben einem Anker ihrer Offensive Line einen neuen Vertrag gegeben. Wie NFL-Insider Tom Pelissero berichtet, statten die Broncos ihrem Center Luke Wattenberg mit einem neuen Vierjahresvertrag aus, der ihm 48 Millionen Dollar einbringt, damit sind nur drei Center besser bezahlt als Wattenberg. Die Hälfte davon sind garantiert. Laut "Pro Football Focus" hat Wattenberg diese Saison noch keinen Sack zugelassen. Auch interessant: NFL: Denver Broncos ohne Bo Nix - Ersatzmann spielt gegen sein Ex-Team
Aidan Hutchinson (Detroit Lions) Die Detroit Lions binden einen weiteren Leistungsträger langfristig an sich. Nach Jameson Williams und Kerby Joseph verlängerte nun auch Defensive End Aidan Hutchinson in Detroit. Der Edge Rusher unterschrieb für vier weitere Jahre und erhält nach Angaben seines Beraters Mike McCartney in diesem Zeitraum 180 Millionen Dollar, 141 davon sind demnach garantiert. Auch interessant: NFL: Amon-Ra St. Brown kritisiert Fans der Detroit Lions
Allerdings berichtete "ESPN" bereits, dass Tomlin in der Saison 2026 kein Team trainieren wolle. Die Ravens führten unterdessen bereits erste Interviews mit potenziellen Kandidaten. Doch die Fußstapfen, die Harbaugh hinterlässt, sind riesig.
"Es war eine wundervolle Ehe", blickte Bisciotti auf die gemeinsame Zeit zurück. "Wir haben große Dinge vollbracht. Ich möchte, dass unser nächster Coach ebenfalls den Super Bowl gewinnt", stellte er klar.